Pakistan und Indien feierten ihre Unabhängigkeit.Bild 1 von 66 Vor 60 Jahren, in der Nacht vom 14. auf den 15. August 1947, entließen die Briten beide Staaten in die Selbstständigkeit.Bild 2 von 66 Grün, die Farbe des Propheten Mohammed, symbolisiert die Mehrheit der Moslems in Pakistan. Die weiße Fläche steht für die drei Prozent der Bevölkerung mit anderem Glauben.Bild 3 von 66 Der Halbmond steht für Fortschritt, der weiße Stern für Licht und Wissen.Bild 4 von 66 Pakistan feierte seine Unabhängigkeit schon am 14. August und grenzt sich so vom Nachbarn ab.Bild 5 von 66 | Foto: APIn Neu Delhi wurde Indiens Trikolore am 15. August gehisst. Der Indische Nationalkongress machte die Flagge bereits 1921 zu seinem inoffiziellen Symbol. Die Farben Safranrot, Weiß und Grün stehen für die religiösen Gruppen in Indien: Hindus und Moslems ...Bild 6 von 66 ... und Andersgläubige dazwischen. In der Mitte der Nationalflagge prangt das Rad des Gesetzes. Das ursprüngliche Chakra sollte Indiens wirtschaftliche und später seine politische Unabhängigkeit symbolisieren.Bild 7 von 66 Mitte des 20. Jahrhunderts bildeten Indien, Pakistan und Bangladesch gemeinsam Britisch-Indien.Bild 8 von 66 Der britische Einfluss hat die Länder geprägt.Bild 9 von 66 Zu Kolonialzeiten wurde das Amt des indischen Vizekönigs von einem Briten bekleidet.Bild 10 von 66 Der letzte Amtsinhaber war Admiral Earl Louis Mountbatten. Am 24. März 1947 wurde er ernannt.Bild 11 von 66 Bereits am 21. Juni 1948 nahmen Lady und Earl Mountbatten Abschied und verließen Neu Delhi und das unabhängige Indien wieder.Bild 12 von 66 Jawaharlal Nehru, auch Pandit Nehru genannt, wird wenig später erster indischer Premierminister. Der Politiker hat seine Schul- und Universitätsausbildung in England absolviert und bekleidet das Amt des Regierungschefs bis 1964.Bild 13 von 66 "Vor vielen Jahren haben wir mit dem Schicksal ein Abkommen getroffen", erklärt Nehru anlässlich der ersten Unabhängigkeitsfeier. "Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, da wir gefordert sind, unser Versprechen ohne Wenn und Aber einzulösen."Bild 14 von 66 Und er fährt fort: "Punkt zwölf Uhr, um Mitternacht, wenn der Rest der Welt schläft, wird Indien zu Licht und Freiheit erwachen." Doch die Freude der Feierlichkeiten wird bald getrübt.Bild 15 von 66 Konflikte zwischen den ethnischen Gruppen Britisch-Indiens, zwischen Hindus, Sikhs und Moslems spitzen sich immer weiter zu. Bereits 1946 war es zu Gewaltausbrüchen gekommen.Bild 16 von 66 Im Sommer 1946 hatte der Kongresspolitiker Mohammed Ali Jinnah die Moslems in Britisch-Indien aufgerufen, sich für einen eigenen Staat, für Pakistan, einzusetzen. Doch die Aktion läuft aus dem Ruder. Tausende verlieren bei den Ausschreitungen ihr Leben.Bild 17 von 66 Dabei hatte der Pazifist und Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi anfangs noch gehofft, Sikhs, Hindus und Moslems könnten friedlich in einem gemeinsamen Staat zusammenleben.Bild 18 von 66 Gandhi kämpft seit den 1930er- Jahren unermüdlich für die Unabhängigkeit seiner Heimat - ohne Gewaltanwendung.Bild 19 von 66 Zu Fuß marschiert er quer durch das Land bis zum Meer, wo er eigenhändig Salz gewinnt - ein Privileg der Briten.Bild 20 von 66 Mit dem Marsch will er auf die Unrechtmäßigkeit der britischen Vorherrschaft in Indien Aufmerksam machen. Die Welt schaut zu, auch bei den Kolonialherren zeigt der friedliche Protest schließlich Wirkung.Bild 21 von 66 Nehru kämpft an seiner Seite für Indiens Unabhängigkeit. Beide landen zwischenzeitlich im Gefängnis, aber am Ende krönt der Erfolg ihren Einsatz. Dennoch: Die Hoffnung auf ein friedliches Nebeneinander der Religionen wird enttäuscht.Bild 22 von 66 Vielmehr bestätigt sich die Sorge, die religiösen Konflikte zwischen Hindus und Sikhs auf der einen, Moslems auf der anderen Seite könnten durch die Teilung Britisch-Indiens eskalieren.Bild 23 von 66 Die ehemalige Provinz Punjab im Norden Britisch-Indiens wird zwischen Pakistan und Indien aufgeteilt. Die Trennungslinie verläuft zwischen den wichtigsten Städten der Region, Lahore und Amritsar.Bild 24 von 66 Auch 60 Jahre nach der Teilung Punjabs leidet die Bevölkerung der Region noch immer unter den Folgen der damaligen Entscheidung, wie die folgenden Bilder aus dem Dezember 2001 belegen:Bild 25 von 66 Schon 1947 sind die Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen, sich getrennt nach religiöser Zugehörigkeit in den neuen Staaten anzusiedeln.Bild 26 von 66 Hindus und Sikhs überqueren die neue Grenze in östliche Richtung, ...Bild 27 von 66 ... Moslems machen sich auf den Weg in in den Westen der Region.Bild 28 von 66 Rund 15 Millionen Menschen sind auf der Flucht.Bild 