Zuletzt schrieb Helmuth James von Moltke seine Briefe mit gefesselten Händen und einem Bleistiftstummel.Bild 1 von 37 Das Licht in seiner Gefängniszelle in Berlin-Tegel brannte rund um die Uhr.Bild 2 von 37 Immer wieder hörte er die Sirenen, die die Luftangriffe ankündigten.Bild 3 von 37 Moltke war eine der führenden Persönlichkeiten des deutschen Widerstandes ...Bild 4 von 37 ... und Mitbegründer des "Kreisauer Kreises".Bild 5 von 37 Helmuth James von Moltke, geboren am 11. März 1907, stammte aus einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie.Bild 6 von 37 Sein Urgroßonkel, Generalfeldmarschall Helmuth Karl Bernhard von Moltke, galt als militärischer Schmied der Einigung des Deutschen Reiches von 1871 (im Bild: der erste Kanzler des Deutschen Reiches, Otto von Bismarck).Bild 7 von 37 Helmuth James dagegen war von seinen pazifistischen Eltern geprägt.Bild 8 von 37 Der Sohn einer Britin aus Südafrika entsprach auch sonst nicht dem Bild des preußischen Junkers.Bild 9 von 37 Er galt als eloquent, charmant und offen, ein gutaussehender, großer Mann.Bild 10 von 37 Er war ein freiheitlich denkender Mensch, der den autoritären Staat ablehnte.Bild 11 von 37 In wirtschaftlichen Fragen dachte der Besitzer des Familiengutes im niederschlesischen Kreisau eher sozialdemokratisch.Bild 12 von 37 Helmuth von Moltke war von vornherein ein Gegner des nationalsozialistischen Staates, der ihm als Ausdruck "der Enge und der Gewalt, der Überheblichkeit, der Intoleranz und des Absoluten, erbarmungslos Konsequenten" erschien, wie er kurz vor seinem Tod schrieb.Bild 13 von 37 Als Anwalt half Moltke Juden bei der Ausreise.Bild 14 von 37 Kurz nach Kriegsbeginn wurde er Sachverständiger für Kriegs- und Völkerrecht im Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht.Bild 15 von 37 Er versuchte, in den besetzten Gebieten Geiselerschießungen zu verhindern und kämpfte für eine menschliche Behandlung von Kriegsgefangenen.Bild 16 von 37 "Unter den Dingen, die er nicht abwehren konnte, litt er", sagt der Zeitgeschichtler und Moltke-Biograf Günter Brakelmann.Bild 17 von 37 Die Gewalt und die Verhöhnung des Rechts waren Moltke zuwider.Bild 18 von 37 Menschlichkeit trieb ihn zum Handeln, und auch sein Glaube wurde ein immer wichtigeres Motiv.Bild 19 von 37 Moltke knüpfte ein Netz des Widerstandes, das Protestanten und Katholiken, Konservative und Sozialdemokraten umfasste.Bild 20 von 37 Unter ihnen waren Männer wie Julius Leber, Adolf Reichwein, Peter Yorck Graf von Wartenburg und Theodor Steltzer. "Moltke hat als einer der wenigen versucht, die traditionellen politischen Lager zu einem Widerstand zu vereinigen", sagt Brakelmann.Bild 21 von 37 Im "Kreisauer Kreis", wie die Gestapo die Gruppe nach der Entdeckung nannte, entwarfen die Freunde Pläne für ein demokratisches Deutschland nach dem verlorenen Krieg.Bild 22 von 37 Ein Attentat auf Hitler, wie es der militärische Widerstand um Claus Schenk Graf von Stauffenberg plante und am 20. Juli 1944 ausführte, lehnte Moltke zunächst ab.Bild 23 von 37 Er, der Christ, wollte das System von Gewalt und Mord nicht durch einen weiteren Mord beenden.Bild 24 von 37 Außerdem fürchtete er eine neue Dolchstoßlegende: Die Ermordung Hitlers würde für die Niederlage Deutschlands verantwortlich gemacht.Bild 25 von 37 Erst Ende 1943 schien er seine Haltung zu ändern. Zu einem ganz klaren "Ja" habe er sich aber wohl nicht durchringen können, sagt Brakelmann.Bild 26 von 37 Moltke wurde im Januar 1944, ein halbes Jahr vor dem Attentat, verhaftet, nachdem er einen Freund vor der Gestapo gewarnt hatte.Bild 27 von 37 Ein Jahr lang saß der Vater zweier Söhne in Haft, die Hoffnung auf eine Entlassung zerschlug sich nach dem 20. Juli.Bild 28 von 37 "Der Tod ist so ein Begleiter des ganzen Jahres geworden", schrieb er seiner Frau Freya im Dezember 1944 kurz vor dem Prozess in einem seiner zahllosen Briefe, die heute zu den wichtigsten Dokumenten des Widerstandes gehören.Bild 29 von 37 Eine Beteiligung an den Umsturzplänen sowie die meisten seiner Widerstandsaktivitäten konnten Moltke nicht nachgewiesen werden.Bild 30 von 37 Dennoch wurde er am 23. Januar 1945 mit 37 Jahren hingerichtet.Bild 31 von 37 Das frühere Kreisau, der Ort wichtiger Treffen der deutschen Widerstandsgruppe Kreisauer Kreis, liegt heute in Polen und heißt Krzyzowa.Bild 32 von 37 Der frühere Gutshof der Familie von Moltke wurde zu Beginn der 1990er Jahre aufwändig restauriert.Bild 33 von 37 Er beherbergt heute die Internationale Jugendbegegnungsstätte und die Europäische Akademie Kreisau.Bild 34 von 37 Im Wohnhaus der Familie von Moltke, dem nahegelegenen Berghaus, wurde eine Gedenkstätte zur Erinnerung an den Kreisauer Kreis eingerichtet.Bild 35 von 37 Träger dieser Projekte in Krzyzowa ist die Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung.Bild 36 von 37 Innerhalb weniger Jahre entstand in dem kleinen Dorf das "Neue Kreisau" als lebendiges Begegnungszentrum und internationaler Tagungsort.Bild 37 von 37