Das 400. Abrafaxe-MOSAIK: Eine Comic-Erfolgsgeschichte
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400 Hefte! 400 Monate Abenteuer rund um die Welt. In allen Epochen und Ländern. Neben berühmten Persönlichkeiten der Geschichte und beliebten Spaßmachern. Immer auf der Seite der Unterdrückten und Entrechteten.Bild 1 von 44 Die Abrafaxe feiern mit ihrer Jubiläumsausgabe eine Geschichte, die in Deutschland wohl einzigartig ist.Bild 2 von 44 Das "Licht der Welt" erblickten die drei Kobolde - Abrax, Brabax und Califax - im Herbst 1975 auf dem Rücktitel des DDR-Comics "Mosaik" - eine Ankündigung der kommenden Abenteuer, die mit dem Januar-Heft 1976 begannen.Bild 3 von 44 Dabei ist die Geschichte des "Mosaik" viel länger: Bereits in den 50er Jahren suchten die DDR-Oberen nach einer sozialistischen Antwort auf die als "Schund" angesehenen West-Comics wie "Micky-Maus".Bild 4 von 44 Ein glücklicher Zufall war es, dass Grafiker Hannes Hegen (eigentlich Johannes Hegenbarth) gleichzeitig einem Verlagsdirektor seine Pläne für eine Bildergeschichte vorlegte. Diese sollte nun umgesetzt werden.Bild 5 von 44 Mit zwei Freunden machte sich Hegen an die Arbeit und so erschien am 23. Dezember 1955 das erste "Mosaik"-Heft. Die drei Helden hießen damals allerdings Dig, Dag und Digedag. Die Digedags waren so beliebt, weil sie keine sozialistische Propaganda verbreiteten, ...Bild 6 von 44 ... sondern die Leser rund um die Welt und in die unterschiedlichsten Epochen führten - das Heft ging weg wie warme Semmeln, und noch heute erleben die Digedags in Form von Reprint-Büchern immer neue Auflagen.Bild 7 von 44 Partei und Jugendorganisation übten jedoch scharfe Kritik an Hegen. Immer wieder wurde versucht, das Heft einzustellen. Doch Hegen war als Urheber der Digedags unantastbar. Zudem war der Verlag auf die Einkünfte angewiesen.Bild 8 von 44 1975 hatte Hegen genug von den ständigen Repressalien. Er kündigte den Vertrag und die Reise der Digedags war zu Ende.Bild 9 von 44 Jedoch einigte man sich darauf, den Titel "Mosaik" weiterführen zu dürfen. Der langjährige "Mosaik"-Autor Lothar Dräger (im Bild) erdachte sich daraufhin drei neue Helden für das Heft:Bild 10 von 44 Die Abrafaxe waren geboren. Für die grafische Umsetzung sorgte schließlich Chefzeichnerin Lona Rietschel.Bild 11 von 44 So blickten im Januar 1976 drei koboldartige Wesen mit einer riesigen Muskete vom Titel der DDR-Bildergeschichte (der Begriff Comic galt als westlich und verderbt und wurde deshalb nicht benutzt).Bild 12 von 44 Die unterschiedlichen Temperamente und Charaktere der Abrafaxe ergänzen sich bei ihren Abenteuern stets bestens:Bild 13 von 44 Der blonde Abrax ist ein Draufgänger. Schnelle Aktionen und beherztes Handeln sind seine Stärken.Bild 14 von 44 Er ist Praktiker und so löst er Probleme meistens durch körperlichen Einsatz. Abrax ist überall rechtzeitig zur Stelle, wo ein Verbrechen zu verhindern und damit ein Leben zu retten ist.Bild 15 von 44 Der rothaarige Brabax ist ein genialer Denker und gilt als der klügste der Abrafaxe. Schnelles Auffassungsvermögen und analytisches Denken lassen ihn in den meisten Situationen eine angemessene ...Bild 16 von 44 ... und oft auch überraschende Lösung finden. Er ist wissensdurstig und will den Dingen stets auf den Grund gehen.Bild 17 von 44 Der kleine rundliche Califax hat im Gegensatz zu seinen Freunden keine großen Ambitionen, Heldentaten zu vollbringen. Er sorgt sich eher um die regelmäßige Verpflegung. Probleme geht er immer locker an.Bild 18 von 44 Außerdem ist Califax ein begnadeter Koch und der "Medizinmann" der Abrafaxe - sein Rosmarin-Extrakt ist legendär und half schon unzähligen