Der Tag

Der TagNach tagelangen Krawallen Lage in Frankreich etwas ruhiger

03.07.2023, 08:16 Uhr
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In der vergangenen Nacht wurden mehr als 75 Menschen festgenommen. (Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP)

Nächte voller Krawall und Ausschreitungen liegen hinter unserem Nachbarland Frankreich. Auslöser ist der Tod des erst 17 Jahre alten Nahel M. - erschossen von einem Polizisten bei einer Verkehrskontrolle. Die vergangene Nacht lief wohl etwas ruhiger ab: Nach Angaben des Innenministeriums wurden keine größeren Vorfälle gemeldet, bis 1.30 Uhr wurden landesweit 78 Festnahmen gezählt. Präsident Emmanuel Macron will sich wegen der Ereignisse mit den Parlamentspräsidenten beraten. Angesichts Dutzender Angriffe auf Rathäuser sowie mindestens ein Wohnhaus eines Bürgermeisters rief die Vereinigung der Bürgermeister derweil zu Solidaritätskundgebungen auf.

Landesweit waren in der vergangenen Nacht erneut 45.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. In den fünf vorhergehenden Nächten wurden laut Innenministerium rund 5000 brennende Autos, 10.000 brennende Mülleimer, fast 1000 in Brand gesetzte oder beschädigte Gebäude sowie 250 Angriffe auf Polizeiwachen gezählt. Für Entsetzen sorgte gestern ein nächtlicher Anschlag auf das Haus des Bürgermeisters der im Großraum Paris liegenden Gemeinde L'Haÿ-les-Roses, Vincent Jeanbrun. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen "Mordversuchs".

Update: Die Zahl der Festnahmen ist nach Angaben der französischen Polizei auf 157 gestiegen.

Quelle: ntv.de