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Freitag, 02. Mai 2014

Up in the Air: Wie das Auto fliegen lernt

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Das erste Patent für ein fliegendes Auto meldete Dr. Trajan Vuia bereits am 17. August 1903 an. So richtig in die Gänge kam der Flugapparat nicht, aber die Idee, mit einem Auto fliegen zu können, war endgültig geboren.

Das erste Patent für ein fliegendes Auto meldete Dr. Trajan Vuia bereits am 17. August 1903 an. So richtig in die Gänge kam der Flugapparat nicht, aber die Idee, mit einem Auto fliegen zu können, war endgültig geboren.

Das erste Patent für ein fliegendes Auto meldete Dr. Trajan Vuia bereits am 17. August 1903 an. So richtig in die Gänge kam der Flugapparat nicht, aber die Idee, mit einem Auto fliegen zu können, war endgültig geboren.

Der Gedanke, in Restaurants in luftigen Höhen anzudocken und noch befreiter große Distanzen zurücklegen zu können, begeisterte die Menschen.

Auch der Entwurf eines "Autoplane" von Glenn Curtiss aus dem Jahr 1917 schaffte es nicht in die Serie. Sein größtes Problem war, dass es nicht einmal vom Boden abhob. Der "Autoplane" von Curtiss wurde aber zur Steilvorlage für Waldo Waterman.

20 Jahre später, am 21. März 1937, führte Watermann mit seinem "Aerobile" den Jungfernflug durch. Und dieses Gefährt war dem "Autoplane" gar nicht unähnlich.

Technisch können sich die Erfinder aber nicht von der Form des Flugzeuges lösen. Es brauchte, der Physik folgend, weite Tragflächen, um das daran hängende Auto in die Luft zu befördern.

So auch beim ConvAirCar von 1947. Entwickelt für die Masse, sollten ungeachtet der zehn Meter Spannweite, die das fliegende Auto für den Straßenverkehr völlig untauglich machten, 160.000 Exemplare gebaut werden.

Bis zum zweiten Testflug hielt man auch an dieser Vorgabe fest. Dann stürzte der Prototyp ab und mit ihm das Projekt: Der Testpilot hatte die Benzinuhr mit dem Höhenmesser verwechselt.

Das technische Prinzip des ConvAirCar tauchte 1974 im James-Bond-Streifen "Der Mann mit dem goldenen Colt" wieder auf. Der Schurke Francisco Scaramanga fuhr ein AMC Matador Coupé, das sich in ein Flugzeug verwandeln konnte.

Apropos James Bond. Der Erfinder des MI6-Agenten, Ian Fleming, hat auch ein sehr krudes Buch über ein fliegendes Auto geschrieben, das unter dem Titel "Tschitti Tschitti Bäng Bäng" als Musical-Film den Weg auf die Leinwand fand.

Überhaupt sind fliegende Autos im Film ganz großes Kino. Der DeLorean von Marty McFly kann sogar durch die Zeit reisen. Doch zurück zu den ernsthaften Erfindungen.

Wissend, dass die Spannweite der Auto-Flugzeuge eines ihrer größten Probleme im Straßenverkehr ist, versuchte es Paul Moller mit einer Art fliegender Untertasse. Als die nicht so richtig funktionierte, entwickelte er eine neue Vision, "Volantor".

Das steht für ein Fahrzeug, das senkrecht starten und landen kann ("vertical take off and landing") und damit praktischer ist als ein Hubschrauber, wendiger als ein Flugzeug und schneller als ein Auto.

Das Moller Skycar 2 ist eine Mischung aus rotem Sportwagen und einer Boeing. Bis zu acht Motoren mit jeweils 110 PS sollen dieses Skycar in die Lüfte heben.

Am Boden nur 50 km/h schnell, kann es am Himmel auf über 500 Sachen beschleunigen und mit einer Tankfüllung 1000 Kilometer weit fliegen, träumt Moller.

Seit mehr als 50 Jahren hält der mittlerweile weit über 70 Jahre alte Professor für Aeronautik und Mechanik an seiner Idee fest.

