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Der Tag Regenwald in Brasilien jahrelang heimlich geschädigt

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Ein abgeholztes Waldstück im Amazonas-Regenwald ist leichter zu erkennen als Umnutzung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das Abholzen von Bäumen zerstört seit Jahren große Flächen im brasilianischen Amazonas-Regenwald. Doch Forscher zeigen ein anderes, ebenfalls schädliches, aber oft übersehenes Problem: Von 1992 bis 2014 wurden mehr Flächen umgenutzt als abgeholzt. In dem Zeitraum sei allein durch diese Umnutzung - etwa das Schlagen einzelner Baumarten oder das Abbrennen von Vegetation unter dem Blätterdach - eine Fläche von fast der Größe Deutschlands verloren worden, schreiben Forscher um Eraldo Matricardi von der Universität Brasilia im Magazin "Science".

Während Abholzung die vollständige Umwandlung des Regenwalds in einen anderen Landtyp - vor allem Weideland - meint, passiert Umnutzung innerhalb der Wälder unter dem kompakten Blätterdach und ist charakterisiert durch den Verlust von Biomasse. Generell ist eine Umnutzung schwerer zu erfassen als Abholzung, denn etwa das Abbrennen niedriger Vegetation oder das Abholzen bestimmter Arten sind unter einem Blätterdach kaum zu erkennen. Die Forscher hatten nun gezielt Satellitenbilder des Amazonas-Gebiets in Brasilien ausgewertet. Diese Umnutzung sei eine - im Vergleich zur Abholzung - oft übersehene, dauerhafte Schädigung des Regenwalds, betonen die Autoren. Sie trage ebenfalls unter anderem zum Klimawandel und zum Artensterben bei.

Quelle: ntv.de