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Mittwoch, 11. Juli 2018

83 Millionen mehr pro Jahr: 7.635.250.000 Menschen leben auf der Erde

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Die Menschheit wächst und wächst. Jährlich kommen ... (Foto: dpa)

Die Menschheit wächst und wächst. Jährlich kommen ...

Die Menschheit wächst und wächst. Jährlich kommen ...

... derzeit etwa 83 Millionen Erdenbürger hinzu, in jeder Sekunde sind es durchschnittlich 2,6 ...

... und in jeder Minute 156 mehr. Seit 31. Oktober 2011 bevölkern erstmals ...

... mehr als sieben Milliarden Frauen, Männer und Kinder die Erde.

Im Jahr 1999 war der sechsmilliardste Erdenbürger begrüßt worden - eine Milliarde mehr in etwa zwölf Jahren. Diese große Zahl macht nicht nur Freude.

Die weltweite Bevölkerungsentwicklung wird oft "Explosion" genannt und löst diverse Ängste aus. In vielen Regionen der Erde ist es bereits jetzt eng - und es wird noch enger.

In Asien, wo die Bevölkerungsdichte im Vergleich der Kontinente bei Weitem am größten ist, kommen schon jetzt 145,1 Menschen auf einen Quadratkilometer - in Europa sind es nur etwa 33,5, in Afrika 42,4. (Quelle: Statista)

Im Durchschnitt lag die Bevölkerungsdichte weltweit im Jahr 2017 bei 58 Einwohnern pro Quadratkilometer. Für 2100 wird eine Dichte von 86 Einwohnern pro Quadratkilometer prognostiziert. (Quelle: Statista)

Besonders stark wächst die Bevölkerung in Afrika, wo sie sich von heute rund 1,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich rund 2,5 Milliarden im Jahr 2050 fast verdoppeln wird. (Quelle: Deutsche Stiftung Weltbevölkerung, DSW)

Anders dargestellt: Wenn die Welt heute ein Dorf mit 100 Einwohnern wäre, wären davon 60 Asiaten, 16 Afrikaner und 10 Europäer. Die Zahl der Dorfbewohner ...

... würde bis zum Jahr 2050 auf 131 Menschen steigen. Davon wären 70 Asiaten, 34 Afrikaner und 10 Europäer. (Quelle: DSW)

Experten befürchten einen Kampf um knapper werdende Ressourcen wie Wasser, Energie und Nahrung.

Andere - die Optimisten - meinen, dass die Welt sehr viel aushalten kann, und warnen vor Panikmache.

Im Lauf der Menschheitsgeschichte hat sich das Wachstumstempo enorm gesteigert: ...

... Zu Beginn unserer Zeitrechnung vor etwa 2000 Jahren gab es rund 300 Millionen Menschen. Vor 1000 Jahren war die Weltbevölkerung laut UNO-Schätzung auf 310 Millionen Menschen angewachsen.

Nach dem Stillstand im ersten Jahrtausend unserer Zeit begann im Hochmittelalter ein Bevölkerungswachstum, ...

... das im Spätmittelalter jedoch durch Seuchen wie die Pest ...

... oder die Pocken Einbrüche erlebte.

Um 1500 haben nach UN-Schätzungen etwa 500 Millionen Menschen auf der Erde gelebt.

Im 18. Jahrhundert stieg das weltweite Bevölkerungswachstum dauerhaft an.

Im Jahr 1804 wurde dann die erste Milliarde erreicht.

Durch technischen und medizinischen Fortschritt und allgemein steigenden Wohlstand ging es danach rasant aufwärts mit den Bevölkerungszahlen.

Im 20. Jahrhundert hat sich die Weltbevölkerung vervielfacht, von zwei Milliarden im Jahr 1927 …

… auf über fünf Milliarden 1987. Die Grenze wurde offiziell am 11. Juli 1987 überschritten, ...

... daher wurde der 11. Juli zum Internationalen Weltbevölkerungstag erklärt.

Im Jahr 1999 lebten schließlich sechs Milliarden Menschen auf der Erde.

