Der Tag

Der TagSuizidrate sinkt trotz Corona-Krise

05.05.2020, 14:41 Uhr

Interessante Entwicklung: Anders als von Experten befürchtet, ist die Zahl der Suizide in der Corona-Krise nicht gestiegen, sondern sogar leicht gesunken.

  • In Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Berlin und Thüringen gab es trotz der Ausgangsbeschränkungen keinen Anstieg an Selbstmorden, wie eine bundesweite Umfrage der "Augsburger Allgemeinen" bei den zuständigen Behörden ergab.

  • In Nordrhein-Westfalen sank demnach die Zahl der polizeilich erfassten versuchten und vollendeten Suizide seit Beginn der Corona-Maßnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar von 664 auf 530 - ein Rückgang von 20 Prozent.

  • Psychologen geben dennoch keine Entwarnung: "Zu uns kommen immer mehr Menschen mit depressiven Erkrankungen, Angsterkrankungen und Suchtproblemen", sagte der Medizinische Direktor der Münchner Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Peter Falkai, dem Blatt. "Erst nach der Krise, wenn wieder ein Stück weit Normalität eingetreten ist, werden die Schäden in vollem Umfang sichtbar."

Rat und Nothilfe bei Suizid-Gefahr und Depressionen

Bei Suizidgefahr: Notruf 112

Deutschlandweites Info-Telefon Depression, kostenfrei: 0800 33 44 5 33

Beratung in Krisensituationen: Telefonseelsorge (0800/111-0-111 oder 0800/111-0-222, Anruf kostenfrei) oder Kinder- und Jugendtelefon (Tel.: 0800/111-0-333 oder 116-111)

Bei der Deutschen Depressionshilfe sind regionale Krisendienste und Kliniken zu finden, zudem Tipps für Betroffene und Angehörige.

In der Deutschen Depressionsliga engagieren sich Betroffene und Angehörige. Dort gibt es auch eine E-Mail-Beratung für Depressive.

Eine Übersicht über Selbsthilfegruppen zur Depression bieten die örtlichen Kontaktstellen (KISS).

Quelle: ntv.de