Joschka Fischer: Jahrelang stand er - mit weitem Abstand - an der Spitze der Liste der beliebtesten Politiker Deutschlands.Bild 1 von 101 Er gilt als angriffslustig, scharfzüngig, instinktsicher und sowohl im Umgang mit der Partei wie auch auf dem internationalen Parkett als diplomatisch geschickt.Bild 2 von 101 Zudem schreiben ihm Nahestehende ein ausgeprägtes - auch aggressives - Machtbewusstsein und ein überdurchschnittliches Durchhaltevermögen zu.Bild 3 von 101 Und um das Bild abzurunden: Der 56-Jährige ist guten Rotweinen ebenso zugewandt wie gelegentlicher Askese, ...Bild 4 von 101 ... hat in den letzten Jahren einen ausgeprägten Sinn für edle Stoffe entwickelt ...Bild 5 von 101 ... und gilt dennoch nur als durchschnittlich eitel. Allerdings steht Fischer im Ruf, insbesondere im Umgang mit Wollpulli-tragenden Parteifreunden, zur Arroganz zu neigen, ...Bild 6 von 101 ... im Umgang mit Frauen - von 19-jährigen Studentinnen bis hin zu US-Außenministerinnen - jedoch erstaunlichen Charme zu entwickeln (dazu später mehr).Bild 7 von 101 Joseph Martin Fischer, wie ihn - nicht nur - die Kollegen der FAZ noch immer gerne nennen, war als Außenminister zwar nicht mehr der uneingeschränkte Leitwolf der Grünen.Bild 8 von 101 Dennoch vertrat er die Grünen nach außen als Galionsfigur, wurde als Vordenker der Partei wahrgenommen, die im Jahr 2004 ihren 25. Geburtstag feierte.Bild 9 von 101 Dabei kümmerte er sich um die partei-internen Belange nur noch am Rande, aus der Innenpolitik hielt er sich - zum Ärger manchen Parteifreundes - wenn möglich heraus.Bild 10 von 101 Das war mal anders. Vielleicht kam Fischer gerade wegen seiner persönlichen Entwicklung vom Straßenkämpfer ...Bild 11 von 101 ... über den "Turnschuh-Minister" (Im Bild: Die Original-Schuhe von Fischer, die er 1985 bei seiner Vereidigung zum hessischen Umweltminister trug, heute ausgestellt im Deutschen Ledermuseum in Offenbach) ...Bild 12 von 101 ... bis hin zum Staatsmann im Dreiteiler (hier 1999 mit EU-Kommissionspräsident Jacques Santer) auch in konservativen Kreisen so gut an - verkörpern doch gerade seine Wandlungen eine nicht nur in der Politik ungewöhnliche Glaubwürdigkeit.Bild 13 von 101 Fischer wird 1948 in Gerabronn (Baden-Württemberg) als drittes Kind in ein streng katholisches, kleinbürgerliches Elternhaus geboren.Bild 14 von 101 Zwei Jahre zuvor hatten seine Eltern als Ungarndeutsche Budapest verlassen müssen. Sein Vater war dort Metzger, die Mutter hatte vor der Heirat einen Tabakladen betrieben.Bild 15 von 101 Nach der Umsiedlung in die schwäbische Provinz muss sich der Vater als Hilfsarbeiter in Schlachthöfen durchschlagen.Bild 16 von 101 Auch Joschkas Leben verläuft nicht geradlinig. Kurz vor Abschluss des zehnten Schuljahres verlässt er im März 1965 mit 17 Jahren das Gottlieb-Daimler-Gymnasium in Stuttgart (aktuelle Aufnahme).Bild 17 von 101 Mäßig motiviert beginnt er in Fellbach, wo die Eltern inzwischen wohnen, eine Lehre als Fotograf, bricht jedoch auch diese bald ab.Bild 18 von 101 Kaum 18 macht sich Fischer auf Reisen. Per Anhalter durchstreift er Westeuropa, Griechenland und die Türkei und landet letztlich sogar im damals sehr exotischen Kuwait.Bild 19 von 101 Im Herbst 1966 kehrt er nach