Menschen und Tieren wieder auf die Beine.Bild 19 von 44 200 Millionen Hefte wurden nach Angaben des Mosaik Steinchen für Steinchen Verlags (Berlin) bis heute gedruckt.Bild 20 von 44 Zu DDR-Zeiten lag die Auflage bei bis zu einer Million pro Monat - und war trotzdem immer vergriffen.Bild 21 von 44 Alte Hefte wurden zu Höchstpreisen gehandelt. Auch heute ist die Zeitschrift mit einer Auflage um die 100.000 der auflagenstärkste deutsche Comic.Bild 22 von 44 Dabei war es ein kleines Wunder, dass die drei Kobolde und ihre Macher die schwierige Wende-Zeit überlebten, ...Bild 23 von 44 ... sie standen vor dem wirtschaftlichen Ruin.Bild 24 von 44 Doch der Westberliner Werbefachmann Klaus D. Schleiter rettete das Heft buchstäblich in letzter Sekunde und ...Bild 25 von 44 ... etablierte es mit einem eigens gegründeten Verlag auf dem deutschen Markt.Bild 26 von 44 Dabei war das Erfolgsrezept des Heftes simpel: Während seine Leser hinter der Mauer weitgehend eingesperrt waren, erkundeten die Abrafaxe ferne Länder. Ein Konzept, das auch nach der Wende noch aufging.Bild 27 von 44 Abrax, Brabax und Califax treffen zum Beispiel in Spanien auf Don Quixote und Sancho Pansa, werden im Himalaya von einem Yeti gefangen, lernen in China den berühmten Handelsreisenden Marco Polo kennen, ...Bild 28 von 44 ... geraten im Mittelalter in die Auseinandersetzungen zwischen Kaiser Barbarossa und Heinrich dem Löwen, ...Bild 29 von 44 ... machen im antiken Griechenland die Bekanntschaft von Sokrates und Perikles und treffen im alten Ägypten auf Königin Nofretete.Bild 30 von 44 Außerdem haben die Helden auch schon mit dem Freibeuter Sir Francis Drake die Weltmeere befahren und an einem Rennen rund um die Welt teilgenommen.Bild 31 von 44 Seit August 1992 begleitet eine punkige Ratte die Abrafaxe.Bild 32 von 44 Die Tradition der humanistischen, gewaltfreien Comicerzählungen wurde bis heute bewahrt. Die Abrafaxe kennen keine Angst vor "großen Tieren" und wollen denen, die Unrecht erleiden, zu ihrem Recht verhelfen.Bild 33 von 44 "Es gibt selten auf dem deutschen Markt solche Comics, die die junge wie die alte Generation einbeziehen und Spannung ohne Gewalt einbringen", so ein Mosaik-Leser.Bild 34 von 44 Der Erfolg der Abrafaxe ist aber nicht nur auf die spannenden und lustigen Geschichten zurückzuführen.Bild 35 von 44 Die Abenteuer geben auch authentische Einblicke in fremde Kulturen und ihre Geschichte.Bild 36 von 44 Für die Autoren - damals wie heute - ein enormer Rechercheaufwand.Bild 37 von 44 Viele Schüler dürften ihr historisches Wissen über Kreuzfahrer und Mittelalter, Ägypten und Griechenland, über Alexander den Großen, Assyrien, Japan und China bei den Abrafaxen erlernt haben, nicht aus den Lehrbüchern.Bild 38 von 44 Ein Konzept, das nicht nur in Deutschland Erfolge feiert.Bild 39 von 44 In 20 Ländern der Welt wird das "Mosaik" gelesen - etwa in Portugal, China, Griechenland und Russland. Boris Jelzin und Bill Clinton haben nachweislich das Heft gelesen.Bild 40 von 44 In Deutschland ist der Osten noch immer ihre Domäne. Zwei Drittel der bundesweit verkauften Hefte werden in den neuen Bundesländern gelesen.Bild 41 von 44 | Foto: Markus LippoldUnd immer wieder wird der Wunsch geäußert, die Abrafaxe mögen doch auch einmal die DDR erkunden.Bild 42 von 44 Doch das lehnen die Macher, die die bunten Bilder noch immer mit der Hand und nicht am Computer zeichnen, ab.Bild 43 von 44 "Das ist nicht möglich, weil wir diese Zeit ja selbst erlebt haben", sagt der künstlerische Leiter Jörg Reuter. (Fotos: Mosaik Steinchen für Steinchen Verlag Berlin, dpa)Bild 44 von 44
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