Kunstvolle Flugfiguren sind schön anzusehen und versetzen Zuschauer ins Staunen.Bild 1 von 19 Aber die wenigen Sekunden, die solch eine Figur dauert, sind auch gefährlich. Immer wieder passieren bei Flugschauen schwere Unfälle.Bild 2 von 19 Zuletzt am 26. April 2008, als ein Agrarflugzeug in einen Verkaufsstand in Eisenach rast. Zwei Menschen sterben, 15 werden verletzt.Bild 3 von 19 Der folgenschwerste Flugtag der deutschen Geschichte ereignet sich jedoch 1988 in Ramstein. Zum Zeitpunkt der Katastrophe sind rund 350.000 Besucher auf dem Gelände.Bild 4 von 19 Es ist der 28. August um 15.44 Uhr, als kurz vor Ende des Flugshowtages drei Militärflugzeuge der italienischen Kunstflugstafel Frecce Tricolori zusammenprallen.Bild 5 von 19 Der Zusammenstoß ereignet sich während der kunstvollen Figur "Durchstoßenes Herz" in circa 50 Metern Flughöhe und rund 300 Metern vor den Zuschauern.Bild 6 von 19 Ein brennendes Flugzeug stürzt in die Zuschauermenge. 70 Menschen (67 Besucher sowie die drei Piloten) kommen bei dem Unglück ums Leben. 345 werden schwer verletzt, weitere 655 "leicht".Bild 7 von 19 Am Flugtag 1988 auf dem US-Fliegerhorst im rheinland-pfälzischen Ramstein-Miesenbach bei Kaiserslautern starten am 28. August die Flugstaffeln Patrouille de France, Asas de Portugal, Vikings (Deutschland) und als letzte die Frecce Tricolori aus Italien.Bild 8 von 19 Seit 1953 veranstalteten die US-Amerikaner jedes Jahr einen "Tag der offenen Tür" in Ramstein, an dem sich Deutsche und Amerikaner begegnen konnten. Gleichzeitig wollten die USA an einem solchen Tag ihre militärische Stärke demonstrieren.Bild 9 von 19 Der Pilot Ivo Nutarelli erreicht ungefähr vier Sekunden zu früh, außerdem zu nah und in zu tiefer Flugbahn, den Kreuzungspunkt der Flugfigur. Aus diesem Grund kollidiert das Flugzeug vom Typ Aermacchi MB 339 mit einem Flugzeug der von links kommenden Fünferformation.Bild 10 von 19 Ein weiteres Flugzeug wird mitgerissen. Beide Flugzeuge der Fünferformation zerschellen parallel zur Start- und Landebahn. Das Soloflugzeug von Nutarelli behält seinen Kurs bei und geht 50 Meter vor der Zuschauerabsperrung zu Boden und explodiert.Bild 11 von 19 Die restlichen, zum Teil beschädigten Maschinen sammeln sich über der Airbase - manche rauchen - und landen anschließend auf dem benachbarten Flugplatz Sembach. Denn die ursprüngliche Start- und Landebahn ist mit Wrackteilen übersät.Bild 12 von 19 Von den insgesamt 1000 Verletzten werden 450 in 46 Krankenhäusern in Deutschland und in einer Spezialklinik in Frankreich versorgt. Das US-Militär meldet keine Toten. Allerdings wird diese Angabe bezweifelt, da Augenzuegen auch von toten US-Soldaten berichten.Bild 13 von 19 Im Bericht des Untersuchungsausschusses des Bundestages heißt es, dass der Flugunfall "ausschließlich auf eine Fehleinschätzung des äußerst erfahrenen und voll einsatzfähigen Solopiloten zurückzuführen" sei, also menschliches Versagen.Bild 14 von 19 Nach Ramstein wird erstmals eine Nachsorgegruppe eingeführt, in der Opfer, Hinterbliebene und Helfer versuchen, die Erlebnisse gemeinsam zu verarbeiten. Daran anlehnend entwickelt sich ein neues Notarztsystem. Krisenintervention und Notfallseelsorge entstehen.Bild 15 von 19 Kunstflugvorführungen werden erst 1991 unter strengen Sicherheitsauflagen wieder erlaubt. Zukünftig müssen unter anderem eine Mindestflughöhe und der Mindestabstand zum Publikum gewahrt werden.Bild 16 von 19 Desweiteren dürfen keine Manöver über oder in Richtung der Zuschauermenge geflogen werden. Erstmals zur ILA 2000 in Berlin fliegt wieder eine militärische Kunstflugstaffel auf Düsenflugzeugen in Deutschland.Bild 17 von 19 Am 28. August jährt sich die Ramstein-Katastrophe - die das Leben unzähliger Familien schlagartig veränderte - zum 20. Mal. Viele Opfer dieser Katastrophe fordern heute noch Schadensersatz und Schmerzensgeld.Bild 18 von 19 "Man kann das Unglück nicht vergessen", sagt Heiner Seidlitz, Leiter und Mitgründer der Nachsorgegruppe der Ramstein-Betroffenen. Auch, wenn einige gelernt haben, damit zu leben, "am Jahrestag reißt die Wunde immer wieder auf." (Alle Bilder: dpa, Reuters, AP)Bild 19 von 19