Starthilfe nach dem Krieg: Der Marshallplan ist 60 Jahre nach seinem Start zum Symbol für erfolgreiche Entwicklungshilfe geworden. Das milliardenschwere Hilfsprogramm der USA sollte Europa beim Wiederaufbau unterstützen. (Im Bild: George C. Marshall)Bild 1 von 28 "Nur wenige Präsidenten hatten Gelegenheit, ein Gesetz von solcher Bedeutung zu unterschreiben", erklärte US-Präsident Truman am 3. April 1948, nachdem er den Marshallplan in Kraft gesetzt hatte. (Im Bild: Truman bei einer Radioansprache 1947)Bild 2 von 28 Die eigentliche Geburtsstunde des Planes lag schon zehn Monate zurück. Am 5. Juni 1947 stellte US-Außenminister Marshall in der Harvard-Universität seine Ideen vor, wie Europa Leben einzuhauchen sei. (Harvard-Universität 1942)Bild 3 von 28 Zehn Minuten brauchte Marshall, um das erfolgreichste zivile Aufbauprojekt der USA zu erklären. Für den Plan, der seinen Namen tragen sollte, erhielt Marshall den Friedens-Nobelpreis. (Im Bild: Marshall)Bild 4 von 28 Seine Pläne richteten sich "gegen Hunger, Armut, Verzweiflung und Chaos". Er setzte auf die Eigeninitiative der Europäer und deren "Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft ihrer Länder und der Europas". (Essensausgabe in Mannheim 1945)Bild 5 von 28 Ohne wirtschaftliche Normalisierung könne es keine politische Stabilität und keinen gesicherten Frieden geben, so Marshall. (Im Bild: Marshall während seines Militärdienstes als Brigadegeneral 1938)Bild 6 von 28 Im Wesentlichen sollte es darum gehen, deutsche Importeure, die lebenswichtige Waren einführten, mit harten Devisen zu versorgen, für die sie die Waren im Ausland kaufen konnten. (Milchtransport zum Münchner Milchhof 1952)Bild 7 von 28 Güter und Finanzdienstleistungen im Wert von rund 13,5 Milliarden US-Dollar - nach heutigem Wert etwa 64 Milliarden Euro - flossen im Zuge des "European Recovery Program " bis 1952 über den Atlantik.... (Marshallplan-Pavillon in Berlin)Bild 8 von 28 ... davon etwa 1,4 Milliarden Dollar in die deutsche Trümmerlandschaft. (Im Bild: Worms 1945)Bild 9 von 28 Das Angebot der US-Amerikaner richtete sich an alle europäischen Staaten. Der Westen Deutschlands war nur der viertgrößte Empfänger, nach Großbritannien, Frankreich und Italien. (Blick auf London von der St. Paul's Kathedral 1942)Bild 10 von 28 In Westdeutschland signalisierte der Marshallplan zugleich eine Kehrtwende in der Deutschlandpolitik der USA. "Die Amerikaner kamen [zunächst] nicht als Befreier, sondern als Besatzer", erklärt Historiker Jost Dülffer. (US-Truppen in Koblenz, März 1945)Bild 11 von 28 Durch den Marshallplan fühlten sich die Westdeutschen wieder ernst genommen. Sie begannen, die Sieger als Helfer zu betrachten, die ihnen Verantwortung übertrugen, nachdem sie sie zunächst mit Almosen unterstützt hatten.Bild 12 von 28 Die Aufbauhilfe ermöglichte Westdeutschland auch eine Rückkehr aufs politische Parkett. Die Kredite waren an die Auflage gebunden, dass die Europäer an einem Strang zogen (Bundeskanzler Adenauer 1949)?Bild 13 von 28 ... und sich regelmäßig zu Sitzungen zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit trafen. (Erstes Treffen der Europäischen Wiederaufbaukommission, Paris 1948)Bild 14 von 28 So konnte selbst Frankreich an den Tisch mit den damals noch verhassten deutschen Nachbarn gelockt werden, ein wichtiger Schritt zur Europäischen Integration. (Zerstörte St.-Pierres-Kirche in Chauvigny, Frankreich)Bild 15 von 28 Diese Annäherung galt allerdings nur für Westeuropa. Die Sowjetunion hatte den Staaten in ihrem Einflussgebiet verboten, Hilfe des Westens anzunehmen. (Sowjetpanzer in Ostberlin 1953)Bild 16 von 28 Slogans wie "Wir pfeifen auf den Marshallplan, wir kurbeln unsere Wirtschaft selber an", sollten in der DDR die Stimmung heben. Das Wirtschaftswunder blieb dort aus.Bild 17 von 28 Der Marshallplan trug damit zur Zementierung der Teilung Europas und der Welt bei. Die Absicht der Strategen in Washington: Nur ein wirtschaftlich starkes Europa könne auch ein Bollwerk gegen den Kommunismus sein.Bild 18 von 28 Die Milliarden des Marshallplans sollten aus Hungernden verlässliche Partner machen. (Milchausgabe für Kinder 1945)Bild 19 von 28 Eine Propagandakampagne trug dazu bei, die Idee amerikanischer Selbstlosigkeit und deutscher Dankbarkeit lange in der deutschen Gesellschaft zu verankern.Bild 20 von 28 Hunderte Plakate, Filme und Veranstaltungen sowie eine rollende Ausstellung warben in ganz Europa für den Marshallplan. (Im Bild:Die rollende Ausstellung "Europazug")Bild 21 von 28 Außerdem waren Baustellen und Firmen, die aus dem Plan finanziert wurden, entsprechend gekennzeichnet.Bild 22 von 28 Der Plan hat nicht nur ein ideologisches Vermächtnis hinterlassen: Auch heute noch werden mit dem inzwischen auf 13 Milliarden Euro angewachsenen Vermögen mittelständische Unternehmer unterstützt.Bild 23 von 28 Historiker sind indessen uneins, wie groß der Anteil des Marshallplans am neuen Leben in den Kriegstrümmern war. (Nonne hilft beim Wiederaufbau der Bischofskirche in Berlin 1948)Bild 24 von 28 Für Geschichtsprofessor Michael Hogan kamen 80 bis 90 Prozent der Kapitalbildung in den europäischen Volkswirtschaften aus eigener Kraft. (Trümmerfrauen sammeln Baumaterial für den Wiederaufbau, Berlin 1948)Bild 25 von 28 Trotzdem wurde der Marshallplan immer wieder herangezogen, wenn es darum ging, Krisenregionen oder zerfallene Staaten von Lateinamerika über den Balkan bis zum Irak vor dem Untergang zu bewahren. (Militanter Iraker in Bagdad, 2004)Bild 26 von 28 Historiker winken ab. Zu einzigartig seien die strukturellen und historischen Umstände: "Wir hatten es mit Menschen zu tun, die wussten, was zu tun ist und die Werte der Mittelschicht kannten", sagt Larry Bland, Direktor der George-Marshall-Stiftung.Bild 27 von 28 Wie groß sein Einfluss auch gewesen sein mag: Der Marshallplan beschleunigte nicht nur den Wiederaufstieg Europas und bereitete den Weg für das deutsche Wirtschaftswunder. Er legte auch den Grundstein für die deutsch-amerikanischen Beziehungen.Bild 28 von 28