Deutschland zurück: Seine Schwester ist schwer erkrankt. Sie stirbt. Wenig später erleidet der Vater einen tödlichen Schlaganfall.Bild 20 von 101 Heimlich sagt er 1967 zum ersten Mal vor dem Standesamt Ja - allerdings im schottischen Gretna Green, denn seine Auserwählte, die Polizistentochter Edeltraud, ist erst 17.Bild 21 von 101 Die Liebe beginnt romantisch: In Marseille schlagen sich beide als Pflastermaler durch. Und zumindest auf dem Papier hält sie relativ lange: elf Jahre.Bild 22 von 101 "Doch ein richtiges Familienleben entwickelte sich nicht", schreibt die Fischer-Biografin Krause-Burger. "In Frankfurt, dem Zentrum für die Theorie von der Revolution, wo die beiden schließlich gelandet waren und sich mit allerlei Jobs über Wasser hielten ..., (Bildmitte: Fischers Weggefährte Daniel Cohn-Bendit 1968)Bild 23 von 101 ... lebte man mal zusammen, mal auch wieder nicht, mal in dieser Wohngemeinschaft, mal in jener. Es galt in diesen Revoluzzerkreisen der Satz: 'Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment.'" (John Lennon und Yoko Ono im Juni 1968)Bild 24 von 101 Auch die ehemalige RAF-Terroristin Margrit Schiller (links ein undatiertes Polizeifoto, rechts 2000 in Hamburg) wohnte zeitweise mit Fischer in einem Haus, was ihn 2001 kurzzeitig in die Enge treibt. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Außenminister wegen uneidlicher Falschaussage.Bild 25 von 101 Hintergrund: die Aussage des Außenministers beim OPEC-Prozess, er habe nie mit der ehemaligen RAF-Terroristin Margrit Schiller zusammengewohnt. Fischer räumt ein, mit Schiller möglicherweise gemeinsam gefrühstückt zu haben, als diese in der benachbarten Frauen-Wohngemeinschaft übernachtete. Die Ermittlungen werden im April 2001 eingestellt.Bild 26 von 101 Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre mischt Fischer in der Studentenbewegung mit. Seine Bildungslücken schließt er mit dem Besuch der Universität.Bild 27 von 101 Ohne jemals eingeschrieben zu sein, hört er in Frankfurt Vorlesungen, unter anderem von Habermas, Adorno und Negt (v.l.n.r.) ...Bild 28 von 101 "Ich habe eine profunde theoretische Ausbildung genossen, sozusagen ein Studium ohne Scheine und ohne Abschluss, und davon zehr' ich noch heute", zitiert ihn seine Biografin.Bild 29 von 101 Wenn er nicht arbeitet oder in der Uni hängt, ist er in der studentischen Protestbewegung und der Gruppe "Revolutionärer Kampf" aktiv.Bild 30 von 101 In diese Zeit fällt der Auftakt zum Terror der "RAF", die zum bewaffneten Kampf gegen den Staat antritt: Polizei und Feuerwehr sichten den Schaden in der ausgebrannten vierten Etage des "Kaufhof" auf der Frankfurter Zeil im April 1968. Vier Plastikflaschen voll Benzin mit einem primitiven Weckzünder richteten zwei Mio. DM Sachschaden an und veränderten die Republik.Bild 31 von 101 Über Wasser hält sich Fischer mit Gelegenheitsjobs. Unter anderem steht er bei Opel am Fließband. Als er auf einer Betriebsversammlung zum Streik aufruft, wird er gefeuert.Bild 32 von 101 In Frankfurt lernt er auch Daniel Cohn-Bendit, Jahrgang 1945, kennen (Aufnahme von 1968).Bild 33 von 101 Neben Cohn-Bendit wird Fischer zu einem der führenden Köpfe der Frankfurter Sponti-Szene.Bild 34 von 101 Beim Agitieren