Kampf der Kulturen: Wie der Karikaturen-Streit eskalierte
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In der muslimischen Welt brennt Dänemarks Flagge. Die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" hatte als erste Mohammed-Karikaturen veröffentlicht. Eine von ihnen zeigt den Propheten Mohammed mit einem Turban in Form einer Bombe.Bild 1 von 28 Die dänische Flagge wird zum Symbol für einen Streit um Pressefreiheit einerseits, Religionsfreiheit andererseits.Bild 2 von 28 Hat sich an ihr ein Kampf der Kulturen entzündet?Bild 3 von 28 In Hebron verunglimpften Palästinenser eine auf den Boden gemalte dänische Flagge. Sie skandierten: "Wir werden unseren Propheten Mohammed erlösen - mit unserem Blut."Bild 4 von 28 In Gaza-Stadt demolierten rund zwei Dutzend Palästinenser das deutsche Kulturzentrum. Das Gebäude ist nun bis auf weiteres geschlossen und wird scharf bewacht.Bild 5 von 28 In Damaskus zerstörten Demonstranten die Botschaften Dänemarks und Norwegens. Syrien ist ein straff organisierter Polizeistaat, der Protestaktionen nur dann zulässt, wenn sie dem Regime genehm sind.Bild 6 von 28 Konnte oder wollte der syrische Staat die Angriffe nicht verhindern?Bild 7 von 28 Die syrische Regierung distanziert sich von der Protestaktion. Der Minister für islamische religiöse Stiftungen, Ziad al-Din al-Ajubi, hält die Proteste für gerechtfertigt, betont aber: "Es ist nicht unser Recht, beim Protest die Grenzen zu überschreiten, die uns der Islam setzt."Bild 8 von 28 Dänemarks Botschafter, Ole Egbert Mikkelsen, sagte, er habe die syrischen Behörden mehrmals um Schutz gebeten. Dennoch konnten die Demonstranten die Vertretung stürmen und Feuer legen. Verletzt wurde niemand.Bild 9 von 28 Als die Demonstranten von der dänischen zur norwegischen Botschaft zogen, griff die Polizei ein. Es gelang den Demonstranten trotzdem, das Gebäude in Brand zu setzen.Bild 10 von 28 "Das Prinzip diplomatischer Beziehungen ist, dass Diplomaten sicher arbeiten können, und die Tatsache, dass das gebrochen wurde, ist extrem ernst", sagte der norwegische Außenminister Jonas Gahr Störe.Bild 11 von 28 "Soweit ich weiß, ist dies das erstemal überhaupt, dass eine norwegische Botschaft angegriffen wurde", fügte Störe hinzu.Bild 12 von 28 Die Regierungen in Kopenhagen und Oslo forderten alle in Syrien lebenden Dänen und Norweger dazu auf, das Land sofort zu verlassen.Bild 13 von 28 Proteste im Libanon mündeten ebenfalls in Gewalt. Die mehr als 10000 Demonstranten waren auf ihrem Weg zum dänischen Konsulat in Beirut nicht zu stoppen.Bild 14 von 28 Das Konsulat ging in Flammen auf.Bild 15 von 28 Andernorts verliefen die Proteste friedlich. Mehrere Tausend israelische Araber haben in Nazareth demonstriert. Die islamische Bewegung in Israel - der Organisator der Aktion - warnte, wer den Propheten Mohammed beleidige, beleidige alle Muslime.Bild 16 von 28 Der Vorsitzende der Bewegung, Scheich Raid Salah, forderte, Pressefreiheit konstruktiv und verantwortlich zu nutzen.Bild 17 von 28 Im pakistanischen Lahore protestierten rund 500 Islam-Studenten. Ihre Parole war "Nieder mit Dänemark". Das pakistanische Außenministerium in Islamabad lehnt "den Vorwand der Pressefreiheit zur Veröffentlichung der Karikaturen" ab.Bild 18 von 28 Sudanesische Muslime machten ihrem Ärger ebenfalls lautstark Luft.Bild 19 von 28 Hunderte Demonstranten zogen durch Khartum...Bild 20 von 28 ...und verbrannten eine dänische Flagge.Bild 21 von 28 Proteste auch in Rabat. Die marokkanische Regierung hatte die Verbreitung des französischen Blattes "France Soir" verboten, ...Bild 22 von 28 ...denn auch "France Soir" hatte die Karikaturen nachgedruckt. Die Internet-Seite des Blattes ist daraufhin aus dem World Wide Web verschwunden.Bild 23 von 28 Großbritannien und die US-Regierung bezeichneten die Veröffentlichung der Karikaturen als "beleidigend", verteidigten aber das Recht auf Meinungsfreiheit.Bild 24 von 28 Vor der dänischen Botschaft in London versammelten sich rund 1500 Demonstranten.Bild 25 von 28 Auch in Deutschland lebende Muslime zeigten öffentlich ihre Verärgerung - so zum Beispiel in Leipzig. Bundesaußenminister Steinmeier hat an die Regierungen islamischer Staaten appelliert, auf den Karikaturenstreit mäßigend einzuwirken.Bild 26 von 28 Noch gebe es keinen Kampf der Kulturen, aber der Islam und der Westen seien weiter vom Dialog entfernt als dies angestrebt und wünschenswert sei. Das deutsche Blatt "Die Welt" hatte die Bilder aus der dänischen Zeitung nachgedruckt.Bild 27 von 28 Die arabischen Staaten wollen sich an die Vereinten Nationen wenden, damit "beleidigende Angriffe gegen religiöse Überzeugungen" verboten werde. Die Informationsminister der arabischen Staaten einigten sich außerdem darauf, eine Medienkampagne zu starten.Bild 28 von 28
Kampf der KulturenWie der Karikaturen-Streit eskalierte