Der TagWirtschaftsminister kritisiert Bonus-Regelung bei VW
Der VW-Vorstand verzichtet auf 39 Prozent der Bonuszahlungen infolge des Abgasskandals. Das Geld ist jedoch nicht weg, sondern wird in virtuelle Aktien umgewandelt. Für den niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies geht das gar nicht. Er hat dem Vorstand des Volkswagen-Konzern eine unsensible Haltung in der Frage von Bonuszahlen vorgeworfen.
Dass der Vorstand hier nicht größere Abstriche zugelassen habe, "das kann man insgesamt in der Gesellschaft nicht erklären", sagte Lies, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, im Deutschlandfunk. "Ich will ganz offen sagen, ich hätte mir ein klareres, ein deutlicheres Signal des Vorstands vorstellen können." Der Vorstand hätte von sich aus freiwillig in einem höheren Maß als bislang geplant auf Bonuszahlungen verzichten können.
Nach dem Abgasskandal, der dem Konzern wegen Milliarden-Rückstellungen tief in die Verlustzone riss, wurden die Bonuszahlungen um 39 Prozent gekürzt. Teile der variablen Vergütung sollen einbehalten und erst 2018 abhängig vom Fortgang des Abgasskandals und vom Geschäfts- und Aktienkursverlauf ausgezahlt werden.