Vom Naseweis zum Kokain-Betrug: Der Fall Martina Hingis
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Martina Hingis ließ die Bombe während einer viel beachteten Pressekonferenz platzen.Bild 1 von 88 | Foto: dpaMit Tränen in den Augen erklärte die Schweizerin Ihren Rücktritt, ...Bild 2 von 88 | Foto: dpa... kurz nachdem sie erklärt hatte, dass sie während des Turniers in Wimbledon positiv auf Kokain getestet worden war.Bild 3 von 88 Zwischen A- und B-Probe ließ Hingis eine Haaranalyse vornehmen. Nach eigener Aussage wurden bei dem privat organisierten Test keine Spuren von Kokain entdeckt.Bild 4 von 88 | Foto: dpaEin Grund für ihren Rücktritt sei, dass sie an jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen für den Beweis ihrer Unschuld nicht interessiert ist, sagte sie.Bild 5 von 88 | Foto: dpaHingis berichtete außerdem über Unregelmäßigkeiten bei der in Wimbledon genommenen Urinprobe.Bild 6 von 88 Mit Ihrem Rückzug aus dem Profi-Geschäft findet eine große Tenniskarriere ein unrühmliches Ende.Bild 7 von 88 | Foto: dpaAls 13-jähriger Naseweis war die gebürtige Tschechoslowakin einst im Tennis-Zirkus der Damen durchgestartet. Nach großen ...Bild 8 von 88 ... Siegen, diversen Verletzungs- oder Ruhepausen und einem zwischenzeitlichen Comeback beendet Hingis nach insgesamt 14 Jahren ihre Karriere auf der Profi-Tour.Bild 9 von 88 43 WTA-Turniersiege im Einzel.Bild 10 von 88 36 Turniersiege im Doppel.Bild 11 von 88 5 Titel bei Grand-Slam-Turnieren im Einzel.Bild 12 von 88 9 Titel bei Grand-Slam-Turnieren im Doppel.Bild 13 von 88 1 Grand-Slam-Turniersieg im Mixed.Bild 14 von 88 Wo die junge Martina Hingis auftauchte, flogen ihr Sympathien zu - und Bälle.Bild 15 von 88 Sie wird am 30. September 1980 in Košice in der heutigen Slowakei geboren.Bild 16 von 88 Ihr Vorname ist kein Zufall: Martina Hingis wurde nach der legendären Tennisspielerin Martina Navrátilová, die ebenfalls in der Tschechoslowakei geboren wurde, benannt. (Foto von 1991)Bild 17 von 88 Hingis' Mutter (oben) verehrte die beste Tennispielerin der 80er Jahre zutiefst.Bild 18 von 88 Tennis wurde Töchterchen Martina in die Wiege gelegt. Ihr Vater ist der slowakische Tennispielers Károly Hingis, die Mutter die mährische Tennisspielerin Melánie Molitorová.Bild 19 von 88 Martina Hingis soll bereits als Zweijährige mit dem Training begonnen haben. Mit vier Jahren bestreitet sie ihr erstes Turnier.Bild 20 von 88 Mit sieben Jahren, nach der Scheidung der Eltern, zieht Hingis mit der Mama in die Schweiz, ins Kanton St. Gallen.Bild 21 von 88 Hingis macht nun vor allem eines: Tennis spielen. Und sie gewinnt.Bild 22 von 88 1993 erringt sie den Juniorinnen-Titel bei den French Open. Mit zwölf Jahren ist sie damit die jüngste Spielerin, die jemals einen Junioren-Grand-Slam-Titel gewann.Bild 23 von 88 1994 gelingt es ihr nicht nur, diesen Titel zu verteidigen; Hingis gewinnt auch den Juniorinnen-Einzel-Titel in Wimbledon ...Bild 24 von 88 ...und wird als Nummer eins dieser Altersklasse geführt.Bild 25 von 88 