Der TagUS-Konzern trickst Gericht mit Indianern aus

Firmenanwälte in den USA müssen vor allem eines sein: kreativ. Das ist den Vertretern des Pharmakonzerns Allergan nun gelungen. Dabei spielen die Mohawk-Ureinwohner eine wichtige Rolle. Der Konzern übertrug dem Stamm der Saint-Regis-Mohawks Patente für das Augenmedikament Restasis und mietet sie per exklusiver Lizenzvereinbarung gleich wieder zurück. Auf diese Weise verhindert das Unternehmen, dass ein zuständiges Sondergericht die Patente für ungültig erklärt. Dann könnte Allergan kein Geld mehr damit verdienen. Sind die Patente aber in Besitz eines Indianerstamms, darf das Gericht sie nicht antasten - denn die Stämme genießen hohe rechtliche Autonomie. Clever, was? Der demokratische Senator Sherrod Brown würde nun empört auf den Tisch hauen. Er regt sich über die Trickserei auf. Das Abkommen zocke Verbraucher ab und dürfe nicht "das neue Normale werden", schimpfte er. Denn Medikamentenpreise in den USA gehören zu den weltweit höchsten.