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Der TagHungerkrise im Sudan: Menschen essen Erde und Blätter zum Überleben

02.05.2024, 18:56 Uhr

Der seit fast einem Jahr andauernde Machtkampf im Sudan hat katastrophale Folgen für die Bevölkerung. Beide Kriegsparteien - die Armee und die paramilitärische Miliz RSF - würden Hilfsgüter plündern, berichten Entwicklungshelfer. Auch ein Teil der Ernte wird geplündert. "Sie haben die Nahrung der Menschen gestohlen", erzählt ein Bauer aus der Region El Gezira, wo mehr als die Hälfte des Weizens des Landes angebaut wird. Mitglieder der RSF hätten sein Haus gestürmt, ihn mit einem Messer bedroht und gezwungen, seine gesamte Ernte abzugeben - 110 Säcke Mais und Linsen. Ähnliche Überfälle haben sich Bewohnern zufolge in Dutzenden Dörfern ereignet. In einigen Gebieten essen Menschen sogar Dreck, um zu überleben. Seine Frau und Kinder würden sich immer wieder Kugeln aus Erde rollen und diese essen, berichtet ein Familienvater im Flüchtlingslager Al Lait. Gekochte Blätter von Bäumen hätten eine Zeit lang zu ihrer Ernährung gehört, sagt eine Mutter in der Stadt Omdurman. "Die Kinder aßen das. Sie konnten nicht nein sagen, weil sie so hungrig waren." Laut den Vereinten Nationen sind 5 der 49 Millionen Einwohner des Sudans von einer akuten Hungersnot bedroht.

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Bewohner von Omdurman warten auf Lebensmittel einer Suppenküche. (Foto: REUTERS)

Quelle: ntv.de