Borgward Automobile hatten einst einen klangvollen Namen in Deutschland. Vor dem Zweiten Weltkrieg gegründet, erlebte das Unternehmen des Ingenieurs Carl Friedrich Wilhelm Borgward im Wirtschaftswunder-Deutschland seine Blütezeit.Bild 1 von 34 Vor dem Krieg wurde Borgward mit dem "Blitzkarren" groß. Ein minimalistisches Transportvehikel mit drei Rädern und 2,2 PS. Damit konnten immerhin fünf Zentner bewegt werden.Bild 2 von 34 Zwar war Carl Friedrich Wilhelm Borgward ein begnadeter Ingenieur, aber kein guter Unternehmer. Die Autos der Marke waren technisch höchst innovativ, aber die Produktpalette war zu groß und die einzelnen Modelle kamen nicht auf kostendeckende Stückzahlen.Bild 3 von 34 Daher und weil die Konkurrenz der Firma auch noch ein Bein stellte, kam im Jahr 1961 das Aus für Borgward. Die Zahlungsunfähigkeit führte die Stadt Bremen herbei und Kritiker sind bis heute sicher, dass der Kollaps zu verhindern gewesen wäre.Bild 4 von 34 Es war eine der spektakulärsten Firmenpleiten der Nachkriegsgeschichte und der Anfang vom Ende des Wirtschaftswunders. Der P 100 war das letzte neue Modell des Bremer Automobilbauers.Bild 5 von 34 Er wurde 1959 auf dem Höhepunkt der Firmengeschichte von Borgward vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte Borgward in seinen Werken etwa 20.000 Menschen. Sie produzierten 104.410 Fahrzeuge pro Jahr und schufen eine Umsatz von 632 Millionen D-Mark.Bild 6 von 34 Karsten Antelmann aus Berlin konnte sich einen der wenigen verbliebenen Exemplare des P 100 sichern. Der begeisterte Borgward-Fan besitzt noch eine Isabella und einen Hansa 1500 aus dem Hause.Bild 7 von 34 Doch der P 100 ist etwas ganz Besonderes. Das Auto war bis 1961 auf das Bremer Hauptwerk von Borgward zugelassen.Bild 8 von 34 Die für damalige Verhältnisse üppige Ausstattung und Hinweise ehemaliger Mitarbeiter von Borgward lassen den Schluss zu, dass ihn sogar Carl Borgward selbst gefahren haben könnte. Genau nachvollziehen lässt sich dies aber nicht mehr.Bild 9 von 34 Im Jahr 1959 wurde das Modell als "Großer Borgward" oder mit der internen Bezeichnung P 100 auf der Automobilausstellung in Frankfurt vorgestellt. Er ist weltweit das erste Serienfahrzeug mit Luftfederung.Bild 10 von 34 Er war der Versuch, endlich in die automobile Oberklasse vorzustoßen. Dementsprechend war auch die Serienausstattung schon recht umfangreich: vier Rundinstrumente, Schalthebel am Lenkrad und die Feststellbremse.Bild 11 von 34 Hinzu kamen noch Parkleuchten und eine Heizung mit Gebläse, die für ein für damalige Zeiten luxuriöses Ambiente sorgte. Auch die Vorrichtung für das Autoradio war keine Selbstverständlichkeit. Das Radio in diesem Auto ist natürlich ein etwas jüngeres Baujahr.Bild 12 von 34 Der Öldruckmesser (2. Rundinstrument von rechts) wurde sonst so gut wie nie verbaut.Bild 13 von 34 In der Mitte des Lenkrads das Wappen der Freien Hansestadt Bremen.Bild 14 von 34 Eine Innenbeleuchtung für die vorderen Sitze und den Fond. Auch die Haltegriffe hinten waren Serie.Bild 15 von 34 In der Mitte des Kühlergrills prangt der Rhombus, das Markenzeichen von Borgward. Die Form des Grills erinnert fast an das Haifischmaul des Opel Kapitän.Bild 16 von 34 Der Rhombus ist auch auf den Radkappen wiederzufinden. Bemerkenswert ist auch die gebogene Frontscheibe. Auch 1959 noch eine schwierige technische Herausforderung für die Zulieferer.Bild 17 von 34 Die sehenswerten Heckflossen mit integrierten Bremsleuchten.Bild 18 von 34 Die Sieke unter den Seitenfenstern zieht sich von den vorderen Kotflügeln bis zum Heck des P 100.Bild 19 von 34 Die unterteilten Rückleuchten sind ebenfalls eine technische Besonderheit.Bild 20 von 34 In der Mitte sind die Rückfahrscheinwerfer integriert, im unteren Teil weitere Bremsleuchten und im oberen die Blinker.Bild 21 von 34 Das Modell von Karsten Antelmann hat schon so manchen Filmeinsatz hinter sich. Zuletzt war der P 100 Begleitfahrzeug für zwei Szenen des Hildegard-Knef-Films.Bild 22 von 34 Die Lebensgeschichte der großen Künstlerin wird derzeit verfilmt. Stilgerecht fuhr der Tross mit dem P 100 vor der geschichtsträchtigen Kulisse des Flughafens Tempelhof.Bild 23 von 34 Der Motor ist ein Reihen-Sechszylinder und leistet 100 PS. Damit schafft es der P 100 auf 160 km/h.Bild 24 von 34 Auch Bosch war schon mit von der Partie.Bild 25 von 34 Das Typenschild des P 100 verrät viel über die Herkunft. Die Fahrgestellnummer endet auf 25. Der 25. Wagen seiner Bauart.Bild 26 von 34 Bei den ersten Modellen war die Luftfederung noch nicht serienmäßig. Doch das vorgestellte Auto hat sie eingebaut.Bild 27 von 34 Der P 100 ist von seiner Form und den Äußerlichkeiten ein besonders schönes Automobil der Nachkriegszeit. Die Heckflossen, die Panoramascheibe hinten und viel Chrom erfreuen das Auge. Gleichzeitig markiert er das Ende der Nachkriegsära.Bild 28 von 34 Auch im Innern kann er mit Stoffen und Komfort glänzen, die sonst nur wesentlich teurere Autos zu bieten hatten. Borgward kämpfte mit dem P 100 um die aufsteigende Kundschaft, die sich nach größeren Automobilen umsah.Bild 29 von 34 Die Seitentüren und die Rückbank haben noch den Originalstoff, der ab Werk eingebaut wurde.Bild 30 von 34 Zusätzliche Leuchten an der C-Säule. Das Schicksal wollte es, dass der P 100 die letzten Tage des Borgward-Werks miterleben musste.Bild 31 von 34 1960 brach der Export der Marke ein und auch Inland sanken die Umsätze. Der stolze Gründer brauchte Geld von der Bank und eine Bürgschaft über 30 Millionen D-Mark. Doch die Presse, allen voran die "Bild"-Zeitung, schürten Gerüchte über eine Pleite des Werks.Bild 32 von 34 Ausgerechnet ein Sanierer vom Konkurrenten BMW sollte zusammen mit der Hansestadt Bremen die Misere beenden. In einer Nacht- und Nebel-Aktion überschrieb Borgward sein Werk der Stadt. Doch diese wickelte nur noch ab. Die Werke wurden demontiert und verkauft.Bild 33 von 34 Borgward selbst erlitt während der Demontage einen Herzanfall und starb am 28. Juli 1963. Deutschland verlor einen großen Ingenieur und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Oldtimer-Freunde halten mit den Borgward-Automobilen das Andenken an ihn hoch.Bild 34 von 34