Der Tag"Trauriger Rekord" - in diesem Bundesland ist die Armut am größten
In keinem anderen Teil Deutschlands ist die Armut so verbreitet wie in Bremen: In dem kleinen Bundesland lebt mehr als jeder vierte Mensch in Bremen in Armut. Das teilt der Paritätische Wohlfahrtsverband mit. Die Armutsquote betrug in Bremen im vergangenen Jahr 27,5 Prozent, bundesweit 16,1 Prozent. Auch im Nachbar-Bundesland Niedersachsen lag die Quote mit 17,4 Prozent über dem Durchschnitt. Die Situation verschärfe sich, warnt der Verband. "Wenn dieser Trend anhält, ist bald jeder dritte Mensch in Bremen arm", sagt Joachim Schuster, Verbandsratsvorsitzender des Paritätischen Bremen. Mit den geplanten Kürzungen in der Pflege, beim Wohngeld sowie bei Jugend- und Eingliederungshilfe könnte es für viele Menschen noch schwieriger werden.
Die Armutsquote in Deutschland erreicht laut dem Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands einen neuen "traurigen Rekord". Von 2024 zu 2025 stieg dieser Anteil laut dem Armutsbericht um 0,6 Prozentpunkte auf 16,1 Prozent der Bevölkerung. "13,3 Millionen Menschen leben hierzulande in Armut – betrachtet man allein die relative Einkommensarmut", so der Verband. Neu sind die Zahlen nicht: Das Statistische Bundesamt hatte sie bereits im Februar mitgeteilt. Offiziell gelten die Betroffenen dabei - auf Basis einer Definition der Europäischen Union - als armutsgefährdet. Menschen, denen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung stehen, gelten als armutsgefährdet, wie die Statistiker dies nennen. Bei Alleinlebenden lag diese Grenze zuletzt bei netto 1.446 Euro im Monat, für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren bei 3.036 Euro.