Berlin Alexanderplatz: Ein Mythos wird wiederbelebt
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Es gibt Hoffnung für den Berliner Alexanderplatz.Bild 1 von 80 Noch pfeift ein scharfer Wind um die Kaufhäuser, die vielen Baustellen stören, doch noch in diesem Jahr könnte der große zentrale Platz im Ostteil der Hauptstadt ...Bild 2 von 80 ... sein Schmuddel-Image abstreifen.Bild 3 von 80 Im Sommer 2007 soll der "Alex" wieder etwas an den Mythos vergangener Tage anknüpfen. Seit 2004 haben private Investoren und der Senat mehr als 700 Millionen Euro investiert.Bild 4 von 80 Noch prägen Kräne den Himmel über dem Platz.Bild 5 von 80 Doch viele der Baumaschinen des vergangenen Sommers haben den Alexanderplatz wieder verlassen. Die neuen U-Bahneingänge sind bereits fertig.Bild 6 von 80 Der Berliner Stadtsoziologe Hartmut Häußermann sieht nach den Millionen-Investitionen der vergangenen Jahre Zukunft für den Alex: "Der Platz hat ein großes Potenzial. Für Berliner und für Touristen."Bild 7 von 80 Häußermann, Professor an der nahen Humboldt-Universität, sieht in seiner Fantasie bereits Cafétische auf dem Platz stehen. Er stellt sich Sportler, Spaziergänger oder Einkäufer dort vor ...Bild 8 von 80 ... - und junge Leute, die sich wie früher an der Weltzeituhr treffen.Bild 9 von 80 Und doch ist der hübschere Alexanderplatz vielleicht auch nur ein Provisorium. Denn bis 2013 könnten rund um den Platz Hochhäuser entstehen. Doch dieses "Manhattan" soll nur gebaut werden, wenn sich das für die Investoren wirtschaftlich trägt.Bild 10 von 80 Und das kann dauern - bei der wirtschaftlichen Struktur der deutschen Hauptstadt.Bild 11 von 80 Doch der Alex soll wieder ein Ort zum Verweilen werden, wie zum Beispiel 1887, als es noch einen Wochenmarkt auf dem Platz gab.Bild 12 von 80 1903 sah der Platz dann so aus.Bild 13 von 80 Und 1930 so.Bild 14 von 80 1945 lag auch der Alexanderplatz in Trümmern.Bild 15 von 80 1959 war zwar ein Teil der zerstörten Gebäude wiederhergestellt, doch der Vorzeigeplatz in der damaligen DDR-Hauptstadt sah noch etwas trist aus.Bild 16 von 80 Später wurde der Platz bunter und lebendiger. Der "Brunnen der Völkerfreundschaft", 1970 im Zuge der Neugestaltung des Alexanderplatzes aufgestellt, wurde wegen der zu DDR-Zeiten vor dem Interhotel auf Devisen-Freier wartenden käuflichen Mädchen im Volksmund "Nuttenbrosche" genannt.Bild 17 von 80 Die ehemalige Grenze zum Westteil der Stadt verläuft nicht allzu weit vom Alex entfernt. Über die Jannowitzbrücke, die hier die Spree überquert, sind es bis zum ehemaligen Grenzübergang Heinrich-Heine-Straße nur zehn Minuten zu Fuß (Foto von 1962).Bild 18 von 80 1990 fiel auch hier die berühmt-berüchtigte "Mauer" ...Bild 19 von 80 ... wie auch an Berlins bekanntestem Wahrzeichen, dem Brandenburger Tor. Auch das ist nicht allzu weit vom Alex entfernt. Auf geradem Weg, immer "Unter den Linden" entlang, kommt man vom Alex direkt zum Brandenburger Tor.Bild 20 von 80 Der Alexanderplatz ist eng verbunden mit Berlins wechselvoller Geschichte. In seinen 200 Jahren erlebte er drei Revolutionen: Die Märzrevolution von 1848, ...Bild 21 von 80 ... die Novemberrevolution 1918/19, und ...Bild 22 von 80 ... am 4. November 1989 wehte auch über den Alexanderplatz der Wind des Wandels.Bild 23 von 80 Am 1. Juli 1990, als die D-Mark den Osten erreichte, öffnete eine Bank auf dem Alexanderplatz als einzige bereits um Mitternacht ihre Pforten.Bild 24 von 80 Von Anbeginn siedelten Behörden, Ministerien