Der Schritt in die Profi-Liga folgt 1994. Hingis gibt als Nummer 387 der Tennis-Weltrangliste in Zürich als Dreizehnjährige ihr Debüt.Bild 26 von 88 Es folgt ein stetiger Aufstieg. Immer öfter gelingt es der jungen Schweizerin, bei Grand-Slam-Turnieren die ersten Runden zu überstehen und auch namhafte Gegnerinnen aus dem Feld zu räumen.Bild 27 von 88 An der Seite von Helena Suková gewinnt sie 1996 die Doppelkonkurrenz in Wimbledon. Mit 15 Jahren und 9 Monaten hat sie einen weiteren Rekord als: "Jüngste Gewinnerin eines Wimbledon-Titels des 20. Jahrhunderts".Bild 28 von 88 Der eigentliche Durchbruch, der ihr weltweite Aufmerksamkeit beschert, folgt 1997.Bild 29 von 88 Hingis kann gleich drei Grand-Slam-Turniere für sich entscheiden.Bild 30 von 88 Das Jahr beginnt für die 16-jährige Schweizerin vielversprechend: Auf Anhieb erreicht sie das Endspiel in Australien. In ihrem ersten Grand-Slam-Finale bei den Australian Open besiegt sie die Französin Mary Pierce klar mit 6:2 und 6:2.Bild 31 von 88 Am 31. März 1997 wird Hingis die jüngste Nummer eins in der Geschichte der Tennis-Weltrangliste.Bild 32 von 88 Im Sommer des Jahres holt Hingis den Damen-Einzel-Titel in Wimbledon - als jüngste Siegerin des 20. Jahrhunderts.Bild 33 von 88 Im Finale der US Open besiegt Hingis Venus Williams.Bild 34 von 88 Nur bei den French Opern läuft es 1997 nicht optimal: In Roland Garros muss sie sich im Finale überraschend der Außenseiterin Iva Majoli geschlagen geben.Bild 35 von 88 1997 wird am Ende dennoch das beste und erfolgreichste Jahr ihrer Karriere.Bild 36 von 88 Sie feiert zwölf Turniersiege und erreicht eine Gewinnquote von 93,8 Prozent.Bild 37 von 88 Doch ihr Erfolg ruft auch schnell Neider auf den Plan. Unter die Stimmen, die das junge Tenniswunder feiern, mischen sich nörgelnde Töne.Bild 38 von 88 Harmlos noch der Vorwurf, Hingis sei mit ihren 17 Jahren noch ein wenig kindlich.Bild 39 von 88 Immer wieder ist zu lesen, Hingis können nicht verlieren, Mitspieler beschweren sich angeblich über die "blöde Kuh". Sie sei einfach eine Zicke".Bild 40 von 88 Immer mehr Sportreporter kommentieren, Hingis sei der allzu frühe und rasante Erfolg offenbar zu Kopf gestiegen ...Bild 41 von 88 ... sie sei doch allzu arrogant.Bild 42 von 88 Dieser Vorwurf stützt sich vor allem auf das Jahr 1999, in dem Hingis durch zahlreiche nur bedingt qualifizierte Bemerkungen öffentlich Sympathien verspielt.Bild 43 von 88 Auf die athletische und sich offen zu ihrer Homosexualität bekennende Australian Open-Finalgegnerin Amélie Mauresmo abzielend, erklärt Hingis bespielsweise, diese sei "ein halber Mann".Bild 44 von 88 Ähnlich uncharmante Äußerungen folgten später im Jahr auch über die muskulösen Williams-Schwestern, Lindsay Davenport und auch Steffi Graf.Bild 45 von 88 Zum Showdown kommt es dann beim Turnier in Paris. Das Finale bei den French Open 1999 wird von vielen als Schlüssel- und Wendepunkt der Karriere von Martina Hingis gesehen.Bild 46 von 88 Martina Hingis und Steffi Graf bestreiten das Finale von