Die Menschenrechte: "Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet ..."
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"Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: ...Bild 1 von 73 'Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.'Bild 2 von 73 Mehrere Millionen solcher Menschen sitzen in Gefängnissen ...Bild 3 von 73 ... und ihre Zahl wächst."Bild 4 von 73 Peter Benenson, Gründer der Menschenrechtsorganisation amnesty international, schrieb dies im Jahr 1961.Bild 5 von 73 Bis heute hat sich nur wenig geändert.Bild 6 von 73 Nach wie vor werden weltweit Minderheiten und Andersdenkende verfolgt, inhaftiert, gefoltert oder getötet.Bild 7 von 73 Kaum ein Land, in dem die Menschenrechte nicht verletzt werden, ...Bild 8 von 73 ... auch die westlichen Demokratien bieten keinen absoluten Schutz.Bild 9 von 73 Dabei klang die Verkündung der Menschenrechtsresolution vor 60 Jahren, im Dezember 1948, so hoffnungsvoll: "Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person", heißt es dort zum Beispiel.Bild 10 von 73 Und weiter: "Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden."Bild 11 von 73 Dann gibt es noch 28 andere Punkte, zum Recht auf Gedanken-, Gewissen- und Religionsfreiheit, zur Gleichstellung der Frau, zum Schutz der Familie, des Eigentums und einiges mehr.Bild 12 von 73 Die Diskrepanz zwischen guten Worten und Taten ist aber auch in der Menschenrechtspolitik ausgeprägt. Die Listen der weltweiten Menschenrechtsverletzungen, die NGOs in regelmäßigen Abständen vorlegen, sind immer noch lang:Bild 13 von 73 Deutlich zeigt sich dies bei der Todesstrafe. Weltweit sitzen mehr als 20.000 Menschen im Todestrakt.Bild 14 von 73 2008 wurden laut amnesty international mindestens 2390 Menschen hingerichtet und 8864 zum Tode verurteilt. (Im Bild: Chinesische Todeskandidaten auf dem Weg zu einer Massenexekution)Bild 15 von 73 Dabei ist davon auszugehen, dass die tatsächlichen Zahlen wesentlich höher sind. Allein in China gehen Menschenrechtler von 7.000 bis 8.000 Exekutionen aus.Bild 16 von 73 Über 90 Prozent der Hinrichtungen finden in China, Iran, Pakistan, Irak, Saudi-Arabien, Sudan und den USA statt.Bild 17 von 73 Im Iran werden auch Kinder und Jugendliche trotz völkerrechtlichen Verbots hingerichtet. Obwohl Internationale Menschenrechtsverträge es verbieten, sind 2008 acht Minderjährige im Iran exekutiert worden.Bild 18 von 73 Die Gründe, die zur Tötung durch den Staat führen, sind vielfältig und manchmal banal: Homosexualität in Saudi-Arabien, Handtaschenraub in China, ...Bild 19 von 73 ... Drogenhandel in Südostasien.Bild 20 von 73 Weltweit halten insgesamt noch 59 Staaten an der Todesstrafe fest.Bild 21 von 73 Laut amnesty international liegen aus mehr als 150 Ländern Berichte über Folterungen oder Misshandlungen durch Angehörige staatlicher Stellen vor. In über 70 Ländern wird systematisch gefoltert.Bild 22 von 73 Dabei ist Folter kein Phänomen von Diktaturen. (Im Bild: Ein Folter-Raum der Franco-Diktatur)Bild 23 von 73 Vielmehr gibt es sie auf jedem Kontinent, unabhängig von der Regierungsform.Bild 24 von 73 Bekannteste Industrienation: die USA, wo es in den Bush-Jahren Folterungen, wie das sogenannte Waterboarding gab.Bild 25 von 73 Gängige Praxis ist die Folter auch in zahlreichen anderen Ländern, von China über den Iran, Usbekistan, Birma bis hin zu Ägypten.Bild 26 von 73 Aber auch Europa ist nicht ganz unbeteiligt.Bild 27 von 73 So ist Deutschland einer der größten Exporteure von Elektroschockern. Amnesty International dokumentierte 2007 87 Länder, in denen die Geräte zur Folterung von Gefangenen missbraucht werden.Bild 28 von 73 Der Kurde Nedim Baran erinnert sich: "Die Schmerzen sind extrem. Man hat das Gefühl die Augen kommen heraus und das Hirn auch. Man denkt, der Kopf platzt. Man denkt nur