Rudolf B. ist frei. Es geht ihm gut, nur müde ist er.Bild 1 von 28 Am 10. Oktober werden der Deutsche und seine entführten afghanischen Begleiter auf freien Fuß gesetzt. Fast drei Monate war Rudolf B. in Gefangenschaft.Bild 2 von 28 Aufnahmen des deutschen Ingenieurs Ende Juli: Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira strahlt die Videobotschaft ohne Ton aus. Es heißt, die Geisel bitte darin die Regierungen in Berlin und Washington, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen.Bild 3 von 28 Noch wirkt der 62-Jährige unversehrt. Er wird von seinen Entführern mit Granatwerfern bedroht. Martin Jäger, ein Sprecher des Auswärtigen Amts, bezeichnet die Aufnahme als "ein gezielt lanciertes Dokument der Einschüchterung".Bild 4 von 28 Mitte August bittet Rudolf B. in Telefoninterviews um Hilfe. ARD-Reporter berichten aus Kabul, sie hätten mit Rudolf B. telefoniert. Sein Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Er habe gefragt, warum nicht Lösegeld gezahlt werde, um seine Freilassung zu beschleunigen.Bild 5 von 28 Am 22. August taucht ein neues Video auf. "Ich bin in einer sehr schlechten Verfassung", sagt Rudolf B. vor der Kamera. Seine Medikamente reichten nur noch drei Tage.Bild 6 von 28 Zusammen mit mehreren Afghanen wird er im Gebirge festgehalten. Kurz vor seiner Freilassung taucht Anfang Oktober ein weiteres Video auf, in dem der Entführte um seine Rettung vor Wintereinbruch bittet.Bild 7 von 28 Der Ingenieur und sein Kollege Rüdiger D. waren am 18. Juli verschleppt worden. Am 21. Juli gibt Frank-Walter Steinmeier eine Pressekonferenz vor dem Auswärtigen Amt und teilt mit, dass eine der deutschen Geiseln vermutlich tot sei. Die Annahme bestätigt sich.Bild 8 von 28 Der Leichnam des in Geiselhaft gestorbenen deutschen Bauingenieurs trifft am 25. Juli auf dem Flughafen Köln-Bonn ein. Die Obduktion ergibt, dass der 44-jährige Rüdiger D. nach einem Kreislaufzusammenbruch von seinen Entführern erschossen wurde.Bild 9 von 28 Während sich das Auswärtige Amt um die Freilassung von Rudolf B. bemüht, wird schon die nächste Entführung in Afghanistan gemeldet.Bild 10 von 28 Am 18. August wird die 31-jährige Christina M. aus einem Restaurant in Kabul heraus verschleppt. Die schwangere Mitarbeiterin der Hilfsorganisation Ora International hatte gerade mit ihrem Mann zu Abend gegessen.Bild 11 von 28 Die Entführung endet glücklich: Am Montag kann die afghanische Polizei Christina M. befreien und drei ihrer mutmaßlichen Entführer festnehmen.Bild 12 von 28 Am 22. August landet Christina M. wohlbehalten auf dem Flughafen Köln-Bonn.Bild 13 von 28 Rudolf B. hofft unterdessen auf seine Befreiung. Er ist nicht das einzige deutsche Entführungsopfer, über dessen Freilassung das Auswärtige Amt verhandelt. Auch im Irak sitzt noch eine Geisel fest.Bild 14 von 28 Am 6. Februar 2007 werden im Irak die 61-jährige Hannelore Krause und ihr 20-jähriger Sohn Sinan verschleppt.Bild 15 von 28 Hannelore Krause wird nach 155 Tagen Geiselhaft von ihren Entführern freigelassen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier erinnerte jedoch: "So sehr wir erleichtert sind über die Freilassung von Hannelore