Das neue Szene-Wörterbuch: Von "Abhartzen" bis "Zornröschen"
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Falls Sie zu den "Ellis" (also Eltern) gehören, die ihre Kinder nicht verstehen oder wenn Sie ihr altbackenes Deutsch ein wenig "pimpen" (also ihren Wortschatz aufmotzen) möchten, dann sollten Sie unbedingt weiterlesen.Bild 1 von 34 Oder gehören Sie vielleicht zu den "MoF"s (Mensch ohne Freunde) und sind gerade total "gepsycht" (gestresst mit Folgen für die Befindlichkeit) vom "Pärchenterror" einer ...Bild 2 von 34 ... "Fashionista" (sehr modebewussten Frau) und eines ...Bild 3 von 34 ... "Fruppies" (frustrierten Yuppies)? Dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihnen der neue Szene-Duden bessere Laune macht.Bild 4 von 34 Den hat die Duden-Redaktion und die Beratungsfirma Trendbüro gerade "gepimpt". Mit Hilfe von Internetnutzern wurde der zehn Jahre alte Vorgänger aktualisiert.Bild 5 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaDas Szene-Wörterbuch ist ein bisschen so was wie der rebellische kleine Bruder des "normalen" Dudens. Das Nachschlagewerk versteht sich als "Momentaufnahme" des Sprachgebrauchs. Trotzdem gibt es Wörter, die sowohl im "etablierten" als auch im "fancy" (modischen) Duden stehen - zum Beispiel: ...Bild 6 von 34 | Foto: Dudenverlag und Trendbüro... "Abwrackprämie", "Komasaufen", "fremdschämen" oder ...Bild 7 von 34 ... "vorglühen". Im Szene-Duden werden sie aber etwas lockerer erklärt.Bild 8 von 34 Für das "Neue Wörterbuch der Szenesprachen” sind Dudenredaktion und Trendbüro einen neuen Weg der Stichwortsammlung gegangen. Durch das Portal szenesprachenwiki.de hatten Internetnutzer seit März dieses Jahres die Möglichkeit, mit Wortvorschlägen und Kommentaren direkten Einfluss auf das Entstehen dieses Buches zu nehmen.Bild 9 von 34 | Foto: Szenesprachenwiki.deÜber 1700 Wörter wurden dort bislang eingetragen. Und es lohnt sich wirklich, einen Ausflug ins Reich der neuen Wortschöpfungen zu machen. Manche werden Sie kennen, andere werden Ihnen lediglich ein Kopfschütteln entlocken und wieder andere möchten Sie sicher nicht mehr missen.Bild 10 von 34 | Foto: szenesprachenwiki.deVielleicht wohnen Sie ja in "Pregnant Hill" und wissen es noch gar nicht?Bild 11 von 34 Es könnte auch sein, dass Sie ziemlich dämlich aus der Wäsche gucken, wenn man Ihnen einen "Gymnacken" vorstellt.Bild 12 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaDa es sich bei dieser Wortschöpfung um ein Schimpfwort handelt, wäre ein charmantes Verlegenheitslächeln nicht zu empfehlen.Bild 13 von 34 Sollten Ihnen Geschöpfe dieser aufgepumpten, prolligen Spezies über den Weg laufen, können Sie sicher sein, das diese schon einige Besuche zuviel in "Münzmallorca" (Solarium) genossen haben.Bild 14 von 34 Ein "Chickmagnet" ist laut Szenesprachen-Duden ein Mann, der es auf wundersame Weise schafft, Frauen um sich zu scharen.Bild 15 von 34 Ben Becker und seine Frau Anne sind "Mingles" (aus engl. "mixed single"), also Paare, die sich bewusst dazu entschließen, getrennt zu leben, obwohl sie sogar eine Familie sind.Bild 16 von 34 Nach der Schule richtig schön "abhartzen" meint eine Runde faulenzen, herumgammeln.Bild 17 von 34 Schon mal was von "Screenager" oder "Zornröschen" (ein zickiges, beleidigtes Mädchen) gehört?Bild 18 von 34 | Foto: szenesprachenwiki.deBeim Durchklicken der Neologismen fällt auf den ersten Blick auf, dass es nach wie vor Anglizismen sind, die die Jugendsprache zu einem Großteil ausmachen.Bild 19 von 34 Sie können rudimentär eingedeutscht sein, wie