noch an seinen Tod." (Im Bild ein Kadett 1992 in Peru, der mit Elektroschocks gefoltert wird)Bild 29 von 73 Laut amnesty international sind Elektroschocks zu einer Standardfolter geworden.Bild 30 von 73 Die Menschenrechtsorganisation spricht von einem Trend. Elektroschockwaffen würden für Misshandlungen und Folter genutzt, weil sie keine Spuren hinterlassen.Bild 31 von 73 Und dann gibt es noch die "Globalisierung der Menschenrechtsverletzungen", die sich laut amnesty international nirgendwo deutlicher zeigt als in der Praxis der "außerordentlichen Überstellungen".Bild 32 von 73 "In den zurückliegenden Jahren sind Hunderte Menschen von den USA und ihren Verbündeten in Länder wie Syrien, Jordanien und Ägypten verbracht worden, ...Bild 33 von 73 ... denen dort Folterungen, Misshandlungen und das 'Verschwindenlassen' drohten", beklagte noch 2007 Irene Khan, Generalsekretärin von amnesty international.Bild 34 von 73 Die Internationale Schutztruppe ISAF unterstützt laut amnesty international ebenfalls indirekt Folter. Die Kritik: Verdächtige, die den afghanischen Behörden übergeben werden, droht die Folter.Bild 35 von 73 Auch wenn die Sklaverei in den meisten Ländern seit Jahrhunderten abgeschafft ist, blüht der Menschenhandel nach wie vor:Bild 36 von 73 Zwei Millionen Menschen sind die Opfer, größtenteils Mädchen und Frauen aus Zentral- und Osteuropa, Asien, Westafrika, Lateinamerika sowie aus der Karibik.Bild 37 von 73 Vor allem Westeuropa, Asien und Nordamerika profitieren von dem schwunghaften Handel.Bild 38 von 73 Frauen und Kinder leiden auch am meisten unter bewaffneten Konflikten. Nach Expertenschätzungen sind bis zu 80 Prozent der Opfer kriegerischer Auseinandersetzungen Zivilisten.Bild 39 von 73 Deutlich zeigt sich dies im Sudan, wo Gewalt gegen Frauen Teil der Kriegsführung ist. Seit Ausbruch der Darfur-Krise 2003 wurden dort zehntausende Frauen und Mädchen Opfer von Vergewaltigungen und anderen sexuellen Verbrechen.Bild 40 von 73 Auch in Burundi sowie in etlichen anderen afrikanischen Staaten sind Vergewaltigungen weitverbreitet. Geahndet werden sie nur in den seltensten Fällen.Bild 41 von 73 Doch ist Gewalt gegen Frauen nicht auf den afrikanischen Kontinent beschränkt. Vielmehr ist sie laut amnesty "in allen Gesellschaften und über alle Kontinente hinweg eines der gravierendsten Menschenrechtsprobleme der heutigen Zeit ...Bild 42 von 73 ... Straffreiheit, Gleichgültigkeit und Ungleichbehandlung sind allesamt Faktoren, die der Gewalt gegen Frauen Vorschub leisten."Bild 43 von 73 In Afghanistan werden Frauen ermordet, die sich dafür einsetzen, dass Mädchen zur Schule gehen können.Bild 44 von 73 In Guatemala sind seit 2000 mehr als 4000 Frauen ermordet worden, ohne dass die Behörden konsequent die Verbrechen ahnden.Bild 45 von 73 In Peru sterben tausende Mütter und Kinder, verursacht durch die Diskriminierung von Frauen im Gesundheitswesen.Bild 46 von 73 Nach wie vor werden in afrikanischen Staaten Frauen an Genitalien beschnitten.Bild 47 von 73 Frauen und Mädchen in Asien werden Opfer von Säureanschlägen, ohne dass dies zu strafrechtlichen Verfolgungen führt.Bild 48 von 73 "Der 'Krieg gegen den Terror' verschlingt Milliarden US-Dollar, wo aber bleibt der politische Wille und das Geld, um den sexuellen Terror gegen Frauen zu bekämpfen?...Bild 49 von 73 ... Die Apartheid in Südafrika wurde weltweit aufs Schärfste verurteilt, Empörung über die in einigen Ländern des Erdballs noch immer praktizierte Geschlechterapartheid ist hingegen kaum zu vernehmen", so Irene Khan.Bild 50 von 73 Besonders der "Krieg gegen den Terror" hat in den vergangenen Jahren zu massiven Einschränkungen der Menschenrechte geführt.Bild 51 von 73 Regierungen nutzen die Furcht vor Terrorismus gezielt, um die Sicherheitspolitik zu verschärfen. Auf der Strecke bleiben