Der TagMit bis zu 1,6 Promille auf dem E-Scooter unterwegs?

Mal eben schnell von der Party nach Hause mit dem E-Scooter? Alkoholisiert keine gute Idee. Zum einen steigt mit jedem Tropfen Alkohol die Unfallgefahr. Zum anderen kann einen das auch ganz schnell den Führerschein kosten: E-Scooter gelten als Kraftfahrzeuge. Sprich: Ab 0,5 Promille - dafür braucht es meist nur ein oder zwei kleine Biere - begeht man eine Ordnungswidrigkeit und muss 500 Euro Geldbuße zahlen, kassiert zwei Punkte in Flensburg und bekommt einen Monat Fahrverbot aufgebrummt. Hat man mehr "getankt" oder baut einen Unfall, drohen härtere Strafen. Während sich an unseren Reaktionszeiten unter Alkoholeinfluss nur wenig machen lässt, sind gesetzliche Regelungen veränderbar. Sollten E-Scooter wie Fahrräder angesehen werden? Dann dürfte man mit bis zu 1,6 Promille - was schon ein paar Bier mehr sind - durch die Gegend düsen. Der TÜV-Verband hält nichts vom Vorstoß einzelner Verkehrsexpertinnen und -experten, die Promillegrenze für E-Scooter anzuheben. Das teilt der Verband mit. "E-Scooter sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen beliebte Party-Mobile. Nächtliche Unfälle unter Alkoholeinfluss sind dabei an der Tagesordnung", sagt Marc-Philipp Waschke, Referent für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband. Dieser Schritt würde aus seiner Sicht Alkoholfahrten bagatellisieren. Der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr: In Goslar steht der Verkehrsgerichtstag an (25. bis 27. Januar). Für das Treffen, bei dem Empfehlungen für Gesetzesänderungen abgegeben werden, hätte Waschke eher den Vorschlag, auch die Promillegrenze für Radfahrende einzuschränken. "Die aktuell geltenden Promillegrenzen wirken aus der Zeit gefallen", sagt Waschke, "es sollte im Gegenteil darüber nachgedacht werden, bei Radfahrenden die Grenze für eine Ordnungswidrigkeit bei 1,1 Promille einzuziehen und Verstöße entsprechend zu ahnden."
Für mich persönlich fahren viele E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer schon nüchtern als wären sie betrunken - dabei gern halsbrecherisch und rücksichtslos auf dem Gehweg sowie in falscher Richtung. Bei so einem "Manöver" wurde vergangenes Jahr unter anderem eine 85-jährige Fußgängerin in Hamburg schwer verletzt. Wenn ich eine Empfehlung abgeben könnte, würde ich dringend dazu raten, dieses Scooter-Chaos in den Innenstädten noch strenger zu regeln und Strafen für Fahrerinnen und Fahrer zu erhöhen, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten und Menschen gefährden.