zum Beispiel "nailen" oder aber als englisches Wort bestehen bleiben, wie der "Leak" (Leck) - das Veröffentlichen vertraulicher Dokumente.Bild 20 von 34 Beim "Abchecken" der Webseite fällt auch auf: Die große Karriere des Präfixes "ab" ist bis heute nicht beendet.Bild 21 von 34 | Foto: szenesprachenwiki.deErst ist der Jugendliche von heute beim "Abdancen" im Club anzutreffen.Bild 22 von 34 Nimmt er Drogen, die dann nicht wirken, folgt recht schnell der "Abfuck", also etwas, das einen enttäuscht. Wirkt die Pille hingegen, kann der Tänzer "abspacen", um später erschöpft "abzuchillen".Bild 23 von 34 Manche Wörter auf der Webseite sind längst auch aus der Jugendkultur heraus in andere Welten abgewandert, andere sind eine echte Bereicherung für den Alltag: "Crackberry" bezeichnet die Sucht (von Crack) immer erreichbar zu sein (via Blackberry).Bild 24 von 34 "Bankster" sind die bösen Manager von der Börse, die sich fast wie Gangster mit Bonuszahlungen selber belohnt haben.Bild 25 von 34 Mit "youtuben" und "twittern" sind Verben für längst alltägliche Handlungen entstanden, die alle auf Markennamen basieren.Bild 26 von 34 | Foto: szenesprachenwiki.deDie gedruckte Version des Szenesprachen-Dudens stellt in sechs Kapiteln mehr als 700 Begriffe aus verschiedenen Lebenswelten vor. Für die Redaktion war das Auswahlkriterium, "dass die Wörter einerseits verbreitet sind, andererseits noch nicht in traditionellen Wörterbüchern stehen".Bild 27 von 34 | Foto: picture-alliance/ dpaDie Seiten rund ums "Serious Life" versammeln Erscheinungen wie "Bore-Out" (Langeweile im Job, die zu ähnlichen Symptomen wie ein Burn-Out führt), "Futternarkose" (Sättigung nach dem Lunch, die lähmt) oder den "Ökonozid" (Suizid aus ökonomischen Gründen).Bild 28 von 34 Im "Social Life" sind das demnach Begriffe wie "bitchen", "Casual Sex" (zwangloser Sex unter guten Bekannten), "Chatlag" (Mix aus Chat und Jetlag: Überforderung beim Chatten) oder "Egoboost" ("Hochgefühl" des Ichs nach einem Lob oder Kompliment).Bild 29 von 34 Das "Stylelife" ist dagegen etwas für die "Bionadebourgeoisie" (Bio kaufende, grün wählende Szeneviertel-Bewohner) oder "Latte-Macchiato-Mamas" (trendbewusste Mütter).Bild 30 von 34 In der Rubrik "Nightlife" dagegen finden sich "Abflashen" (maßlose Begeisterung für etwas total Tolles) oder "beef" (handfester Streit). Oft begegnet man beim Ausgehen auch "Druffis" (Leuten unter Drogeneinfluss) oder "Gesichtsfasching" (Menschen mit entglittenen Gesichtszügen).Bild 31 von 34 Im Kapitel "Techlife" geht es beispielsweise um "pwnen" (im Gamerbereich bezeichnet es das Besiegen eines Gegners, im echten Leben einen freudigen Ausruf bei einem persönlichen Triumph über jemand anderen, soviel wie "erwischt"). Jemand mit Halbwissen in Sachen Web 2.0 nennt man "E-diot". "Haecksen" sind weibliche Hacker, also Computereindringlinge.Bild 32 von 34 Das "Medialife" hat indes Wörter hervorgebracht wie "Recall" (begehrte Wiedervorladung bei Castingshows), "Jesusphone" (Lästerbegriff für das iPhone, weil Fans der Firma Apple deren Chef Steve Jobs so anhimmeln) oder aber eine Umschreibung für die Gratis-Zeitschrift "Apotheken-Umschau": "Rentner-Bravo".Bild 33 von 34 Sprache lebt und ist ständig im Fluss. So bietet das "Neue Wörterbuch der Szenesprachen” selbstverständlich nur eine Momentaufnahme, ein Stück spannender Gegenwartskultur, und deshalb ist und bleibt das Szenesprachen-Portal weiter online: szenesprachenwiki.de.Bild 34 von 34 | Foto: szenesprachenwiki.de
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