Als der Jumbojet der US-Fluggesellschaft PanAm im Dezember 1988 am Londoner Flughafen Heathrow Richtung New York abhob, freuten sich die Passagiere auf ein Weihnachtsfest mit ihren Familien.Bild 1 von 30 38 Minuten später verschwand Flug 103 über dem Süden Schottlands vom Radar.Bild 2 von 30 Eine Bombe hatte die Boeing 747 in 10.000 Metern Höhe zerrissen.Bild 3 von 30 Trümmer schossen zur Erde, die meisten fielen auf den kleinen Ort Lockerbie.Bild 4 von 30 Keiner der 259 Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebte das Inferno, auch elf Einwohner Lockerbies wurden getötet.Bild 5 von 30 Das ganze Ausmaß der Tragödie hatte als einer der ersten Augenzeugen George Stobbs erfasst.Bild 6 von 30 "Es war die Hölle. Die Hitze war unglaublich. Ich habe gesehen, wie ein Eisentor schmolz, als ob jemand eine Lötlampe an Butter hält", erinnerte sich der inzwischen pensionierte Polizist an seinen Einsatz zwischen den brennenden Wrackteilen.Bild 7 von 30 "Wir haben noch Leichen fünf Kilometer entfernt gefunden."Bild 8 von 30 Für Anwohner Maxwell Kerr gehören die Weihnachtsgeschenke zwischen den Leichenteilen zu den schlimmsten Erinnerungen. "Das waren Männer, Frauen, Kinder, Babys. Es ist schrecklich, daran zu denken", so der RentnerBild 9 von 30 Gut zwölf Jahre nach dem Terroranschlag ...Bild 10 von 30 ... wurde der Libyer Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi zu lebenslanger Haft verurteilt.Bild 11 von 30 Der frühere Geheimdienstagent (links) hatte allerdings stets bestritten, eine Bombe an Bord des Unglücksflugzeugs geschmuggelt zu haben.Bild 12 von 30 2002 verlor er eine Berufungsverhandlung gegen seine Verurteilung, eine juristische Kommission verwies den Fall aber zur Neuverhandlung an ein Berufungsgericht zurück.Bild 13 von 30 Um den Weg für eine Überlieferung nach Libyen freizumachen, hat Al-Megrahi nun eine Berufung zurückgezogen.Bild 14 von 30 Er leidet an Prostata-Krebs im fortgeschrittenen Stadium und hat nur noch wenige Monate zu leben.Bild 15 von 30 Aus diesem Grund hat ihn auch der schottische Justizminister Kenny MacAskill begnadigt. Al-Megrahi stünde nun vor der "Strafe einer höheren Gewalt",Bild 16 von 30 Das Gerichtsurteil bis heute umstritten: Das Gericht stützte sich auf Indizien und Zeugenaussagen, wonach Al-Megrahi den Bombenkoffer am Flughafen von Malta aufgegeben hatte, der dann über Frankfurt nach London und dort in die PanAm-Maschine gelangte.Bild 17 von 30 Ein zweiter Angeklagter kam frei.Bild 18 von 30 Zwar hatten die USA und Großbritannien schon bald Libyen hinter dem Anschlag vermutet, das Verfahren war aber erst nach jahrelangen internationalen Verhandlungen zustande gekommen.Bild 19 von 30 Der libysche Revolutionsführer Muammar el Gaddafi hatte seine seit November 1991 mit Haftbefehl gesuchten Landsleute erst ausgeliefert, als man sich auf die Niederlande als Prozessort geeinigt hatte.Bild 20 von 30 Trotz des Urteils blieben Zweifel an der Verantwortung Libyens und an der Schuld Al-Megrahis. (Im Bild dessen Verwandte)Bild 21 von 30 So tauchte immer wieder die Theorie auf, dass Lockerbie die Rache des Irans für den Abschuss eines iranischen Airbus' mit 290 Menschen an Bord durch ein US-Kriegsschiff im Jahr 1988 war.Bild 22 von 30 Jim Swire, der seine 23-jährige Tochter Flora bei dem Lockerbie-Anschlag verloren hatte, drängte auf eine neue Untersuchung.Bild 23 von 30 Er schloss nicht mehr aus, dass Al-Megrahi unschuldig sein könnte, auch weil ihn die Indizien bei Gericht nicht überzeugt hatten. "Es hätte zu keinem Schuldspruch kommen sollen."Bild 24 von 30 Die libysche Führung übernahm 2003 formell die Schuld für den Tod der 270 Menschen und stimmte Entschädigungszahlungen für die Hinterbliebenen zu.Bild 25 von 30 Darauf entwickelte sich das bis dahin isolierte Land vom "Schurkenstaat" zu einem begehrten Handelspartner.Bild 26 von 30 Doch in den staatlich gelenkten Medien des nordafrikanischen Landes wird über diese Schuld nicht gesprochen.Bild 27 von 30 Und Schuldgefühle zeigt auch Seif al-Islam al-Gaddafi nicht, der politisch ambitionierte Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi.Bild 28 von 30 In einem Interview erklärte der junge Gaddafi, die libysche Führung habe die Verantwortung für Lockerbie nur übernommen, um ein Ende der UN-Sanktionen zu erreichen.Bild 29 von 30 Die Angehörigen der Opfer, die eine finanzielle Entschädigung gefordert hatten, nannte er "gierig". Sie hätten "mit dem Blut ihrer Söhne und Töchter gehandelt".Bild 30 von 30