Roland Garros. Ein Interview der Schweizerin vom Vortag erzeugt erneut eine gereizte Atmosphäre:Bild 47 von 88 Die Schweizerin gibt zu Protokoll, der morgige Tag werde zeigen, dass Grafs Zeit vorbei und der Generationenwechsel endgültig vollzogen sei.Bild 48 von 88 Hingis beginnt deutlich stärker als Graf, die im ersten Satz unsicher wirkt. Die Schweizerin gewinnt den ersten Durchgang mit 6:4. Im zweiten Satz führt Hingis bereits mit 5:4 und ist bei eigenem Aufschlag nur drei Punkte vom Sieg entfernt.Bild 49 von 88 Nach einer Fehlentscheidung zu ihren Ungunsten kommt Hingis aber aus dem Konzept und bringt zudem durch wiederholte Diskussionen mit dem Schiedsrichter das Publikum gegen sich auf.Bild 50 von 88 Graf agiert unbeeindruckt, holt sich direkt im Anschluss die nächsten Spiele und mit 7:5 den Satz. Nun bestimmt Graf mit zunehmendem Selbstvertrauen die Partie.Bild 51 von 88 Beim Stande von 5:2 versucht Hingis, die Deutsche mit Aufschlägen von unten zu irritieren. Dennoch verwandelt Graf ihren dritten Matchball zum 4:6, 7:5 und 6:2.Bild 52 von 88 Es war das letzte Match der beiden Ausnahmekönnerinnen.Bild 53 von 88 Ein Scheidepunkt: Auch in den Folgejahren blieb Martina Hingis nicht nur auf der roten Asche in Paris sieglos. Zudem gewann sie seitdem kein Grand-Slam-Turnier mehr.Bild 54 von 88 Auch bei den US Open muss Hingis 1999 im Endspiel eine Niederlage einstecken: Sie verliert gegen die aufstrebende Serena Williams.Bild 55 von 88 Zunehmend wird deutlich: Hingis kommt mit dem Powertennis der neuen Generation, das vor allem auf Kraft und Schnelligkeit des Balls setzt, nicht klar.Bild 56 von 88 Hingis' Tennis begeisterte dagegen bereits zu Beginn ihrer Karriere durch Spielintelligenz und taktische Raffinesse.Bild 57 von 88 Trotz der Niederlagen in den wichtigsten Endspielen beendet Hingis das Jahr mit sieben Turniersiegen als Nummer eins der Welt.Bild 58 von 88 Doch 2000 sieht die Tennis-Welt plötzlich anders aus. Hingis rennt hilflos Spielerinnen wie Davenport und Willimas hinterher - und die gibt die entscheidenden Partien der Grand-Slam-Turniere ab.Bild 59 von 88 Es läuft nicht mehr. Weder in Melbourne, noch bei den anderen großen Turnieren.Bild 60 von 88 Am Ende des Jahres 2000 findet sich Hingis auf Rang vier der Weltrangliste wieder - nach 209 Wochen als Nummer eins.Bild 61 von 88 Die neuen Powerfrauen sind aber nicht Hingis' einziges Problem: Verletzungen behindern die Schweizerin über Jahre.Bild 62 von 88 Im Oktober 2000 muss sich Martina Hingis erstmals einer Operation am rechten Fuß unterziehen.Bild 63 von 88 Im Mai 2002 folgt erneut eine Operation - diesmal am linken Fuß.Bild 64 von 88 Zu den körperlichen Sorgen gesellen sich frustrierende Turniererfahrungen.Bild 65 von 88 2002 erreicht Hingis zwar zum sechsten Mal in Folge das Finale der Australian Open, unterliegt dort jedoch in einem dramatischen Spiel Jennifer Capriati ...Bild 66 von 88 ...Hingis verspielt dabei eine 6:4 und 4:0-Führung und verliert am Ende mit 6:4, 6:7 und 2:6.Bild 67 von 88 Nach