29 von 66 Es bleibt nicht bei Protesten.Bild 30 von 66 Bald drohen viele Gebiete im Bürgerkrieg zu versinken.Bild 31 von 66 Hunderttausende verlieren ihr Leben.Bild 32 von 66 Mit einem Hungerstreik will Gandhi die Führer der aufständischen Hindus und Moslems dazu bewegen, Frieden zu schließen.Bild 33 von 66 Er riskiert dabei sein Leben, mit Erfolg. Das Morden hört auf, und der Mahatma nimmt wieder Nahrung zu sich.Bild 34 von 66 1948 soll Gandhi für seinen gewaltfreien Protest den Friedensnobelpreis erhalten. Doch er nimmt die Auszeichnung nie entgegen. Am 30. Januar fällt er dem Attentat eines nationalistischen Hindus zum Opfer.Bild 35 von 66 Die politische Situation zwischen Pakistan und Indien ist bis heute gespannt.Bild 36 von 66 Auf zwischenmenschlicher Ebene sind die Beziehungen zwischen Indern und Pakistanern entspannter. Freundschaften sind keine Seltenheit.Bild 37 von 66 Doch die Zivilbevölkerung leidet unter dem politischen Konflikt. Als dieser sich im Winter 2001 zuspitzt, ...Bild 38 von 66 ... schließt Indien die Grenze zwischen Lahore und Amritsar.Bild 39 von 66 Zug- und Busverbindungen werden eingestellt.Bild 40 von 66 Erst 2003 werden die Grenzen wieder geöffnet.Bild 41 von 66 Die Situation in der Himalaya-Region Kaschmir, nördlich von Punjab, ist bis heute nicht geklärt und Auslöser für kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Pakistan und Indien.Bild 42 von 66 Beide Staaten erheben Anspruch auf das Gebiet, in dem mehrheitlich Moslems leben, ...Bild 43 von 66 ... aber auch eine einflussreiche hinduistische Minderheit und Anhänger des buddhistischen Glaubens. Die Vereinten Nationen befassen sich in regelmäßigen Abständen mit dem Problemfall Kaschmir.Bild 44 von 66 Besonders die Tatsache, dass sich Pakistan 1998 zur Atommacht aufgeschwungen hat, verschärft die Situation.Bild 45 von 66 Indien führte 1974 erstmals Atomtests durch. Seit 2005 unterstützen die USA Indiens Nuklearforschung. Die jüngste Vereinbarung zwischen Indiens Premierminister Manmohan Singh und US-Präsident Bush bezieht sich auf die zivile Nutzung von Nuklearenergie.Bild 46 von 66 Kernenergie soll die Energieversorgung des Landes und seiner 1,1 Milliarden Einwohner sichern.Bild 47 von 66 Indien ist die wählerstärkste Demokratie der Welt. Und das System scheint zu funktionieren.Bild 48 von 66 Laut Shashi Tharoor, einem Buchautor und früheren Unter-Generalsekretär der Vereinten Nationen, machen besonders die Armen von ihrem Wahlrecht Gebrauch.Bild 49 von 66 "Weil sie wissen, dass ihre Stimme einen Unterschied macht", so der Autor.Bild 50 von 66 Indiens Wirtschaftswachstum liegt bei acht Prozent.Bild 51 von 66 Aber der Wohlstand kommt nicht bei allen an.Bild 52 von 66 Regierungsangaben zufolge leben knapp 80 Prozent der indischen Bevölkerung von weniger als einem halben Dollar täglich.Bild 53 von 66 Rund ein Prozent der indischen Bevölkerung sind Millionäre.Bild 54 von 66 In Deutschland punktet das Land mit IT-Experten ...Bild 55 von 66 ... dem Traum von Bollywood und ...Bild 56 von 66 ... freundlichen Call-Girls und -Boys.Bild 57 von 66 Auf der anderen Seite der 60 Jahre alten Grenze ist die Lage angespannt.Bild 58 von 66 Islamisten gewinnen in Pakistan an Boden. Sie besetzen Gotteshäuser wie die Rote Moschee in der Hauptstadt Islamabad und verüben Anschläge. Der Militär- und Staatschef Musharraf gerät zunehmend in Bedrängnis.Bild 59 von 66 Seit seinem Putsch im Jahr 1999 gegen die demokratisch gewählte Führung steht Pervez Musharraf an der Spitze Pakistans. Im Herbst 2007 soll das alte Parlament den Armeechef im Amt des Präsidenten bestätigen.Bild 60 von 66 Will er Staatschef bleiben, muss es ihm gelingen, die radikal-islamischen Rebellen unter Kontrolle zu bringen. Sie verschanzen sich in den nordwestlichen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan und stehen in Kontakt zum Terrornetzwerk El Kaida.Bild 61 von 66 Die pakistanische Bevölkerung feiert den 61. Unabhängigkeitstag unter dem Bildnis des Landesvaters Jinnah. Der Politiker gehörte dem Nationalkongress Britisch-Indiens seit 1896 an und vertrat einen gemäßigten Islam.Bild 62 von 66 In einer Rede kurz vor dem Unabhängigkeitstag im August 1947 äußerte Jinnah seine Hoffnung: "In diesem Staat Pakistan seid ihr frei."Bild 63 von 66 "Frei, in eure Tempel oder Moscheen oder in andere Gebetsstätten zu gehen."Bild 64 von 66 "Welcher Religion, Kaste oder Konfession ihr auch angehören mögt, ist nicht Sache des Staates."Bild 65 von 66 "Im Laufe der Zeit werden Hindus aufhören, Hindus zu sein und Muslime aufhören, Muslime zu sein - nicht im religiösen Sinne, sondern im politischen Sinn als Bürger eines Staates." (Alle Bilder AP, dpa)Bild 66 von 66