Der Tag

Der TagFestival verbannt Film über Jagd auf Schwule

28.04.2021, 17:40 Uhr

Wenn man der Entscheidung des Internationalen Filmfestivals in Moskau, den Kurzfilm "Fanaty" (Deutsch: "Besessene") doch nicht zu zeigen, etwas Positives abgewinnen will, dann vielleicht: So hat der Streifen über die Jagd von Skinheads auf Schwule jede Menge PR bekommen. Filmschaffende in Russland meinten, das Aufführungsverbot sei die "beste PR für den Film überhaupt" gewesen. Denn der Film von Regisseur Wsewolod Galkin sorgt seit Tagen für Kontroversen in Russland. Die Kuratorin des Festivals, Irina Pawlowa, sprach von einem Versehen, dass der Film überhaupt ins Programm aufgenommen worden sei. "Es gab ein Missverständnis", sagte sie russischen Medien zufolge. Weshalb der Film nicht gezeigt werden sollte, sagte sie aber nicht.

Der Kurzfilm handelt von zwei Skinheads aus Moskau, die Schwule und Lesben jagen. In der Mitte der Handlung werde klar, dass die beiden Männer ein Verhältnis miteinander hätten, sagte Galkin. Der Streifen gehe der "Krise der Männlichkeit und den Folgen der homophoben Rhetorik in den Staatsmedien" nach. Vor allem Fußballfans fühlten sich von dem Film, der auf wahren Begebenheiten beruht, unter Generalverdacht gestellt und protestierten. Der russische Regisseur sprach von Drohungen gegen ihn. Einschüchtern lässt er sich davon jedoch nicht: Auf Facebook postete er heute Aufführungstermine in Aids-Aufklärungszentren etwa in Moskau und Nischni Nowgorod östlich der russischen Hauptstadt.

Quelle: ntv.de