Contergan, Barschel, Gladbeck: Die größten Skandale der Bundesrepublik
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Contergan, Barschel oder Gladbeck: Zahlreiche Skandale sorgten nach 1945 für einen Aufschrei in der Bundesrepublik, prägten sogar die Gesetzgebung. Die Ausstellung "Skandale in Deutschland" im Haus der Geschichte in Bonn stellte von Ende 2007 bis März 2008 davon die vor, die Deutschland veränderten.Bild 1 von 20 Wie hat die Öffentlichkeit damals reagiert? Welche Rolle haben die Medien eingenommen? Und wie haben die Affären unser Wertesystem verändert? Mit freundlicher Genehmigung präsentieren wir eine Auswahl der größten Affären der Bundesrepublik.Bild 2 von 20 Hildegard Knef spielte 1951 die Prostituierte Marina in die "Sünderin". Dank des Skandals um eine Nacktszene hatte sie ihren Durchbruch. Doch auch das Thema Sterbehilfe im Film passte nicht ins spießbürgerliche Fünfzigerjahre-Bild.Bild 3 von 20 Geistliche warfen sogar Stinkbomben in Kinofoyers, Politiker drückten Bürgern Flugblätter in die Hände mit der Aufschrift, der Film sei "ein Faustschlag ins Gesicht einer jeden anständigen deutschen Frau".Bild 4 von 20 Theodor Oberländer war Bundestagsmitglied, schaffte es unter Adenauer in die CDU-Fraktion und wurde Vertriebenenminister. Doch er hatte schon einmal Karriere gemacht - im Dritten Reich als NSDAP-Mitglied.Bild 5 von 20 Besucher sehen die Original-Kartei aus der Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg, die Oberländer überführte. 1960 musste er wegen Kriegsverbrechen seinen Ministersessel räumen und brachte die NS-Aufarbeitung ins Rollen.Bild 6 von 20 Nadja Tiller spielte die Frankfurter Prostituierte Rosemarie Nitribitt. Die Edelhure verkehrte mit bedeutenden Industriellen und wurde 1957 unter mysteriösen Umständen ermordet. Die Polizei konnte den Fall nie aufklären.Bild 7 von 20 Eine kleine Tablette löste den tragischsten Arzneimittel-Skandal der jungen BRD aus. Mehr als 4.000 Kinder wurden durch das Schlafmittel Anfang der Sechziger mit verkrüppelten Armen und Beinen geboren. Bis heute dauert der Streit um angemessene Rentenzahlungen.Bild 8 von 20 Die Firma Grünenthal bewarb ihr Medikament nicht nur als Schlafmittel, sondern auch als Wunderpille gegen "Angst- und Kontaktschwäche".Bild 9 von 20 Persönliches Schicksal: Taschenkalender einer Mutter, die 1961 ein Contergan-geschädigtes Kind zur Welt brachte. Für den Tag der Geburt schrieb sie im Nachhinein dazu: "Warum, warum o Gott!"Bild 10 von 20 Demo-Plakat von Oktober 1962: Die Spiegel-Affäre brachte der Pressefreiheit in Deutschland einen Schub. Aufgrund eines kritischen Artikels über die schlechte Verteidigungssituation des Landes nahm die Polizei Blattmacher Rudolf Augstein wegen Landesverrats fest.Bild 11 von 20 Teil eines abgestürzten Kampfflugzeugs "Starfighter". Die Umstände der Beschaffung lösten Mitte der Sechziger in der Bundesrepublik einen Skandal aus. Der Bundeswehr-Flieger galt mit knapp 300 Abstürzen zudem als "Witwenmacher".Bild 12 von 20 Im Mittelpunkt der Affäre stand der CSU-Politiker und damalige Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß. Der hatte den Kauf mehrerer Kampfflugzeuge arrangiert. Pikantes Detail: Der Hersteller hatte mit Schmiergeldern bei der Entscheidung geholfen.Bild 13 von 20 Spiegel-Titel zum bis dato schwärzesten Kapitel des deutschen Profifußballs: 1971 lieferte Horst-Gregorio Canellas, Präsident von Kickers Offenbach, Beweise dafür, dass in der Bundesliga Spiele gegen Geld verschoben wurden.Bild 14 von 20 Kickers Offenbach gewinnt am 22. Mai 1971 gegen Schalke 04 mit 2:1. Doch Manipulationsvorwürfe gegen dieses Spiel ließen sich nie erhärten.Bild 15 von 20 Tierärztliche Revolverspritze mit einem Hormonpräparat für die Kälbermast: Um ein höheres Körperwachstum beim Vieh zu erreichen, griffen die Bauern in den Siebzigern zur Spritze. Erst 1980 wurden die Machenschaften publik - Brüssel erließ ein Hormonverbot in der EU.Bild 16 von 20 Dienstmarke des Steuerfahnders Klaus Förster, der die Flick-Affäre ins Rollen brachte. Der Industrielle und Milliardär zückte 1981 das Portemonnaie für illegale Parteispenden in Millionenhöhe und erhielt dafür den Beinamen "Zahlmeister der Republik".Bild 17 von 20 Ein Ehrenwort das wertlos war: Uwe Barschel, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein (CDU), lehnte 1987 jede Beteiligung an der Bespitzelung seines Konkurrenten Björn Engholm ab. Dennoch trat er zurück - und wurde wenige Tage später in Genf tot aufgefunden.Bild 18 von 20 Auf allen Kanälen lief das Gladbecker Geiseldrama 1988, bei dem drei Geiseln starben. Vor laufenden Kameras gaben die Bankräuber Interviews. Der Fall löste eine Debatte über die Grenzen der Live-Berichterstattung und die Schuld der Medien am Tod der Geiseln aus.Bild 19 von 20 Eine Pose für die Ewigkeit: Im Mannesmann-Prozess musste sich der Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann 2004 vor Gericht verantworten. Die Richter sprachen ihn im Falle der Untreue in Millionhöhe jedoch frei. Kritiker sprachen von "Klassenjustiz".Bild 20 von 20
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