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Montag, 25. Juli 2016

Islamistischer Anschlag vermutet: Attentäter zündet Bombe in Ansbach

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In der Innenstadt von Ansbach gibt es am 24. Juli 2016 gegen 22 Uhr eine Explosion. (Foto: AP)

In der Innenstadt von Ansbach gibt es am 24. Juli 2016 gegen 22 Uhr eine Explosion.

In der Innenstadt von Ansbach gibt es am 24. Juli 2016 gegen 22 Uhr eine Explosion.

Vor einem Weinlokal explodiert eine Bombe. In der Nähe findet ein Musikfestival mit rund 2500 Besuchern statt.

Der Täter wird durch die Explosion getötet, mindestens zwölf Menschen werden verletzt, mehrere von ihnen schwer. Das Zentrum Ansbachs wird weiträumig abgeriegelt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagt, der Täter habe versucht, auf das Festivalgelände zu gelangen. Er sei aber am Eingang abgewiesen worden, weil er keine Eintrittskarte hatte.

Den Sprengsatz hatte der 27-Jährige in einem Rucksack. Die Polizei hat Hinweise darauf, dass die Bombe mit Metallteilen gespickt war.

Es hätten damit noch mehr Menschen getötet werden können, wenn er auf das Festivalgelände gelangt wäre, heißt es.

Auch Spezialkräfte der Polizei sind vor Ort. Insgesamt befinden sich rund 200 Beamte in dem Städtchen.

Der Täter war den Behörden zufolge ein 27-jähriger Syrer, der seit zwei Jahren in Deutschland gelebt hat. Sein Asylantrag war vor einem Jahr abgelehnt worden, er wurde aber geduldet. Allerdings sollte er laut bayerischem Innenministerium nach Bulgarien abgeschoben werden. Einen Termin für die Abschiebung gab es noch nicht.

Der Syrer war wegen Drogen- und Nötigungsdelikten bereits polizeibekannt. Wegen politisch radikaler Ansichten sei er den Behörden bislang noch nicht aufgefallen, so Herrmann.

Der Täter hat demnach früher bereits zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen. Noch sei unklar, ob er nur in Suizidabsicht gehandelt habe oder ob er andere Menschen mit in den Tod habe nehmen wollen.

Er halte aber einen islamistischen Selbstmordanschlag für wahrscheinlich, sagt Herrmann.

Bayerns Justizminister Winfried Bausback geht ebenfalls davon aus, dass der Bombenanschlag das Werk eines islamistischen Selbstmordattentäters ist.

Er teile die Einschätzung seines Kollegen, dass "der islamistische Terror Deutschland erreicht hat", schreibt Bausback auf Facebook.

Konkrete Hinweise dafür, dass der Täter in Verbindung mit der Terrormiliz Islamischer Staat stand, gibt es bisher nicht.

In dieser Asylunterkunft in Ansbach war der Syrer untergebracht.

Dort sucht die Polizei nun nach Hinweisen auf mögliche Tathintergründe.

Von einem Versagen der Stadt will die Oberbürgermeisterin der Stadt, Carda Seidel, allerdings nicht wissen.

Aus ihrer Sicht leiste Ansbach genug, um Flüchtlingen die Integration zu ermöglichen.

Rund 600 Asylbewerber leben laut OB-Seidel in der bayerischen Kleinstadt.

Eigens für die ankommenden Flüchtlinge habe die Stadt das Projekt "Ankommen in Ansbach" entwickelt.

In Form von sieben eineinhalbstündigen Informationsbausteinen würden Flüchtlinge über Recht und Gesetz und die deutsche Gesellschaft informiert, so die Oberbürgermeisterin.

So wisse man in Ansbach, wer mit und neben einem lebe, lobte die parteilose Seidel.

Es ist schon die dritte Bluttat in Bayern innerhalb von nur einer Woche. Vergangenen Montag hatte ein Flüchtling in einem Zug in Würzburg Fahrgäste mit einer Axt angegriffen und teilweise lebensgefährlich verletzt.

Am Freitag war in München ein 18-jähriger Deutsch-Iraner Amok gelaufen. Er ermordete neun Menschen, bevor er sich selbst erschoss.

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