Krause, so bleibt die Ungewissheit über das Schicksal des Sohnes."Bild 16 von 28 Hannelore Krause ist mit einem irakischen Arzt verheiratet und lebt seit Jahrzehnten in Bagdad. Ihr Mann bangte mit seiner Schwiegertochter mehr als fünf Monate um seine Frau. Nun flehen sie um das Leben des Sohnes Sinan. Frühere Geiselnahmen nahmen ein besseres Ende:Bild 17 von 28 Afghanistan, 5. Juli: Ein deutscher Staatsbürger kommt nach einer Woche frei. Unbekannten Entführer sollen nach offiziellen afghanischen Angaben 40.000 Dollar Lösegeld gefordert haben. Damit haben jedoch noch nicht alle entführten Deutschen ihre Freiheit wieder.Bild 18 von 28 Irak, 24. Januar 2006: Die Leipziger Ingenieure Rene Bräunlich und Thomas Nitzschke werden im Nord-Irak verschleppt. Ihre Entführer verlangen ein Ende der deutschen Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung und drohen wiederholt mit ihrer Ermordung.Bild 19 von 28 2. Mai: Bräunlich und Nitzschke kommen nach 99 Tagen Geiselhaft frei. Experten gehen davon aus, dass für sie ein Lösegeld in Millionenhöhe gezahlt wurde.Bild 20 von 28 Irak, November 2005: Die deutsche Archäologin Susanne Osthoff und ihr irakischer Fahrer werden in der Provinz Ninive von Unbekannten verschleppt. Nach 23 Tagen Geiselhaft wird Osthoff freigelassen.Bild 21 von 28 Algerien, Februar 2003: 16 deutsche Touristen geraten in die Gewalt der islamistisch-salafistischen Terrorgruppe GSPC. Eine 46 Jahre alte Augsburgerin überlebt die Strapazen des Marsches durch die Sahara nicht. Die übrigen Geiseln kommen nach und nach frei.Bild 22 von 28 Jemen, Juli 2001: Der Handelsattaché der Botschaft, Rainer Berns, wird aus Sanaa verschleppt. Ein Vermittler erreicht im September seine Freilassung. Ein 2003 erschossener Täter soll Mitglied von El Kaida gewesen sein. In den 90er Jahre waren mehrfach Touristen betroffen.Bild 23 von 28 Philippinen, April 2000: Abu-Sayyaf-Terroristen verschleppen die Göttinger Lehrerfamilie Wallert und andere Touristen auf die Insel Jolo. Als letzter kommt der Sohn Marc im September frei. Libyen hatte vermittelt und mehrere Millionen Dollar Lösegeld gezahlt.Bild 24 von 28 Costa Rica, Januar 1996: Die 25 Jahre alte Touristin Nicola Fleuchaus und die Schweizer Reiseleiterin Regula Susanna Siegfried werden aus einem Urwaldhotel entführt. Für die Freilassung nach 71 Tagen zahlen die Familien dem Rebellen-Kommando angeblich 200.000 Dollar.Bild 25 von 28 Kaschmir/Indien, Juli 1995: Der Erfurter Student Dirk Hasert (2. von rechts) wird zusammen mit einem Amerikaner und zwei Briten von der Moslemgruppe "Al Faran" gekidnappt, um Gesinnungsgenossen freizupressen. Das Schicksal des Rucksacktouristen ist ungewiss.Bild 26 von 28 Libanon, Mai 1989: Hamadi-Clan-Angehöriger entführen in Sidon Heinrich Strübig (l) und Thomas Kemptner (r), Mitarbeiter einer Hilfsorganisation. Sie kommen erst im Juni 1992 frei.Bild 27 von 28 Libanon, Januar 1987: In Beirut geraten der Hoechst-Manager Rudolf Cordes und der Siemens-Techniker Alfred Schmidt in die Gewalt der Hamadi-Sippe. Schmidt kommt im September 1987 frei, Cordes erst ein Jahr später. Die Firmen dementieren, dass Lösegeld gezahlt wurde.Bild 28 von 28