Es gibt Bilder, die jeder kennt: ...Bild 1 von 51 ... Das vietnamesische Mädchen Kim Phuc, ...Bild 2 von 51 ... das nach einem Napalmangriff 1972 nackt aus seinem Dorf rennt.Bild 3 von 51 Das Foto von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der vor dem Mannesmann-Prozess 2004 die Hand zum Siegeszeichen hebt.Bild 4 von 51 Die Fernsehaufnahmen von den einstürzenden Türmen des World Trade Center am 11. September 2001.Bild 5 von 51 Gemeinsam haben solche Bilder, dass sie mehr sagen als viele Worte.Bild 6 von 51 Dass sie sich eingebrannt haben in unser Gedächtnis und vielfältige Inhalte wachrufen.Bild 7 von 51 Und dass kaum jemandem bewusst ist, wie sie entstanden sind und wie sie wirken.Bild 8 von 51 Erschütternd sind diese Bilder vor allem deshalb, weil sie beim Betrachter die Reaktion des "Es-ist-so-gewesen" erzeugen, wie es der französische Philosoph Roland Barthes ausdrückt.Bild 9 von 51 Dieses "Es-ist-so-gewesen" entsteht durch die Beziehung zwischen dem Foto und dem Objekt, das es darstellt. So wie es auch keinen Rauch ohne Feuer gibt, gibt es auch kein Foto, ohne dass die Situation wirklich stattgefunden hat.Bild 10 von 51 Das ist der große Unterschied zur Malerei: Hier kann der Maler auf die Leinwand bringen, was nur in seinem Kopf und nicht in der Realität existiert.Bild 11 von 51 Ganz anders beim Foto: Das Verhältnis zwischen Foto und Objekt ist kausaler Natur. Genau wie ein Handabdruck nicht ohne das Aufdrücken einer echten Hand entstehen kann, gibt es kein Foto, wenn nicht die Situation so da gewesen wäre. Genau hier liegt die Macht des Fotos.Bild 12 von 51 Wegen der Macht von Foto und Fernsehen wird es nach Überzeugung von Experten immer wichtiger, die Entstehungsgeschichte von Bildern zu kennen. (Foto: Roberto Begnini bei seinem Oscar-Gewinn 1999 für "Das Leben ist schön")Bild 13 von 51 Die Politik-Didaktikerin Anja Besand forderte bei einer Fachtagung der Konrad-Adenauer-Stiftung in Wesseling bei Köln, im Umgang mit Bildern keine anderen Maßstäbe anzulegen als bei Texten: ... (Foto: Gwyneth Paltrow bei der selben Veranstaltung)Bild 14 von 51 ... "Auch hier brauchen wir die Quellen, und wir brauchen die Autoren." (Foto: Nicole Richie und Paris Hilton, mit der beliebtesten Foto-Geste, dem Victory-Zeichen).Bild 15 von 51 "Wir müssen den Entstehungskontext eines Bildes befragen", fordert der Historiker Gerhard Paul. (Foto: Lord Snowdon fotografierte Lady Di 1984 mit Baby Henry)Bild 16 von 51 Und Dietmar Schiller vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) weist darauf hin, dass es im Fernsehen die Bilder sind, die haften bleiben: "Sie haben einen Eigensinn, den man nicht unterschätzen darf."Bild 17 von 51 Paul hat sich intensiv mit der Geschichte des Fotos von Kim Phuc aus dem Vietnamkrieg beschäftigt und kommt zu dem Schluss, dass es für ganz unterschiedliche Zwecke benutzt wurde. (Foto: Kim Phucs Eltern)Bild 18 von 51 Bilder verdichteten Erinnerung, und sie könnten Erinnerung aktivieren, so Paul. (Foto: Kim Phuc mit Mann und Sohn)Bild 19 von 51 "Aber was genau präzise sie abrufen, welche inhaltlichen Prozesse dabei ablaufen, das wissen wir überhaupt nicht."Bild 20 von 51 Um Bilder verstehen zu können, müsse man die Quellen unter die Lupe nehmen - wer sie gemacht habe, wo und unter welchen Umständen.Bild 21 von 