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Mittwoch, 10. Oktober 2007

10. Oktober 2007: Eva Herman fliegt bei Johannes B. Kerner raus

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Danke für den Geschichtsunterricht!

Danke für den Geschichtsunterricht!

Danke für den Geschichtsunterricht!

Also, nicht danke an Eva Herman, die mal wieder so einiges durcheinanderbrachte und quasi Äpfel mit Birnen verglich, ...

.... sondern danke für den Geschichtsunterricht insofern, als dass der Fernsehzuschauer mal wieder erleben durfte, dass Fernsehen - auch in den Öffentlich-Rechtlichen - doch nicht so statisch ist wie befürchtet.

Johannes B. Kerner, sonst eher der Meister des sanften, massierenden, fast möchte man sagen einschläfernden Talks, hat bewiesen, dass er mehr kann als über Gott und die Welt zu palavern.

Er kann moderieren. Nachdem er Frau Herman ca. 50 Minuten Zeit seiner Sendung geopfert hatte, um herauszufinden, "was Eva Herman wirklich denkt", entschloss er sich zu handeln: ...

... "Als ich gemerkt habe, dass sie ihre missverständlichen Äußerungen nicht aufklären kann, habe ich sie freundlich verabschiedet."

Recht so, Johannes! Denn sonst wären auch die anderen Gäste gegangen, allen voran Margarethe Schreinemakers, der das Entsetzen bisweilen so ins Gesicht geschrieben stand, dass man um ihre Gesichtsfarbe fürchten musste.

An dieser Stelle sollte man sich aber auch nochmal ganz herzlich bei der ARD bedanken, die den Zuschauer in ihrem Teletext zur rechten Zeit überhaupt erst darauf aufmerksam gemacht hat, ...

... dass zeitgleich zu Maischbergers Talk der anscheinend unendlich viel spannendere Talk bei JBK abzulaufen schien. Danke nochmal!

So jedenfalls wird das nichts mehr mit der Eva im deutschen Fernsehen: Der Eklat der Sendung hat bewiesen, dass die Dame nichts dazugelernt bzw. noch nie etwas gelernt hat.

Vielleicht sollte sie ihre Zukunft in der Politik suchen - noch nie hat eine "Journalistin" so ausweichend, schwammig und faselnd auf wirklich klare Fragen eines Kollegen geantwortet.

Die frühere "Tagesschau"-Sprecherin sagte unter anderem, sie habe keine Fehler gemacht und sich auch nicht missverständlich über die Familienpolitik in der Nazi-Zeit geäußert. Sie warf der Presse vor, sie falsch zitiert zu haben.

Und damit kommen wir auch auf den eingangs zitierten Satz "Danke für den Geschichtsunterricht" zurück, den sie recht schmallippig und bereits leicht lädiert dem Historiker Professor Wolfgang Wippermann, der als Experte in die Sendung geladen war, entgegenschleuderte.

Mit dem Professor wollte Herman gar nicht mehr sprechen. Er sagte nach der Sendung: "Als sie (Herman) plötzlich über Autobahnen bei Hitler sprach, war das Gejohle im Publikum groß. ...

... Dabei gerät sie mit ihrer Terminologie in eine problematische Ecke."

Und noch nie war man so dankbar über Margarethe Schreinemakers Anwesenheit in einer Sendung: "Bisher dachte ich immer, sie habe sich nur missverständlich geäußert", so die irritierte Ex-Talkmasterin.

Doch nun habe Herman "mit weiteren Argumenten ihre Positionen bewahrt, die ich in keiner Weise nachvollziehen kann".

Man sah den beiden Frauen in der Runde (Senta Berger war noch da) an, wie unwohl sie sich in der Gegenwart ihrer Geschlechtgenossin fühlten.

Frau Berger wollte dem Argument Hermans: "Der notwendigen Entnazifizierung durch die 68er als Folgereaktion sei auch die Wertschätzung für die Familie weitgehend zum Opfer gefallen", gerne entgegensetzen, dass ...

... es heute ein emanzipiertes Nebeneinander und nicht Gegeneinander von Mann und Frau gebe. Für fundierte Argumente dieser und anderer Art war Frau Herman jedoch nicht zu haben.

Sie beharrte starr auf ihrer Argumentation, fast schon so, dass man sich Sorgen um ihre psychische Gesundheit machen sollte.

Nur nochmal zur Verdeutlichung: Johannes B. Kerner hat Frau Herman wirklich jede Möglichkeit gegeben, sich von ihren "unglücklich formulierten" Äußerungen zu distanzieren. Sie hätte sagen können: "Ja, gut, ich habe mich blöd ausgedrückt, es tut mir leid!".

Statt dessen jedoch beharrte sie darauf, dass sie keine Fehler gemacht und sich auch nicht missverständlich über die Familienpolitik der Nazis geäußert habe.

Sie betonte mehrfach, dass der Sender RTL Bänder einer Pressekonferenz einbehalten hätte, mit denen sie ihre Unschuld beweisen könne. (Auf dem Foto mit Ex-Kollegin Bettina Tietjen)

Herman verteidigte ihre NS-Äußerungen und erklärte, ein solcher Vergleich sei nötig, wenn man erklären wolle, warum Familienwerte verloren gegangen seien. (Ein Foto aus der Zeit, in der sie noch anderweitig auf sich aufmerksam machte.)

Komiker Mario Barth, der zugegebenermaßen nicht so viel zum Thema beizutragen hatte, brachte es jedoch auf den Punkt: "Du hast bis jetzt nicht gesagt, die Äußerung ist wirklich kacke gewesen".

Ja, so eine "kacke Äußerung" hätte der Eva vielleicht ihren Allerwertesten gerettet, aber nachdem dann auch JBK unwohl wurde, sagte er abschließend und gerade noch rechtzeitig, bevor die anderen Gäste das Studio verlassen hätten: ...

... "Das ist auch für mich nicht leicht zu ertragen!" und zog die Konsequenz: "Ich habe mir Gedanken gemacht, wie es weitergeht. ... Ich entscheide mich für die anderen drei Gäste und verabschiede mich von Eva Herman." (Fotos: ap/dpa)

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