Über 100 Millionen Dollar hat er angeblich schon investiert, ...

... tausende von Zeichnungen gemacht, hunderte von Modellen gebaut. Aber eben nur Modelle. Auch der Jungfernflug ist Jahrzehnte her und bewegte die unbemannte Untertasse nur ein paar Meter über den Boden.

Zielführender scheint hier doch das schon erwähnte Prinzip der weiten Flügel. Darauf setzt auch die US-Firma "Terrafugia".

Mit ihrem Flugauto "Transition" haben sie bereits 2009 ein Modell erfolgreich in die Luft geschickt. Ein 104 PS starker Benziner sorgt für eine maximale Geschwindigkeit von 185 km/h in der Luft und rund 100 km/h auf dem Asphalt.

Bei aller Vision muss Firmenchef Carl Dittrich zugegeben, dass es sich beim Transition nicht um ein Konkurrenzfahrzeug zu herkömmlichen Autos handelt.

Vielmehr besteht der Vorteil darin, dass der Pilot vom Kleinflughafen direkt vor die Haustür fahren kann.

Indirekt stimmt er damit Paul Moller zu, der mit Blick auf diese Gefährte bemerkte: "Das sind alles Flugzeuge, die nur ihre Flügel einklappen und dann auf Autorädern dahin rollen können."

Stimmt, aber das Prinzip gibt den Erfindern bei Terrafugia im Augenblick recht.

Deshalb wird es wohl auch in Europa angewendet. In der Slowakei hat das Aeromobil 2.5 vor einiger Zeit seine Jungfernfahrt absolviert.

Nach rund 20 Jahren Entwicklungszeit ist der ehemalige Designer Stefan Klein, der unter anderem für Audi, BMW und Volkwagen tätig war, erstmals mit seinem fliegenden Fahrzeug durch die Lüfte geschwebt. Nicht hoch, nicht weit, aber immerhin.

Das einer metallischen Libelle ähnelnde Fahrzeug verfügt über einklappbare Flügel und wiegt dank Karbon-Karosserie gerade einmal 450 Kilo. Zum Vergleich: Ein Smart Fortwo bringt exakt das Doppelte auf die Waage.

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, Gefährte in die Luft zu befördern: Rotoren wie bei einem Hubschrauber, wie hier beim PAL-V.

Das dreirädrige "Auto" soll ab 2015 an Serienkunden ausgeliefert werden. Aber wirklich visionär wirkt das "Personal Air and Land Vehicle" nicht.

Wenn schon fahren und fliegen, dann wie auf diesem Bild. Ist natürlich nur eine Computergrafik.

Ebenfalls bis dato nur am Computer entstanden ist der TF-X von der schon erwähnten Firma Terrafugia.

Ursprünglich war die Studie mit weiten Flügeln und Rotor auf dem Dach ausgestattet. Eine Kombination, die einen Straßeneinsatz absolut unmöglich gemacht hätte.

Die neue Idee geht von schwenkbaren Rotoren aus, die das Gefährt ohne Anlauf in die Lüfte heben sollen.

Dank zweier Hochleistungsbatterien und Plug-in-Hybrid-Antrieb können laut Hersteller Entfernungen von über 800 Kilometern bewältigt werden.

Bisher gab es zwar noch keine praktischen Versuche und so räumt Terrafugia ein, dass die Entwicklung noch mindestens zehn bis zwölf Jahre dauern kann.

Abwegig ist diese Technologie hingegen nicht. Die Technik der Kipprotoren findet bei der Marine bereits mit dem V-22 Osprey ("Fischadler") seinen Einsatz.

Das sogenannte Wandelflugzeug startet senkrecht von Schiffen und bewegt sich dann waagerecht fort.

Aerodynamisch scheint es beim TF-X unmöglich, dass sich der Viersitzer mit seinen kurzen Stummelflügeln überhaupt in der Luft hält. Das ist aber kein Problem, beteuern die Ingenieure. Man darf gespannt sein.

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