Der Tag"Schande": Bundesregierung verurteilt erzwungenes Protassewitsch-Interview
Ein offenbar unter Zwang aufgezeichnetes Interview mit Roman Protassewitsch ist von Deutschland scharf verurteilt worden. Es sei eine "Schande" für die belarussische Führung und zeige deren ganze "Demokratieverachtung" und "Menschenverachtung", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.
Deutschland "verurteilt auf das Schärfste diese erneute Vorführung des Gefangenen Roman Protassewitsch", sagte Seibert. "Da wird ein unliebsamer oppositioneller Journalist hinter Gitter gebracht und dort so weit psychisch und möglicherweise auch physisch bearbeitet, dass er dieses vollkommen unwürdige und unglaubwürdige Geständnis-Interview gibt."
Protassewitsch bekennt sich in dem am Donnerstag ausgestrahlten Interview im belarussischen Staatsfernsehen dazu, zu Protesten aufgerufen zu haben. Auch lobt der 26-Jährige, der sich in dem eineinhalbstündigen Video erkennbar unwohl fühlt, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, bevor er in Tränen ausbricht.