51 Ebenso wichtig sei es, mit kunsthistorischen Methoden die Wirkung auf den Betrachter zu ergründen. (Foto: Yoko Ono hat John Lennons Brille aufgenommen, nachdem er 1980 vor dem Dakota-Building in New York umgebracht wurde.)Bild 22 von 51 Ein Beispiel ist auch das Ackermann-Foto, das dpa-Fotograf Oliver Berg zu Beginn des Mannesmann-Prozesses schoss: ...Bild 23 von 51 ... Breit lächelnd hebt der Bank-Boss die rechte Hand und formt aus Zeige- und Mittelfinger ein V.Bild 24 von 51 Alles, was Kritiker Ackermann vorwarfen, schien durch dieses Bild auf den Punkt gebracht - Siegesgewissheit, Arroganz, Machtbewusstsein.Bild 25 von 51 Dabei sollte die Geste als eine Art ironisches Zitat gemeint sein: "Sie bezog sich auf den Prozess gegen Michael Jackson", erinnert sich Berg.Bild 26 von 51 Der Popstar hatte kurz zuvor das Victory-Zeichen gemacht, als er zu spät zu seinem Verfahren kam, und Ackermann wollte wohl daran erinnern, als der Mannesmann-Prozess mit Verspätung begann.Bild 27 von 51 Diese Details sind wichtig, um das Bild zu verstehen - daran, wie es auf uns wirkt und bis heute verstanden wird, hat sich aber auch durch große Erklärungsversuche wenig geändert.Bild 28 von 51 Das gilt auch für das "World Press Photo" 2006. Das Bild von Spencer Platt zeigt junge Libanesen, die im offenen Cabrio durch einen von Bomben zerstörten Vorort Beiruts fahren.Bild 29 von 51 Wie Kriegstouristen wirken sie, und das wird die erste Assoziation jedes Betrachters bleiben, der nicht weiß, dass die vier Frauen und der Mann nach der Flucht vor den Bombenangriffen an diesem Tag in ihren Heimatort zurückkehrten.Bild 30 von 51 Hinzu kommt, dass Foto und Fernsehen nur scheinbar einen Augenblick objektiv festhalten. (Foto: Charles und Diana 1988)Bild 31 von 51 "Bilder sind wie Texte - gestaltbar und modulierbar", sagt Besand. (Foto: Charles und Diana 1992)Bild 32 von 51 Die Übergänge zwischen dem vorteilhaften Schminken ...Bild 33 von 51 ... und Ausleuchten ...Bild 34 von 51 ... einer Politikerin und dem Retuschieren des fertigen Fotos seien dabei fließend: ...Bild 35 von 51 ... "Der treue Bildglaube früherer Jahre ist stark erschüttert worden."Bild 36 von 51 Fotografen und Kameraleute sollten sich deshalb als Autoren verstehen, die Rechenschaft abzulegen haben über den Kontext ihrer Werke.Bild 37 von 51 Das diene nicht nur der korrekten Interpretation: ...Bild 38 von 51 ... "Als Autorinnen und Autoren von Bildern haben sie einen Ruf zu verlieren."Bild 39 von 51 Und so werden Fotos uns weiterhin darüber informieren, ob einer sich freut, ...Bild 40 von 51 ... traurig ist, ...Bild 41 von 51 ... oder den Stab gern weiter gibt.Bild 42 von 51 Fotos lassen uns rätseln: "Ist es vielleicht doch Liebe gewesen?"Bild 43 von 51 "Was wäre gewesen, wenn?"Bild 44 von 51 Fotos helfen uns, die Erinnerung wach zu halten. Sehr persönliche Erinnerungen, ...Bild 45 von 51 ... oder auch solche Erinnerungen, die späteren Generationen zeigen, ...Bild 46 von 51 ... was nicht wieder passieren darf.Bild 47 von 51 Sie erzählen von den schrecklichen Momenten im Leben, ...Bild 48 von 51 ... sie zeigen, dass Menschen sich schon immer in Gefahr begeben haben ...Bild 49 von 51 ... und sie erzählen von den schönsten Momenten im Leben.Bild 50 von 51 Sehr individuell. (alle Fotos ap und dpa)Bild 51 von 51