und Protestieren bleibt es nicht. Fischer beteiligt sich an Straßenschlachten.Bild 35 von 101 Am 7. April 1973 wird der Polizist Rainer Marx brutal zusammengeschlagen. Mit dabei ist auch Joschka Fischer (2.v.r).Bild 36 von 101 Nach massiver Kritik muss sich Fischer 28 Jahre später für seine Vergangenheit als Straßenkämpfer entschuldigen. Er räumt ein, bei Demonstrationen Polizisten geschlagen zu haben. Rainer Marx verzeiht ihm. Eine persönliche Begegnung mit Marx sucht Fischer aber nicht.Bild 37 von 101 Nach einer Demo gegen den Vietnam-Krieg, bei der er die Bannmeile um das neue Schloss in Stuttgart missachtet, kommt es zur Anklage gegen Fischer. Das Urteil: Sechs Tage Haft. Er sitzt sie in Stuttgart-Stammheim ab.Bild 38 von 101 In Frankfurt berüchtigt ist Fischers "Putzgruppe", die sich dem Kampf gegen Immobilienhaie verschrieben hat und sich regelmäßig mit der Polizei um besetzte Häuser prügelt.Bild 39 von 101 Doch Mitte der 70er Jahre kehrt Ernüchterung ein. Die Studentenbewegung zerfällt. Während die Mehrheit der Protestler die revolutionäre Zeit als Abenteuer hinter sich lässt und vom Rand der Gesellschaft in ihre Mitte strebt (Im Bild: Der Vizechef der Jungsozialisten, Rudolf Scharping, am 24.02.1975), ...Bild 40 von 101 ... zieht es eine Minderheit in den militanten, terroristischen Untergrund. Diesen Weg geht Fischer nicht.Bild 41 von 101 Fischer gehört zur dritten Gruppe - er fällt in ein Loch: 1977 spricht er von "Perspektivlosigkeit". Als Taxifahrer hat er viel Zeit, um nachzudenken und er konstatiert: "Die Wirklichkeit hat sich durch unseren Rückzug auf uns selbst auch nicht verändert."Bild 42 von 101 Die RAF-Anschläge 1977 und die Schleyer-Entführung leiten bei Fischer nach eigenem Bekunden einen Sinneswandel ein.Bild 43 von 101 Den Wandel charakterisiert Fischer als "Illusionsverlust" und "Illusionsabschleif". Nach dem Mord an Schleyer und der Landshut-Entführung wendet er sich von den radikalen politischen Gruppierungen ab.Bild 44 von 101 Fischers Elan erwacht 1981. Es geht um die Frage, ob die Frankfurter Spontis auf den Listen der Grünen für das Stadtparlament kandidieren dürfen. Diese hatten sich ein Jahr zuvor geründet. Damals mit dabei: Der Berliner Rechtsanwalt Otto Schily, später Innenminister und Mitglied der SPD.Bild 45 von 101 Fischer, der bis dahin mit Umweltpolitik nicht allzuviel am Hut hatte, tritt in die neue Partei ein. Viele Weggefährten früherer Tage folgen ihm und unterstützen fortan seine Politik ...Bild 46 von 101 ... die den Stempel der Realpolitik bekam. "Plötzlich", so schreibt Krause-Burger, "traten die Revolutionäre von einst als Revisionisten und Reformer auf. Spontis erschienen als abgeklärt, und Öko-Bewegte zeigten sich als Heißsporne".Bild 47 von 101 Bereits am 22. Juni 1981 gratulieren Rhea Thönges (r) und Christel Jahn (M) von der Fraktion der Grünen Kassels Oberbürgermeister Hans Eichel (SPD) zur Wahl. Das erste rot-grüne Bündnis in einer deutschen Großstadt (in Kassel) sorgt für Aufsehen.Bild 48 von 101 Fischer behauptete später, der Kampf zwischen "Fundis" und "Realos" sei mit seinem Parteieintritt ausgebrochen und fügte zur Begründung an: ...Bild 49 von 101 "Warum die Revolution auf der Straße nicht, im Parlament aber