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Sonntag, 07. Juli 2013

Touristen statt Taliban: Afghanistans schöne Seiten

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Trotz seiner grandiosen Landschaft kann man Afghanistan wohl zurzeit nicht als Traumreiseziel bezeichnen. (Foto: REUTERS)

Trotz seiner grandiosen Landschaft kann man Afghanistan wohl zurzeit nicht als Traumreiseziel bezeichnen.

Trotz seiner grandiosen Landschaft kann man Afghanistan wohl zurzeit nicht als Traumreiseziel bezeichnen.

Es macht eher Schlagzeilen durch die Auseinandersetzungen mit den Taliban als durch Tourismus. Im Land waren jahrelang im Rahmen des ISAF-Einsatzes ...

... zehntausende NATO- und US-geführte Soldaten stationiert. Auch die Bundeswehr war vor Ort, um gegen die Gewalt und die Angriffe durch Aufständische zu kämpfen. Im Juni 2013 gab die ISAF die Sicherheitsverantwortung an die afghanische Regierung zurück. Sicher ist es dort trotzdem nicht, die Anschläge gehen weiter.

All das schreckt Touristen selbstredend eher ab. Die Regierung in Kabul hatte sich daher schon vor einiger Zeit die Entwicklung des Tourismus in den nächsten Jahren als offizielles Ziel gesetzt. Als die größte Herausforderung sieht sie dabei - natürlich - die Sicherheitslage.

Das Tourismusministerium hofft, dass bei mehr Sicherheit, bei guten Straßen und Hotels wieder mehr Touristen kommen ...

... und "Afghanistan mit seiner herrlichen Landschaft, seinem angenehmen Klima und seiner reichen Kultur ein perfektes Reiseziel sein wird." (Bauer in Bamijan bei der Düngung seines Feldes)

Das Land zog bereits vor Jahrzehnten, in den 1960er- und 70er-Jahren, viele Touristen an. Vor allem Hippies und Rucksacktouristen kamen - wegen der Landschaft, aber auch wegen der günstigen Drogen.

Kabul lag auf dem so genannten "Hippie Trail" von Europa nach Südasien. Die Strecke verlief etwa über Istanbul, Teheran, Kabul und Peshawar mit den Endzielen Goa oder Kathmandu. (Straßenszene in Kabul 1961)

Doch spätestens die sowjetische Besatzung Afghanistans (1979 bis 1989) ...

... und der folgende Bürgerkrieg, in dem sich 1996 die Taliban durchsetzten, machte dem ein Ende. Seitdem kampft eine US-geführte Koalition gegen aufständischen Taliban.

Die wenigen Reisenden, die sich heute nach Afghanistan trauen, schwärmen – vor allem von der Gegend um Bamijan.

Diese Region erlangte eher traurige Berühmtheit, da sich dort die riesigen Sandsteinklippen befinden, in denen einst ...

... 1500 Jahre alte Buddhastatuen standen - bis die Taliban sie im Jahr 2001 in die Luft sprengten. (Im Bild: Warnflagge vor Minenfeld nahe der Klippen)

Heute ist die Provinz Bamijan fast eine friedliche Oase. Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Hasaras – schiitische Moslems, die die Taliban verachten. Sie hoffen auf eine Rückkehr der Touristen als Devisenbringer.

Die Überreste der gesprengten Buddha-Figuren (im Bild eine der beiden erhalten gebliebenen) ...

... wurden bereits 2003 zum Weltkulturerbe erklärt.

Auch für die tiefblauen Seen des Band-e-Amir-Gebietes im Hindukusch hat die Regierung die entsprechende Anerkennung beantragt. Sie bekamen im April 2009 bereits den Status eines Nationalparks - und sind damit der erste Nationalpark Afghanistans.

Die Region um die Band-e-Amir-Seen wird auch als "Afghanistans Grand Canyon" bezeichnet.

Ein Touristenzentrum wurde bereits eröffnet, eine Karte mit Sehenswürdigkeiten soll es auch bald geben. (Im Bild: Tretboote an einem See in Band-e-Amir)

Nun müssen nur noch die Touristen kommen.

Ein Kabuler Reiseveranstalter hofft dafür auf mehr Sicherheit: "Touristen können uns nicht die Sicherheit bringen. Es ist eine stabile Sicherheitslage, die mehr Touristen bringt." (abe)

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