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Der Tag Stadtfest in Thüringen heißt jetzt "Mohrenfest" - Kritik

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Der "Mohrenbrunnen" in Eisenberg

An diesem Wochenende feiert die thüringische Stadt Eisenberg das "Mohrenfest". Die Veranstaltung bekam erst in diesem Jahr den neuen Namen. Bürgermeister Michael Kieslich zufolge nehme der Titel Bezug auf eine Heimatsage, nach der auch ein Denkmal und ein Brunnen benannt seien. Demnach soll ein Graf von Kreuzzügen einen schwarzen "Diener" mitgebracht haben, berichtet der MDR. Dieser sollte enthauptet werden, weil er des Diebstahls einer Kette der Gräfin beschuldigt wurde. Kurz vor der Hinrichtung entdeckte diese jedoch die Kette und veranlasste, den Mann zu rehabilitieren. Sein Kopf mit den verbundenen Augen zierte laut Überlieferung fortan das Stadtwappen.

Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland wirft der Stadt in einem offenen Brief vor, mit dem neuen Namen des Festes "Rassismus, Kolonialgeschichte und Geschichtsklitterung zu zelebrieren". Das Medium "Thüringen 24" zitiert aus dem Schreiben: "Ein weißer Europäer überfällt eine Region im Nahen Osten und bringt sich einen schwarzen Sklaven zurück und Jahrhunderte später setzt man dem ein Denkmal, das in Namen und Darstellung nur so strotzt vor kolonialen, rassistischen Stereotypen und Klischees." An den Verantwortlichen in Eisenberg perlt diese Kritik bislang ab.

Quelle: ntv.de

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