und Unternehmen sich rings um den Platz an.Bild 25 von 80 Weithin sichtbar ist der Berliner Fernsehturm. Das mit 368 Metern höchste Bauwerk Deutschlands begrenzt den Alex auf der westlichen Seite. In der Kugel befinden sich eine Aussichtsplattform und ein Restaurant. Ihm gegenüber steht auf der Ostseite das Park Inn Hotel, das zu DDR-Zeiten "Hotel Stadt Berlin" hieß.Bild 26 von 80 Hier befindet sich Berlins mit 153 Metern höchstgelegene Sonnenterrasse, die einen atemberaubenden Blick über die Stadt bietet.Bild 27 von 80 Ebenfalls in luftiger Höhe, nämlich 127 Meter hoch, hat im Hotel das Casino Berlin sein Domizil gefunden.Bild 28 von 80 Zurück auf dem Boden, hält der Alex eine weitere Sehenswürdigkeit bereit: die Weltzeituhr. Der Metallbauer Hans-Joachim Kunsch hat vor über 35 Jahren das Äußere nach einem Entwurf eines Industriedesigners gefertigt. 1997 wurde die "Rendezvous"-Uhr generalüberholt.Bild 29 von 80 Der Alex soll wieder ein Platz zum Verweilen werden. Nach der Wende roch es am Alex schnell nach Bratwurst und Chinapfanne. Billigbuden standen schief auf provisorischen Teerstreifen, am Brunnen saßen Punks mit ihren Hunden oder Trinker mit ihren Flaschen.Bild 30 von 80 Der Platz hatte das Flair seiner Vergangenheit, die der Maler Heinrich Zille oder der Schriftsteller und Arzt Alfred Döblin meisterhaft einfingen, verloren. 1980 verfilmte Rainer Werner Fassbinder Döblins Roman "Berlin Alexanderplatz".Bild 31 von 80 Im ehemaligen Palast der Republik inszenierte Frank Castorf 2005 das Theaterstück "Berlin Alexanderplatz" nach dem 1929 erschienenen Döblin-Roman, ...Bild 32 von 80 ... während der Abriss des "Palastes des Volkes" voranschreitet.Bild 33 von 80 Vom Alex ist es nur ein Katzensprung bis zu diesem Platz, der heute Schlossplatz heißt, weil dort das Berliner Schloss der preußischen Könige und deutschen Kaiser stand.Bild 34 von 80 Vor der Wende hieß er Marx-Engels-Platz. Marx und Engels stehen noch.Bild 35 von 80 Von "Erichs Lampenladen", wie die Berliner das Bauwerk wegen seiner vielen Lampen im Inneren nannten, steht heute allerdings nur noch ein Gerippe.Bild 36 von 80 Das Haus war asbestbelastet. Ob das der einzige "belastende" Grund war, sei dahingestellt, tagte dort doch auch die Volkskammer der DDR. Allerdings war der Palast mit seinen Restaurants und Konzertsälen auch Besuchermagnet.Bild 37 von 80 Verlässt man den Alex in Richtung Nordosten, kommt man ...Bild 38 von 80 ... in das Szene-Viertel Prenzlauer Berg.Bild 39 von 80 Richtung Südosten nimmt vom Alex die einstige Prachtstraße der DDR, die Karl-Marx-Allee, ihren Anfang.Bild 40 von 80 Früher hieß sie Stalin-Allee. Ihre "Zuckerbäcker"-Bauten stehen unter Denkmalschutz.Bild 41 von 80 Gebäude aus DDR-Zeiten am Alex wie das Haus des Lehrers mit dem Womacka-Mosaik oder die kleine Kongresshalle sind liebevoll saniert worden.Bild 42 von 80 Der gesamte Gebäudekomplex steht unter Denkmalschutz. In der Kongresshalle ...Bild 43 von 80 ... ist seit 2003 das Berliner Congress Center (BCC) beheimatet.Bild 44 von 80 Berlin ist eine weltoffene Stadt. Das sieht man auch auf dem Alex, ...Bild 45 von 80 ... auf dem es mitunter Umarmungen auch kostenlos gibt ...Bild 46 von 80 ... oder Brandenburger Ritter ihr Anliegen kundtun.Bild 47 von 80 Natürlich war auch das Olympische Feuer schon hier.Bild 48 von 80 Mitunter verkleidet sich sogar der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, um auf dem Alex Berlins Gastfreundschaft zu demonstrieren.Bild 