funktionieren soll, das hat mir keiner klarmachen können." (Luftaufnahme der legendären Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten 1983)Bild 50 von 101 Kritiker bemängeln heute, die "arbeitslose Kaste der Spontiberufspolitiker" hätte bei den Grünen ihre letzte Chance gesehen. Desillusioniert sei es den Spontis dabei darum gegangen, die eigene Karriere nun endlich anzugehen - zur Not auf Kosten der grünen Sache. (Ganz bei der Sache: Die Grünen der Stadt Alsdorf Anfang der 80er)Bild 51 von 101 Machtstreben und Glück kommen wohl zusammen. Unerwartet erreichen die Grünen bei der Bundestagswahl 1983 5,6 Prozent. Fischer findet sich plötzlich im Bundestag wieder. (Im Bild: Bundeskanzler Helmut Kohl, CDU, nach seiner Wiederwahl. Links die Grünen-Abgeordneten Petra Kelly (l) und Marieluise Beck-Oberdorf.)Bild 52 von 101 Fischer wird Mitglied im Innenausschuss und macht als Provokateur von sich reden. Die Tricks für sein Amt als Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion schaut er sich bei seinem damaligen Amtskollegen der Union ab ...Bild 53 von 101 ... Wolfgang Schäuble. Die beiden achten und verstehen sich: Fischer präsentiert 2003 Schäubles Buch "Scheitert der Westen?"Bild 54 von 101 Er ist aber auch noch auf der Straße zu sehen: Mitglieder der Grünen (Fischer rechts neben dem Schild "No Nukes") blockieren am 24.10.1983 ein US-Militärgelände im Frankfurter Stadtteil Hausen, das nach ihren Informationen für die Montage von Pershing-II-Raketen vorgesehen war.Bild 55 von 101 Im Zuge der Bundestagsdebatte über den NATO-Doppelbeschluss kommt es im November 1983 zu dem berühmten Ausruf Fischers an Richard Stücklen (l, im Bild mit dem damaligen CSU-Chef Strauß): "Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch."Bild 56 von 101 Nach zwei Jahren scheidet er - dem damaligen Rotationsverfahren gemäß - aus dem Parlament aus. Doch schon im Dezember des Jahres prägt er eines der Schlüsselbilder der Nachkriegspolitik.Bild 57 von 101 Nicht, weil in Hessen unter Holger Börner eine rot-grüne Koalition gebildet wird und Fischer als Umweltminister zum bundesweit ersten Kabinettsmitglied der Grünen wird.Bild 58 von 101 Es ist sein legendärer Auftritt bei seiner Vereidigung am 12. Dezember 1985 in Turnschuhen, der in Erinnerung bleibt.Bild 59 von 101 Die Koalition in Hessen zerbricht 1987, die CDU gewinnt die Landtagswahl. Börner muss den Stab an Walter Wallmann übergeben. 1990 verpassen die Grünen auch den Einzug in den Bundestag.Bild 60 von 101 Fischer setzt daraufhin in der Partei eine Strukturreform durch: Die Abschaffung der Rotation und die Wahl von zwei Parteivorsitzenden.Bild 61 von 101 Das kommt an. Die Wähler mögen seinen Pragmatismus. 1991 erhalten die hessischen Grünen 8,8 Prozent der Stimmen. Fischer kehrt als Umweltminister zurück. Ministerpräsident ist zu dieser Zeit Hans Eichel. 