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Der TagStudie deckt Hintergründe zu gefährlichem Borna-Virus auf

25.11.2020, 06:39 Uhr

Zuerst die beruhigende Nachricht: Das Borna-Virus tritt sehr selten auf. In Deutschland stirbt eine einstellige Zahl Menschen infolge einer Infektion pro Jahr. Einziger bekannter Reservoirwirt des Erregers ist die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon), bei der die Infektion keine Symptome verursacht. Die Spitzmäuse scheiden das Virus in Urin, Kot und Speichel aus - darüber können sich dann andere Säugetiere und in seltenen Fällen auch der Mensch anstecken.

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Die undatierte Aufnahme zeigt einen Anitkörpernachweis zum Borna-Virus im Gewebe. (Foto: picture alliance/dpa)

Eine neue Studie des Robert-Koch-Instituts legt nahe, dass in erster Linie Menschen aus sehr ländlichen Regionen an der seltenen Infektion erkranken. Die Ärztin und Epidemiologin Kirsten Pörtner hat für die Studie die Angehörigen von acht an dem Virus gestorbenen Patienten befragt. Das Ergebnis: Alle wohnten auf dem Land, sieben von acht hatten eine Katze. "Möglicherweise bringen Katzen durch ihr Jagdverhalten ihre Besitzer mit Spitzmäusen und dem Virus in Kontakt - die Katzen selbst waren unauffällig", so Pörtner.

Borna-Viren lösen eine Hirnentzündung aus, die in nahezu allen Fällen tödlich endet. Pro Jahr werden im Schnitt zwei Infektionen in Deutschland bekannt, Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass die Dunkelziffer höher liegt, bei bis zu sechs Fällen pro Jahr. Ein Schwerpunkt der Infektionen liegt in Bayern.

Quelle: ntv.de