"Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort": Der Fall Uwe Barschel
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"Über diese Ihnen gleich vorzulegenden Eidesstattlichen Versicherungen hinaus gebe ich Ihnen, gebe ich den Bürgerinnen und Bürgern des Landes Schleswig-Holsteins und der gesamten deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort, ich wiederhole: ...Bild 1 von 20 ... Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind." So Uwe Barschel in einer Pressekonferenz am 18. September 1987.Bild 2 von 20 Der Fall hat ein ganzes Land erschüttert und das kleine Schleswig-Holstein in die Weltpresse gebracht: Vor 20 Jahren, am 11. Oktober 1987, fand ein Reporter den früheren Ministerpräsidenten Barschel tot in der Badewanne seines Zimmers im Genfer Hotel "Beau Rivage".Bild 3 von 20 Das Foto mit der bekleideten Leiche des CDU-Politikers ging um den Globus. Hatte er sich das Leben genommen oder wurde er ermordet? Bewiesen ist bis heute weder das eine noch das andere.Bild 4 von 20 Der einstige Chefermittler Heinrich Wille ist mehr denn je von Mord überzeugt. Im Fall Barschel habe es sich offenbar um einen höchst professionellen Mord gehandelt, ...Bild 5 von 20 ... der vermutlich mit Kenntnis staatlicher Stellen vollstreckt worden sei. Es gebe "wohl Wissensträger, sei es im Ausland, sei es im Bereich der CIA". Mit den Mitteln des Rechtsstaats sei der Todesfall Barschel nicht aufklärbar gewesen.Bild 6 von 20 CIA? Tatsächlich uferten die Mordspekulationen häufig in Verschwörungstheorien aus. Dabei ging es um eine angebliche Verwicklung Barschels in internationalen Waffenhandel, die Iran-Contra-Affäre der USA sowie ...Bild 7 von 20 ... Reisen Barschels in die DDR und die Tschechoslowakei. Die üblichen Verdächtigen: CIA, Stasi, KGB und Mossad. Zum Jubiläum präsentierte der "Stern" noch eine Südafrika-Connection um ein U-Boot-Geschäft und Schmiergeld auf CDU-Konten.Bild 8 von 20 Eine häufig angeführte Version basiert darauf, dass sich Barschel in Genf mit Waffenhändlern treffen wollte. Dagegen spricht laut Generalstaatsanwalt Erhard Rex die Zeugenaussage der Mitarbeiterin von der Ferienanlage auf Gran Canaria, ...Bild 9 von 20 ... die Barschels Flug buchte. Ihr zufolge wollte der Politiker nach Zürich. Die Flüge dorthin waren jedoch ausgebucht. Demnach war Genf nur eine Zufallsbuchung.Bild 10 von 20 "Die Frage Mord oder Selbstmord bleibt offen", betont Generalstaatsanwalt Rex. Vielleicht werde sie nie geklärt. Sicher ist, dass Barschel an einer Medikamentenvergiftung starb, ungewiss dagegen, wie es dazu kam.Bild 11 von 20 Die Witwe und die ganze Familie sind weiterhin von einem Mord überzeugt. Ein schlüssiges Motiv und einen Täter konnte allerdings niemand liefern. 1998 musste Oberstaatsanwalt Wille seine Ermittlungen einstellen - mangels Erfolgsaussichten.Bild 12 von 20 In diesem Jahr hatte die Familie eine Aufnahme des Ermittlungsverfahrens angeregt. Die Bundesanwaltschaft lehnt es aber ab, den Fall erneut aufzurollen.Bild 13 von 20 Die Schweizer Ermittler hatten im ersten Verfahren schnell auf Selbstmord erkannt. Das galt vielen als schlüssig, sie sahen darin eine Reaktion auf den Skandal aus dem Landtagswahlkampf 1987. Der Referent Reiner Pfeiffer hatte damals Barschels Rivalen, ...Bild 14 von 20 ... den SPD-Spitzenkandidaten Björn Engholm, bespitzeln lassen, ihn per Telefon mit einem angeblichen Aids-Verdacht traktiert und gegen ihn eine anonyme Steueranzeige lanciert. Während Pfeiffer Barschel als Mitwisser und gar Initiator hinstellte, ...Bild 15 von 20 ... verneinte ein Untersuchungsausschuss des Landtages 1995 in einer Neubewertung eine Mittäterschaft des Ex-Regierungschefs. Barschel habe Pfeiffer als "Mann fürs Grobe" agieren lassen, ohne Näheres zu wissen, lautet eine gängige Version in Kiel.Bild 16 von 20 Barschel sei von dem Referenten schlicht reingelegt worden, glauben andere. Die politische Verantwortung blieb ihm in jedem Fall. Zudem hatte er Mitarbeiter zu Falschaussagen angestiftet.Bild 17 von 20 Wie auch immer - nicht zuletzt wegen der spektakulären "Ehrenwort"-Pressekonferenz, in der Barschel am 18. September 1987 seine Unschuld beteuerte, war seine Glaubwürdigkeit zerstört. Er stand als Lügner da und musste zurücktreten.Bild 18 von 20 Die SPD-Spitzen stellten sich als ahnungslose Opfer dar. Bei einer Neuwahl des Landtags im Mai 1988 - im September zuvor hatte es ein Patt gegeben - siegte Engholm mit absoluter Mehrheit. Doch auch er log.Bild 19 von 20 Fünf Jahre später musste Engholm zugeben, dass er früher als behauptet von Pfeiffers Treiben wusste. Engholm trat zurück, die SPD stürzte in eine tiefe Krise. Die politische Atmosphäre im Norden war über Jahre hinweg vergiftet.Bild 20 von 20
"Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort"Der Fall Uwe Barschel