einer Niederlage beim Turnier in Filderstadt im Herbst 2002 erklärt Hingis, dass sie an chronischen Fußproblemen leide und momentan nicht mehr in der Lage sei, Profi-Tennis zu spielen.Bild 68 von 88 Zeitweise schwebte ein Klageandrohung gegen ihren Schuhsponsor im Raum. Das endgültige Aus folgt wenig später. Mit nur 22 Jahren gibt Hingis 2003 ihren Rücktritt bekannt.Bild 69 von 88 Danach kümmerte sie sich um Dinge, für die sie in den zehn Jahren zuvor keine Zeit hatte.Bild 70 von 88 Sichtlich entspannter und zufriedener wirkt Hingis von Mal zu Mal. Die Turniere, das permanente Training, der Jetset, immer fremde Hotels. Sie habe es nicht mehr ertragen können, erklärt sie.Bild 71 von 88 Doch Lesen, Reiten, Herumhängen ... auch das wird auf die Dauer langweilig.Bild 72 von 88 Im Februar 2005 unternimmt Hingis beim WTA-Turnier in Pattaya einen Comebackversuch. Sie betont allerdings, dass es ihr hierbei nicht um Punkte für die Weltrangliste oder um die Siegprämie gehe.Bild 73 von 88 Sie habe vielmehr dem Wunsch einer Freundin entsprochen, sich für ein thailändisches Hilfswerk für verarmte und obdachlose Frauen und Kinder zu engagieren.Bild 74 von 88 Der Versuch scheitert: Sie verliert bereits ihr erstes Spiel gegen die Deutsche Marlene Weingärtner.Bild 75 von 88 Am 3. Dezember 2005 gibt Hingis bekannt, dass für eine Comeback im Januar trainiert.Bild 76 von 88 Der Versuch startet am 1. Januar 2006 beim Turnier in Brisbane an der Gold Coast. Hingis erreicht auf Anhieb im Einzel und im Doppel das Halbfinale.Bild 77 von 88 Und seitdem mischte sie wieder mit, bis zu ihrem endgültigen Ausstieg nach dem Kokain-Skandal von Wimbledon 2007:Bild 78 von 88 Bei den Australian Open erreichte Hingis 2006 im Einzel das Viertelfinale, wo sie der ehemaligen belgischen Weltranglisten-Ersten Kim Clijsters unterlag. Es war ihr erster Grand Slam-Auftritt seit mehr als zwei Jahren.Bild 79 von 88 In Tokio schaffte sie sogar erstmals seit vier Jahren wieder den Einzug in das Endspiel eines WTA-Turniers, ...Bild 80 von 88 ... in Indian Wells im März 2006 gelang der Schweizerin ein Sieg gegen ihre alte Konkurrentin Lindsay Davenport, ...Bild 81 von 88 ... in Rom feierte Hingis dann den ersten Turniersieg seit ihrem Comeback im Januar 2006, ...Bild 82 von 88 ... bei den French Open erreichte Hingis das Viertelfinale, ...Bild 83 von 88 ... den Halbfinaleinzug in Melbourne 2007 verpasste sie allerdings.Bild 84 von 88 In der Weltrangliste hatte sie sich innerhalb von weniger als zwölf Monaten wieder unter die Top 10 vorgeschoben.Bild 85 von 88 Doch es blieb ein wenig wie vor ihrer Pause: Sie besiegte viele, aber gegen die vier, fünf besten Spielerinnen der Welt hatte sie kaum eine Chance.Bild 86 von 88 Auch wenn die nicht mehr Davenport und Williams hießen, sondern Scharapowa, Henin oder Clijsters.Bild 87 von 88 Doch Hingis schien das alles - anders als früher - gelassener zu nehmen, genau wie ihre positive Doping-Probe in Wimbledon.Bild 88 von 88
Vom Naseweis zum Kokain-BetrugDer Fall Martina Hingis