Im noch recht jungen 21. Jahrhundert kam nun also schon wieder eine Milliarde hinzu, in nur etwa 12 Jahren.

Mit weiteren Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung sind die Experten inzwischen ähnlich vorsichtig wie bei längerfristigen Wettervorhersagen.

Denn wie es sich weiter entwickeln wird, ist schwer zu sagen - es gibt eine Vielzahl von Unsicherheits-Faktoren wie Infektionskrankheiten, Epidemien oder Kriege.

Auch der wissenschaftliche Fortschritt und politische Veränderungen können einen deutlichen Einfluss auf die Geburtenrate haben, ob nach oben oder nach unten.

Allgemein wird erwartet, dass sich das Bevölkerungswachstum abschwächt: Die UN-Prognosen für das Jahr 2050 ...

... reichen von 8 bis 10,5 Milliarden. In einer Hochrechnung vom 22. Juni 2017 geht die Uno von rund 9,8 Milliarden Menschen im Jahr 2050 aus.

Insgesamt könnte die Zahl der Menschen bis zum Jahr 2100 gar auf bis zu 15,8 Milliarden steigen - dies ist allerdings ...

... die Obergrenze in einer Abschätzung der Vereinten Nationen. Eher wahrscheinlich sind etwa 11,2 Milliarden.

Sicher ist, dass sich die Gewichte zwischen den Kontinenten verschieben werden, ...

... denn angetrieben wird das Wachstum vor allem von den hohen Geburtenraten in Asien und Afrika.

In Europa wird hingegen mit einem Rückgang von derzeit 742 Millionen Menschen (Juli 2015) auf rund 646 Millionen Menschen im Jahr 2100 gerechnet.

Bald wird Indien (derzeit 1,339 Milliarden Menschen, Stand 2017) China (1,379 Milliarden, Stand Juli 2017) als bevölkerungsreichstes Land der Welt ablösen.

Und es wird laut Uno damit gerechnet, dass die Bevölkerung in Afrika von heute rund 1,2 Milliarden auf fast 4,4 Milliarden Menschen im Jahr 2100 steigt.

Dies bedeutet auch, dass sich die Machtverhältnisse zwischen den Kontinenten verändern werden.

Mit der Zahl an Menschen wächst natürlich auch der Bedarf an Land, an Wohnraum, an Lebensmitteln, an Energie.

Befürchtet wird, dass der Kampf um die Ressourcen immer härter wird.

Viele Experten halten es etwa für möglich, dass es zwischen Nachbarstaaten künftig Kriege um Wasser geben wird.

Die Umweltorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) hat ausgerechnet, dass man 2050 eigentlich drei Planeten Erde benötigte, um den Bedarf zu decken, ...

... wenn sich an unseren Gewohnheiten nichts ändert.

Da die Weltbevölkerung zunimmt, ein Ausbau der landwirtschaftlichen Nutzflächen in den meisten Teilen der Welt aber nicht mehr möglich ist, schrumpft das fruchtbare Ackerland pro Kopf.

Besonders gravierend ist die fortschreitende Landknappheit in Afrika.

Zwar wird, global gesehen, ausreichend Nahrung produziert, um alle zu ernähren - 12 Milliarden Menschen ...

... könnten mit den weltweit produzierten Lebensmitteln ernährt werden, erklärte die Chefin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann, im April 2018.

Doch die Verteilung ist äußerst ungleich. Das reichste Fünftel der Weltbevölkerung konsumiert ...

... 16 Mal mehr Nahrung als das ärmste Fünftel. Auch das übt Druck auf die Versorgungslage aus.

Zudem wird, vor allem in den großen Industrienationen, immer noch viel zu viel weggeworfen - und nicht alles davon ...

... ist verdorben. Rund ein Drittel der weltweit für den Verzehr gedachten Lebensmittel landet Schätzungen zufolge im Abfall, in Industrieländern ist es sogar etwa die Hälfte.

In Europa landen laut EU-Kommission jedes Jahr fast 90 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll! Jeder EU-Bürger wirft demnach pro Jahr durchschnittlich 179 Kilogramm Obst, Gemüse, Fleisch und andere Nahrungsmittel ungegessen in die Tonne.

