"Vater Courage": Oskar Schindler zum 100. Geburtstag
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"Ich werde Oskar Schindler ewig dafür dankbar sein, was er getan hat. Vergessen werde ich ihn niemals. Möge er in Frieden ruhen", sagt Mimi Reinhardt.Bild 1 von 39 Die ehemalige Sekretärin des deutschen Fabrikanten Oskar Schindler tippt 1944 mit zwei Fingern jene berühmt gewordene "Schindler-Liste", ...Bild 2 von 39 ... die jüdische Arbeiter vor dem sicheren Tod in deutschen Vernichtungslagern bewahrt. Auch ihren eigenen Namen samt Berufsbezeichnung "Schreibkraft" setzt sie darauf.Bild 3 von 39 Schindler rettet rund 1200 Juden das Leben. Am 28. April 2008 wäre er 100 Jahre alt geworden.Bild 4 von 39 Geboren wird er 1908 als Sohn eines katholischen Landmaschinenfabrikanten in der heute tschechischen Stadt Svitavy (Zwittau).Bild 5 von 39 Von 1914 bis 1928 absolviert er nach Haupt- und Realschule eine Lehre im väterlichen Betrieb, der in der Weltwirtschaftskrise bankrott geht. 1927 heiratet er Emilie Pelz (hier im Jahr 1999). 1930 wird Schindler Verkaufsleiter einer Firma im tschechischen Brünn.Bild 6 von 39 Zwischen 1935 und 1939 arbeitet Schindler in Polen und im heutigen Tschechien als Agent der deutschen Spionageabwehr. Kurz vor Kriegsbeginn wird er entlarvt und zum Tode verurteilt. Der Einmarsch der Deutschen verhindert die Vollstreckung des Todesurteils.Bild 7 von 39 Nach Kriegsausbruch 1939 übernimmt er zunächst als Pächter ein ehemaliges Press- und Emaillewerk in Krakau. Im selben Jahr tritt er der NSDAP bei.Bild 8 von 39 Zeitzeugen beschreiben Schindler (hier 1962) als Mann mit zwei Gesichtern. Als Kriegsprofiteur und NSDAP-Mitglied macht er ein Millionenvermögen.Bild 9 von 39 Später setzt er jedoch sein Geld ein und sein Leben aufs Spiel, um jüdische Beschäftigte vor Todeslagern zu retten. (Schindlers Büro im Museum in der Emaillefabrik in Krakau)Bild 10 von 39 1940, als sein Betrieb als kriegswichtig eingestuft wird, erhält er das Recht, polnische Häftlinge einzusetzen.Bild 11 von 39 Er fordert 1200 Arbeitskräfte aus dem Krakauer Ghetto an, darunter 600 Juden. (Gedenken an der Mauer des Ghettos)Bild 12 von 39 Als die Sowjetarmee näher heranrückt, trickst Schindler geschickt, täuscht die NSDAP, fälscht Dokumente und besticht Beamte. (Ludwik Kuczer, einer der so genannten Schindler-Juden)Bild 13 von 39 Schließlich darf er sein Werk zusammen mit rund 1100 jüdischen Zwangsarbeitern von Krakau nach Brünnlitz im heutigen Tschechien verlegen. (Mieczyslaw Pemper, der persönliche Stenograf von Schindler)Bild 14 von 39 Andernfalls wären die Arbeiter ins Vernichtungslager Auschwitz gebracht worden.Bild 15 von 39 In Tschechien überleben "seine Juden" den Krieg. (Schindler 1962 in Israel mit von ihm geretteten Juden) "Ich habe einen Mann gesehen, der ständig sein Leben riskierte, für das, was er tat. ...Bild 16 von 39 ... Er war ein Mensch. Er muss ein Herz aus Gold gehabt haben", sagt Ex-Sekretärin Reinhardt. (Teile des Nachlasses von Schindler)Bild 17 von 39 "Der unvergessliche Lebensretter 1200 verfolgter Juden", steht auf Schindlers Grabplatte auf dem Franziskaner-Friedhof auf dem Zionsberg in Jerusalem.Bild 18 von 39 Nicht weit entfernt, in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem, ist ein Baum in Gedenken an Schindler gepflanzt worden.Bild 19 von 39 Er gehört zu den ersten drei Deutschen, die 1963 den Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern" verliehen bekommen. (Bundeskanzlerin Angela Merkel und Israels Premier Ehud Olmert 2008 in Jad Vaschem)Bild 20 von 39 Diese hohe Auszeichnung