49 von 80 Apropos Demonstrationen: Der Alex ist bei Demonstranten aller Coleur sehr beliebt.Bild 50 von 80 Ob es für Hanf ist ...Bild 51 von 80 ... oder für mehr Toleranz von Nicht-Hundebesitzern gegenüber den vierbeinigen Berlinern, ...Bild 52 von 80 ... die leider zu oft auf Berlins Gehwegen etwas fallen lassen.Bild 53 von 80 Demonstriert wird auf dem Alexanderplatz mal für mehr Arbeit, ...Bild 54 von 80 ... für mehr Herz und weniger Hartz, ...Bild 55 von 80 ... mal gegen den Irak-Krieg ...Bild 56 von 80 ... oder für Frieden im Nahen Osten, ...Bild 57 von 80 ... mal für unser aller Klima.Bild 58 von 80 Es demonstrieren Linke ...Bild 59 von 80 ... und leider ...Bild 60 von 80 ... auch Rechte auf dem Alex.Bild 61 von 80 Gegen braune Gesinnung ziehen die Berliner vereint auf den Platz.Bild 62 von 80 Der zentrale Platz im Herzen der Stadt ist natürlich auch Verkehrsknotenpunkt. Mehr als 120.000 Menschen steigen hier täglich ein oder um.Bild 63 von 80 Der S-Bahnhof Alexanderplatz präsentiert sich inzwischen umgebaut und neu gestaltet. Nun halten hier außer den S-Bahnen auch wieder Regionalzüge und u.a. die U-Bahn-Linie 8, die vor der Wende den Osten nur hinter zugemauerten Eingängen unterquerte.Bild 64 von 80 Seit den 1960er Jahren ist der gesamte Platz den Fußgängern vorbehalten. Täglich besuchen ihn mehr als 300.000 Menschen.Bild 65 von 80 Erst seit den Jahren nach der Wende wird der Alex wieder von Straßenbahnen befahren. Der Autoverkehr wird nach wie vor über mehrspurige Straßen um den Platz herumgeführt.Bild 66 von 80 2007 wird eine zweite Straßenbahn-Trasse über den Alex führen.Bild 67 von 80 Auch unterirdisch ist immer etwas los "auf" dem Alex. Kunstinstallationen, ...Bild 68 von 80 ... manchmal auch Modeschauen, erfreuen die Fahrgäste der U-Bahnlinie 2.Bild 69 von 80 1940, nachdem die ersten Kriegsbomben auf die Stadt fielen, wurden in Berlin über 500 Bunker gebaut, auch unter dem Alexanderplatz. Es gibt Pläne, sie zu Tiefgaragen umzubauen und so das leidige Parkplatzproblem am Alex zu lösen.Bild 70 von 80 Wasser gibt's oberirdisch nicht nur direkt auf dem Alex aus der zuvor schon erwähnten "Nuttenbrosche", sondern auch ...Bild 71 von 80 ... hinter dem S-Bahnhof am Fuße des Fernsehturms aus dem "Neptunbrunnen".Bild 72 von 80 Wo Wasser ist, ist auch Strand: Zwar nur aufgeschüttet, aber die Beach-Volleyballer stören sich nicht daran.Bild 73 von 80 Gute Figur machen auch die hellen Fassaden auf dem Alex.Bild 74 von 80 Nach den Wende musste das Kaufhaus mit dem Charme des alten Centrum-Warenhauses vorlieb nehmen.Bild 75 von 80 Jetzt mausert sich der außen und innen völlig neu gestaltete Kaufhof zum "KaDeO" als Pendant zum "KaDeWe" auf dem Ku'damm.Bild 76 von 80 Der Wandel des Platzes, der vor 200 Jahren nach dem russischen Zaren Alexander benannt worden war, ist überall zu spüren.Bild 77 von 80 Im Plattenbau residiert mit dem "Weekend" ein Szeneclub für die Nacht. Noch im Bau ist das Einkaufszentrum "Alexa" mit 180 Läden und 17 Restaurants, das im Sommer öffnen will.Bild 78 von 80 Obendrein will ein spanischer Investor das DDR-Gesundheitsministerium nahe dem Roten Rathaus abreißen lassen und in den kommenden Jahren ein modernes 1000-Zimmer-Hotel errichten. Es wäre neben dem gut gebuchten Park Inn das zweite Hotel auf dem Alex.Bild 79 von 80 Der Alexanderplatz gilt heute als der mit Abstand monumentalste innerstädtische Platz in Deutschland. (Fotos: AP, dpa, Senat, Wikipedia) (Stand: Januar 2007)Bild 80 von 80