1994 zieht sich Fischer aus der Landespolitik zurück, ...Bild 62 von 101 ... um nach der Bundestagswahl 1994 seine eigentliche bundespolitische Karriere zu beginnen. Er wird neben Kerstin Müller Fraktionssprecher ...Bild 63 von 101 ... und in den letzten Jahren der Ära Kohl zum populärsten und bissigsten Oppositionsführer im Bundestag ...Bild 64 von 101 ... und außerhalb des Bundestages. Fischer auf einer Wahlkampfrede 1998 in München (oben) und als aufmerksamer Kavalier im gleichen Jahr auf dem 93. Deutschen Katholikentag in Mainz mit der damaligen Bundesumweltministerin Merkel.Bild 65 von 101 Innerparteilich sorgt er wiederholt für Wirbel. Insbesondere 1995, als er ein Grundsatzpapier zur militärischen Sicherung Bosniens veröffentlicht.Bild 66 von 101 In dem Papier befürwortet er den Einsatz von Waffen in der Region und fordert eine "Interventionspflicht der UN bei Völkermord". Die Grünen-Basis ist entsetzt.Bild 67 von 101 Doch er setzt sich durch (im Bild: Parteitag der Grünen 1997 in Kassel). Der Einsatz der Bundeswehr nicht nur in Bosnien ist bei den Grünen heute kein Thema mehr.Bild 68 von 101 Dennoch fällt es der Partei weiterhin schwer, Fischer zu folgen. Der an der Spitze vollzogene Wandel hin zu einer Partei der neuen bürgerlichen Mitte stößt bei der Parteilinken auf Skepsis. Fischer 1997 in der Diskussion mit Kernkraftgegnern in Dannenberg.Bild 69 von 101 1998 gewinnen SPD und Grüne die Bundestagswahl. Fischer wird Vizekanzler und Außenminister.Bild 70 von 101 Nach dem Marsch durch die Institutionen ist Fischer damit in einem Amt gelandet, das wie kaum ein anderes realpolitische Sachzwänge fordert. Und er bekommt ein schönes neues Gebäude: Richtfest des Auswärtigen Amtes im November 1998.Bild 71 von 101 Symbolische Übergabe des Staffelstabes der EU-Präsidentschaft durch den österreichischen Außenminister Schüssel am 11.12.1998. Am 1. Januar übernimmt Deutschland die EU-Präsidentschaft. Fischer erwirbt sich schnell international Respekt im Amt. Seine Ideen über die Rolle und Struktur des künftigen Europas werden ebenso beachtet ...Bild 72 von 101 ... wie seine Bemühungen um ein Weiterkommen im Nahost-Friedensprozess ...Bild 73 von 101 ... und wie sein Umgang mit den USA. In US-Außenministerin Madeleine Albright findet er eine Freundin. "Er ist eine ungeheuer faszinierende Persönlichkeit", sagt die 1937 Geborene später über Fischer.Bild 74 von 101 Mal lauter, mal leiser setzt er sich bei den UN für einen ständigen Sitz Deutschlands im UN-Sicherheitsrat ein.Bild 75 von 101 "Es gibt keine grüne Außenpolitik, nur eine deutsche Außenpolitik", hatte Fischer gleich nach seinem Amtsantritt verkündet. (Fischer nach der Bundestagswahl 1998 bei der Nato)Bild 76 von 101 Von seiner Partei entfernt er sich in diesen Jahren. "Joschka liebt sich und sein Ministerium und dann die Grünen", heißt es in der Partei. Ausdruck des Unmuts: Farbbeutel-Attacke auf Fischer auf dem Parteitag 1999.Bild 77 von 101 So kommt es 2000 zu einer schweren Krise. Die von Fischer geforderte Aufgabe der Trennung von Amt und Mandat fällt auf dem Parteitag durch. Fischer zieht sich zurück, hartnäckig halten sich Gerüchte über einen möglichen Wechsel Fischers zur SPD.Bild 78 von 101 So weit kommt es nicht. Die damals neue Parteispitze unter Kuhn und Künast fängt Fischer wieder ein, er lässt sich in den Parteirat wählen.Bild 79 von 101 Die Wiederwahl von Rot-Grün 2002 gelingt - dank der Grünen und ihres Zugpferdes Fischer. Der kleine Koalitionspartner legt fast zwei Prozent zu.Bild 80 von 101 Fischer wirkt gelöst und entspannt - und nimmt wieder zu. Stimmt: Das