haben nach Angaben der Gedenkstätte bis heute 22.000 Menschen aus 44 Ländern dafür erhalten, dass sie unter Einsatz ihres Lebens Juden während des Holocaust gerettet haben.Bild 21 von 39 Zum 100. Geburtstag von Schindler sei nichts besonderes geplant, sagt Jad-Vaschem-Sprecherin Estee Yaari. Denn Schindlers werde fast täglich gedacht. (Schindler mit Itzhak Stern, seinem Buchhalter, der half, die rettende Liste zu erstellen)Bild 22 von 39 "Nahezu jede Gruppe sieht den Schindler-Baum und hört seine Geschichte", sagt sie. Außerdem sei eine von 15 Sektionen im Holocaust-Museum Schindler gewidmet. (Schindlers Koffer mit seinem Nachlass)Bild 23 von 39 Einige persönliche Gegenstände, aber auch die berühmte "Schindler-Liste" seien dort ausgestellt.Bild 24 von 39 In Deutschland wird Schindler erst spät geehrt: Das Bundesverdienstkreuz erster Klasse erhält er 1965. 1968 wird ihm der päpstliche Silvesterorden verliehen.Bild 25 von 39 Das Bundesfinanzministerium gibt zum 100. Geburtstag Schindlers eine Sonderbriefmarke im Wert von 145 Cent heraus.Bild 26 von 39 Das jüdische Museum Frankfurt geht mit der Ausstellung "Vater Courage. Oskar Schindler in Frankfurt" seinen Spuren nach.Bild 27 von 39 Es geht dabei auch um die Frage, warum Schindlers Rettung von mehr als 1200 Juden in der Nazi-Zeit nach Kriegsende in Deutschland kaum Beachtung findet.Bild 28 von 39 Schindler ein Held? Ehefrau Emilie (1907 bis 2001) blickt bis zu ihrem Tod verbittert auf ihren 1974 mit 66 Jahren in Hildesheim gestorbenen Gatten zurück.Bild 29 von 39 Außereheliche Beziehungen, uneheliche Kinder, Alkohol, Schulden: "Ich habe alle seine Eskapaden bezahlt", sagt sie 1999 in Buenos Aires.Bild 30 von 39 1949 war sie mit ihrem Mann nach Argentinien ausgewandert. Dort betreiben sie erfolglos eine Ranch. (1999 mit dem damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog)Bild 31 von 39 1957 kehrt Schindler jedoch allein nach Deutschland zurück, er sieht seine Frau nie wieder. (Schindler 1969 mit Michel Friedman bei dessen Bar Mizwa-Feier; Friedmans Eltern wurden von Schindler gerettet)Bild 32 von 39 Emilie lebt lange in Argentinien, unterstützt von jüdischen Organisationen. (2001 besucht sie die Oskar-Schindler-Schule in Berlin)Bild 33 von 39 In dem mit sieben Oscars gekrönten Film "Schindlers Liste" (1993), mit dem US-Regisseur Steven Spielberg dem Deutschen postum zu Weltruhm verhilft, sieht Emilie Schindler ihre Rolle viel zu kurz gekommen.Bild 34 von 39 Der Name Schindler ist auch durch den Film zum Synonym geworden für couragierte Menschen, die Juden vor der Ermordung in Vernichtungs- und Konzentrationslagern gerettet haben.Bild 35 von 39 Oft ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt. So wird zum Beispiel erst spät bekannt, dass der deutsche Industrielle Berthold Beitz im Zweiten Weltkrieg hunderten Zwangsarbeitern das Leben rettet, indem er sie zu unentbehrlichen Arbeitern erklärt.Bild 36 von 39 Die polnische Krankenschwester Irena Sendler rettet zusammen mit Helfern 2500 jüdischen Kindern aus dem Warschauer Ghetto das Leben. Von der Gestapo wird sie dafür gefoltert. Ihr Heldenmut wird erst nach mehr als 50 Jahren bekannt.Bild 37 von 39 "Trotz all seiner menschlichen Fehler ist Schindler zu Recht berühmt geworden", sagt der US-Historiker und Schindler-Biograf David M. Crowe. Die Rettung so vieler Juden an sich sei schon eine "einmalige Tat".Bild 38 von 39 Schindler hätte diese Aufmerksamkeit geliebt, sagt Ex-Sekretärin Mimi Reinhardt. (Nicht gekennzeichnete Bilder: AP, dpa)Bild 39 von 39
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