dabei nicht selten Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte.Bild 52 von 73 Seit dem 11. September 2001 wurden in vielen westlichen Staaten die Menschenrechte eingeschränkt, Einwanderungsgesetze verschärft, vor allem Araber, Südostasiaten und Muslime misstrauisch beäugt und diskriminiert.Bild 53 von 73 Führend ist hier die US-Administration, die laut amnesty "die Welt als einziges großes Schlachtfeld" behandelt.Bild 54 von 73 "Sie lässt Menschen entführen, inhaftieren oder foltern, entweder durch ihre eigenen Mitarbeiter oder mit Unterstützung so unterschiedlicher Staaten wie Afghanistan, Gambia, Pakistan und Jordanien."Bild 55 von 73 Schon 1987 sagte Richter William J.Brennan, Mitglied des Obersten Gerichtshofs der USA: "Immer wenn eine als Bedrohung der Sicherheit empfundene Situation beigelegt war, haben die Vereinten Staaten reumütig erkannt, ...Bild 56 von 73 .. dass die Einschränkung bürgerlicher Freiheiten völlig überflüssig gewesen ist. Doch mit der nächsten Krise sind sie wieder in die gleichen Fehler verfallen."Bild 57 von 73 Der "Krieg gegen den Terror" ist auch in Russland ein willkommener Vorwand für eine immer autoritärere Politik.Bild 58 von 73 Die "Schwarzen", Kaukasier, werden häufig zum Opfer rassistischer Übergriffe - meist geduldet oder gar unterstützt von staatlicher Seite.Bild 59 von 73 Die Gesellschaft für russisch-tschetschenische Freundschaft, eine nichtstaatliche Organisation, die Menschenrechtsverstöße in Tschetschenien aufdeckte, wurde inzwischen verboten.Bild 60 von 73 Möglich wurde dies mit Hilfe eines Gesetzes, mit dem der Kreml die Finanzierung und Arbeit von NGOs ins Visier nahm.Bild 61 von 73 Auch Dutzende andere Länder versuchen, die Arbeit unabhängiger Menschenrechtler zu verhindern.Bild 62 von 73 Ob Kolumbien, Weißrussland, Kuba, Usbekistan oder Birma (im Bild) - überall werden Menschenrechtsverteidiger als subversiv diffamiert und müssen mit Prozessen, Haftstrafen oder "plötzlichem Verschwinden" rechnen.Bild 63 von 73 Neben Menschenrechtlern werden auch weltweit immer wieder Journalisten und Schriftsteller Opfer staatlicher Verfolgung. (Im Bild: Michel Kilo, ein syrischer Schriftsteller und Demokrat. Er wurde zu drei Jahren Haft verurteilt wegen "Schwächung der nationalen Moral".)Bild 64 von 73 Allein im Jahr 2008 starben laut Reporter ohne Grenzen 60 Journalisten - nur wenige Morde werden aufgeklärt. (Im Bild: Die 2006 ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja)Bild 65 von 73 Im Laufe des Jahres 2008 wurden 673 Journalisten festgenommen, weitere 929 erlitten Gewalt und 29 waren Opfer von Entführungen.Bild 66 von 73 Staaten wie China, Ägypten, Tunesien und Weißrussland überwachen Chaträume, entfernen Blogs, schränken Suchmaschinen ein, sperren Websites - mit Unterstützung führender Unternehmen der Informationstechnologie, so amnesty.Bild 67 von 73 Besonders China tut sich hier unrühmlich hervor - ...Bild 68 von 73 ... trotz seines Versprechens bei der Olympiakandidatur, Menschenrechte künftig mehr zu achten.Bild 69 von 73 Dank des Systems "Umerziehung durch Arbeit" können Behörden Personen ohne Anklageerhebung oder Prozess in Haft nehmen.Bild 70 von 73 Laut Amnesty befinden sich in ganz China Hunderttausende Menschen in Hafteinrichtungen der "Umerziehung durch Arbeit", wo sie misshandelt oder gefoltert werden können.Bild 71 von 73 Zum Festakt anlässlich des 60. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte forderten NGOs von der internationalen Gemeinschaft, eindeutig auf der Einhaltung der Menschenrechte zu bestehen - weltweit.Bild 72 von 73 Denn nach wie vor finden sich Tag für Tag Meldung aus irgendeinem Teil der Welt: "Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden ..." (Text: Gudula Hörr)Bild 73 von 73
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