Dabei kommt der größte Anteil nicht aus der Gastronomie (die trägt nur 14 Prozent bei), sondern aus den privaten Haushalten: 42 Prozent aller weggeworfenen Lebensmittel gehen auf ihr Konto, und zwar hauptsächlich wegen schlechter Einkaufsplanung und falscher Lagerung.

Nur 5 Prozent landen bei den Einzelhändlern im Müll, ...

... aber 39 Prozent bereits bei den Herstellern: wegen Überproduktion ...

... oder falscher Lagerung, aber auch wegen unseres Perfektionswahns: viele Tomaten oder Kartoffeln kommen gar nicht erst in den Handel, ...

... da ihre Form oder Farbe nicht den Ansprüchen der Händler - oder der Käufer - genügen. (im Bild:"Tomatina" im spanischen Buñol, wo tonnenweise überreife Tomaten als Wurfgeschosse dienen)

So pflügen Bauern einen Teil der Ernte unter, weil die Früchte "Makel" an der Oberfläche oder in der Form haben.

Weltweit wandern jedes Jahr rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel in den Müll, schätzt die Welternährungsorganisation FAO. Gleichzeitig hungert eine Milliarde Menschen.

Nicht nur die Lebensmittel selbst werden verschwendet: Ein Viertel des weltweiten Wasserverbrauchs wird für den Anbau von Lebensmitteln verwendet, die später auf den Müll geworfen werden.

Ein weiteres großes Verschwendungsproblem ist der Beifang bei der Fischerei: Ein großer Teil der Fische und Meerestiere, die in die Netze der Fischindustrie gehen, ...

... sind sogenannter Beifang. Große Teile werden als toter Müll noch auf See über Bord geworfen. (im Bild: Schollen, Krebse, Seesterne und anderes Meeresgetier als Beifang auf einem Nordsee-Krabbenkutter)

Entmutigende Zahlen, könnte man meinen. Doch es gibt auch Lösungsansätze, und derer gar nicht wenige.

Produktivitätssteigerung gehört dazu, ...

... auch die effizientere Nutzung von Ressourcen ...

... oder eine bessere Verwertungskette in der Landwirtschaft, um die Verluste gering zu halten.

Auf der anderen Seite, um eine ungehemmte Bevölkerungsentwicklung einzudämmen: Sexualkunde und eine bessere Aufklärung zur Verhütung. Laut DSW kann ...

... "in Afrika südlich der Sahara jede zweite Frau nicht verhüten, obwohl sie das möchte, und bekommt somit mehr Kinder, als sie sich wünscht". Das sagte ...

... DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr anlässlich des Weltbevölkerungstags 2018. "Das liegt vor allem daran, dass es an Aufklärung und Verhütung mangelt und dass Frauen nicht gleichberechtigt sind. Dabei ist Familienplanung ein Menschenrecht. Bereits vor 50 Jahren gestanden die Vereinten Nationen jedem Menschen das Recht zu, ...

... frei und eigenverantwortlich über die Anzahl seiner Kinder und den Zeitpunkt ihrer Geburt zu entscheiden. Es ist ein Skandal, dass dieses Menschenrecht noch immer Millionen Frauen versagt wird. ...

... Wenn alle frei entscheiden könnten, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen, ginge es den Menschen in armen Ländern besser und das jährliche Weltbevölkerungswachstum würde um rund ein Viertel verringert."

Es gibt also keinen Grund zur Panikmache, ...

... aber ein Umdenken ist sehr wohl nötig.

Und zwar im Großen wie im Kleinen, auf staatlicher wie auf persönlicher Ebene.

Denn jeder Einzelne kann sein Handeln beeinflussen und seinen "ökologischen Fußabdruck" verkleinern.

Jeder kann bewusster einkaufen, weniger wegwerfen, unnötigen Verkehr vermeiden, ...

... den Stromverbrauch einschränken, ...

... ressourcenschonender leben.

Denn es wird enger auf der Erde und alle wollen mit. (abe/dpa)

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