Der Tag"Recht große" Terrorgefahr in Deutschland und Westeuropa
Der Terrorismusexperte Peter Neumann sieht eine "recht große" Terrorgefahr in Deutschland und Westeuropa. Seit dem Beginn des Gaza-Kriegs im Oktober gebe es eine riesige "Mobilmachung von Islamisten, von Dschihadisten überall in Westeuropa", so Neumann im Deutschlandfunk. In Deutschland seien drei oder vier Anschläge verhindert worden. Nun käme zusätzlich "der ISPK, also dieser Ableger des Islamischen Staats in Afghanistan, Zentralasien" dazu, der "sehr ambitioniert und aggressiv auch Anschläge im nichtmuslimischen Ausland versucht, darunter auch in Westeuropa".
Für die Politik sei es immer eine schwierige Balance, die Menschen darauf hinzuweisen, dass eine derartige Gefahr tatsächlich existiere, und zugleich die Menschen nicht unnötig in Unruhe zu versetzen. Den Sicherheitsbehörden müsse man natürlich auch dafür gratulieren, dass sie so viele von den Anschlagsplänen verhindert hätten. Vergangene Woche etwa hatte es in Thüringen zwei Verhaftungen von mutmaßlichen IS-Anhängern gegeben, und um die Weihnachtszeit hatte es rund um Anschlagspläne auf den Kölner Dom Verhaftungen gegeben. Insgesamt aber würden die "Einschläge" häufiger: Seit Beginn des Gaza-Kriegs Anfang Oktober habe es in Europa acht versuchte terroristische Anschläge von dschihadistischer Seite gegeben.
In den vergangenen Jahren habe man häufig Einzeltäter gesehen - Anhänger des IS, die Propaganda im Internet konsumiert und dann auf eigene Initiative etwas unternommen hätten. Nun komme mit dem ISPK wieder eine organisierte Gefahr hinzu - "eine recht professionelle Gruppe", die auch wieder in der Lage sei, Netzwerke zu organisieren.
