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Freitag, 27. Mai 2011

AF447: "Haben keine gültigen Angaben mehr": Dreieinhalb Minuten Absturz

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Endlich wird bekannt, was sich in den letzten Minuten im Cockpit der Maschine abspielte, die Pfingsten 2009 über dem Atlantik abstürzte. (Foto: picture alliance / dpa)

Endlich wird bekannt, was sich in den letzten Minuten im Cockpit der Maschine abspielte, die Pfingsten 2009 über dem Atlantik abstürzte.

Endlich wird bekannt, was sich in den letzten Minuten im Cockpit der Maschine abspielte, die Pfingsten 2009 über dem Atlantik abstürzte.

Falsche Geschwindigkeitsanzeigen haben die Piloten des Todesflugs Rio-Paris vor zwei Jahren in die Irre geführt.

Der Absturz der Air-France-Maschine mit 228 Menschen an Bord dauerte nur dreieinhalb Minuten.

Dies geht aus dem Zwischenbericht hervor, den die Unfallermittlungsbehörde BEA veröffentlicht. Mit einer Bewertung hält sie sich allerdings vorerst zurück.

Der Zwischenbericht der Unfallermittler soll nur die Umstände des Unfalls verdeutlichen. Ob es sich also um einen Pilotenfehler handelte, wie die Zeitung "Le Figaro" berichtet, ist weiterhin unklar.

Der Flugzeughersteller Airbus nennt den Bericht "einen wichtigen Schritt zur Klärung der gesamten Kette von Ereignissen".

Der Bericht fasst erste Ergebnisse der Auswertung der Flugschreiber zusammen und dokumentiert erstmals die Gespräche im Cockpit kurz vor der Katastrophe.

"Wir haben keine gültigen Angaben mehr", sind die letzten Worte des Piloten, die der Flugschreiber aufzeichnet.

Die Air-France-Maschine mit der Flugnummer AF447 stürzt am 1. Juni 2009 auf dem Nachtflug von Rio nach Paris in einer Unwetterzone ab.

Alle 228 Menschen an Bord kommen ums Leben, unter ihnen 28 Deutsche.

Erst fünf Tage nach dem Verschwinden der Maschine stößt die brasilianische Marine auf die ersten Wrackteile ...

… und Leichen in den Weiten des Atlantiks.

"Wir fahren durch ein Meer von Trümmern", beschreibt ein Besatzungsmitglied eines brasilianischen Marine-Schiffes die Situation auf hoher See im Atlantik.

Schon 2009 heißt es, dass die letzten technischen Meldungen des Airbus darauf hindeuten, dass das Flugzeug Probleme mit den Geschwindigkeitsmessern hatte.

Monate vor dem Absturz hat Air France Piloten zudem vor Problemen mit den Geschwindigkeitsmessern bei diesem Flugzeugtyp gewarnt.

Die Flugschreiber werden nach mehreren aufwendigen Such-Aktionen erst 2011 gefunden.

Laut BEA-Bericht befand sich der Pilot kurz vor Beginn der Probleme in der Ruhephase, einer der beiden Co-Piloten hatte das Steuer übernommen.

Wenig später informiert dieser Co-Pilot die Flugbegleiter, dass die Maschine durch eine turbulente Zone fliegen würde. "Ich rufe dich zurück, sobald wir wieder draußen sind", sagt er.

Der Co-Pilot steuert die Maschine leicht nach links, um den Turbulenzen auszuweichen. Der Autopilot schaltet sich ab. Der Co-Pilot bestätigt, dass er nun die Steuerung übernehme. In diesem Moment fangen die Probleme an: ...

Das Flugzeug beginnt nach rechts abzukippen, und der Co-Pilot zieht es nach links hoch. Der Geschwindigkeitsmesser zeigt einen dramatischen Tempoverlust von etwa 509 auf nur noch 111 Kilometer je Stunde an. Der Abfall der Geschwindigkeit wird knapp eine Minute später auch auf einem zweiten Messgerät angezeigt.

Der zweite Co-Pilot versucht mehrfach, den Flugzeugkapitän ins Cockpit zurückzurufen. Das Flugzeug steigt unterdessen immer weiter nach oben und schwankt stark. Der Co-Pilot drückt den Steuerknüppel eine halbe Minute lang bis zum linken Anschlag. Als der Pilot im Cockpit ist, stellt er fest: "Wir haben keine gültigen Angaben mehr".

Daraufhin zieht der Co-Pilot das Flugzeug nach unten. Der Pilot greift seinerseits zum Steuerknüppel und der Co-Pilot überlässt ihm die Steuerung mit den Worten: "Mach du". Die letzten Aufzeichnungen vermerken eine Absturzgeschwindigkeit von etwa 200 Stundenkilometern. Der Absturz dauert insgesamt dreieinhalb Minuten.

Die Unfallermittler betonen, dass die Besatzung des Cockpits den Regeln entsprochen habe. Tatsächlich sind Ruhepausen für Piloten vorgesehen. Der Pilot sei eineinhalb Minuten nach Abschalten des Autopiloten wieder im Cockpit gewesen.

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