Der TagIm Gruselgraben: "Cats"-Shitstorm hat wissenschaftlichen Grund
Vielleicht haben Sie den Trailer zur Musicalverfilmung "Cats" bereits gesehen. Falls nicht, sollten Sie das nachholen und sich selbst ein Bild darüber machen. Die Ankündigung des Films hat jedenfalls zu einem echten Shitstorm im Netz gesorgt, denn statt Musik und großartigen Schauspielern steht die Animation der Hauptfiguren im Mittelpunkt. In den sozialen Netzwerken wird der Film oft als "gruselig und seltsam", "Autounfall" oder ein "Albtraum" beschrieben.
Dabei hätten die Macher in Hollywood mit so einer Reaktion rechnen können, als sie sich entschlossen haben, Stars wie Jennifer Hudson, Jason Derulo, Rebel Wilson und Taylor Swift mit katzenartigen kuschligen Körpern zu animieren, ihre Gesichter und Hände aber menschlich zu gestalten. "Wenn Dinge menschlicher aussehen, finden wir sie normalerweise niedlicher - und wir mögen sie mehr. Wenn jedoch etwas fast genau wie ein Mensch aussieht, kann uns das ein bisschen beunruhigen", sagte Francis McAndrew, Professor für Psychology am Knox College, dem Onlineportal "Inverse".
Dieses Phänomen nennt sich das "Uncanny Valley" - auf Deutsch: der Gruselgraben. Er beschreibt eine Akzeptanzlücke der Zuschauer bei künstlichen Figuren. Demnach finden Menschen hochabstrakte und künstliche Figuren sympathischer als Figuren, die besonders menschenähnlich sind. Die Akzeptanz fällt der Theorie zufolge ab einem bestimmten Niveau der visuellen Abwandlung des Menschen schlagartig ab und steigt erst ab einem sehr hohen Niveau - beispielsweise bei einer besonders fotorealistischen Darstellung - wieder an. Und zwischen dem Abstieg und dem Anstieg liegt der Gruselgraben - und darin befindet sich der Theorie entsprechend auch "Cats".