hätten wir beinahe vergessen. Der Charme ...Bild 81 von 101 Vier Frauen hat Fischer inzwischen verschlissen. Nach Edeltraud heiratet er 1984 Inge. Mit ihr hat er zwei Kinder: David wird 1979 geboren, Lara 1983. Doch schon 1987 folgt die Scheidung.Bild 82 von 101 Im gleichen Jahr sagt er Ja zu Claudia. Die Ehe hält bis 1996. Doch man streitet sich übers Kinderkriegen, sie verlässt ihn - schwanger von einem anderen Mann.Bild 83 von 101 Den Trennungsschmerz überwindet er nach eigenen Angaben mit asketischen Lebensgewohnheiten.Bild 84 von 101 Der damals 110 Kilogramm schwere Außenminister wird zum Marathonläufer und speckt dramatisch ab.Bild 85 von 101 Am Ende steht sein Buch "Der lange Weg zu mir selbst" ...Bild 86 von 101 ... und eine neue Frau. Nicola. Auch sie wesentlich jünger als Fischer.Bild 87 von 101 Die Hochzeit folgt 1999. Doch 2003 ist auch Ehe Nummer vier am Ende.Bild 88 von 101 Seit Sommer 2003 ist Fischer mit der Filmstudentin Minu zusammen. Erstaunlich: Auch zwei Jahre später war das Paar noch nicht verheiratet.Bild 89 von 101 Dabei behauptete sein Freund Daniel Cohn-Bendit: "Der Joschka ist eben katholisch, der muss immer gleich heiraten." (Cohn-Bendit bei seiner eigenen Hochzeit 1997 in Lauret bei Montpellier)Bild 90 von 101 Er behielt Recht: Die Hochzeit kam im Oktober 2005.Bild 91 von 101 Zunächst kam allerdings der Visa-Untersuchungsausschuss. Angst schien er vor seiner Befragung nicht zu haben.Bild 92 von 101 Die "Titanic" gab dem Außenminister darum einen Ratschlag mit auf den Weg.Bild 93 von 101 Fischer hält durch. Er kann die Vorwürfe zwar nur bedingt entkräften ...Bild 94 von 101 Doch geht er erhobenen Hauptes aus der Sitzung. Seine Ankläger redet er rekordverdächtige zwölf Stunden lang bis zur Erschöpfung. Der Minister bekennt nach der Marathonsitzung des Untersuchungsausschusses: "Ich fühlte mich
nicht unwohl."Bild 95 von 101 Als die SPD nach der verlorenen Wahl in NRW Neuwahlen anstrebt, bringt Fischer wiederholt seinen Unmut zum Ausdruck. Auch wenn ihn eine Freundschaft mit Schröder verbindet, dessen Entscheidung, das rot-grüne Projekt vorzeitig zur Disposition zu stellen, gefällt ihm nicht.Bild 96 von 101 Der Wahlkampf beginnt. Fischer sammelt seine Kräfte, begibt sich von der Bühne der Weltpolitik auf die Marktplätze der Republik.Bild 97 von 101 Und er erweist sich als Kämpfer. Tausende Kilometer legt er mit seinem Wahlkampfbus zurück, auf den Veranstaltungen will er mehr Zuspruch erfahren haben, als vor drei Jahren.Bild 98 von 101 Auch die Partei ist begeistert von ihrer Galionsfigur. Maßgeblich Fischer ist es zu verdanken, dass die Grünen bei der Wahl am 18. September nur 0,5 Prozentpunkte verlieren und 8,1 Prozent der Stimmen holen.Bild 99 von 101 Um so überraschender sein Auftritt vor der Fraktion am 20. September. Viele hatten damit gerechnet, dass Fischer nun den Fraktionsvorsitz übernehmen will. Doch Fischer winkt ab. Nach sieben Jahren als Außenminister will er nicht mehr für eine kleine Fraktion die Oppositionsarbeit organisieren.Bild 100 von 101 Er habe mit der Unterschrift und den Koalitionsvertrag in Hessen vor 20 Jahren seine Freiheit gegen die Macht eingetauscht, sagt Fischer. "Nun will ich meine Freiheit zurück".Bild 101 von 101