Der TagSkiurlaub im Lockdown: Polens Ex-Vizeregierungschefin zeigt sich reumütig

Die Polen müssen im Lockdown wegen der Corona-Pandemie zu Hause bleiben, aber die drei Söhne der früheren Vizeregierungschefin Jadwiga Emilewicz vergnügen sich im Skiurlaub - klar, dass die Bürger ihrem Ärger Luft machten, als sie Aufnahmen der Familie im Fernsehen sahen. Reumütig zeigt sich Emilewicz und entschuldigt sich für die Teilnahme ihrer Kinder an einem Skitraining. "Was sich ereignet hat, hätte nicht passieren dürfen", sagte die Politikerin dem Portal Interia.pl. Die wütenden Reaktionen von Bürgern, die zu Hause eingesperrt seien, seien berechtigt. Mitte Januar hatte der Fernsehsender TVN24 Aufnahmen veröffentlicht, die die Familie bei einem Skiurlaub in einem südpolnischen Wintersportort zeigten. Auch die frühere Vizeregierungschefin war mit Helm und Skibekleidung zu sehen. Der Fall hatte in Polen für großen Unmut gesorgt. Ähnlich wie in Deutschland sind die Skigebiete derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Ausnahmen gelten nur für Leistungssportler, die sich auf Wettkämpfe vorbereiten.
In einer ersten Reaktion hatte Emilewicz erklärt, ihre Söhne seien Mitglieder eines Warschauer Skiclubs und als Leistungssportler beim Skiverband PZN registriert. Ein Sprecher des Skiverbandes räumte gegenüber TVN24 jedoch ein, die Lizenzen für die Kinder seien erst nach dem Ende des Skitrainings beantragt und ausgestellt worden. Emilewicz stellte jetzt klar, dass ihre Söhne nach den gültigen Vorschriften als langjährige Mitglieder des Skivereins keine Lizenzen benötigt hätten, um an dem Skikurs teilzunehmen. "Das Problem betrifft nicht das Recht, sondern das gute Benehmen", so die frühere Vizeregierungschefin.