Den Tramp kennt jeder.Bild 1 von 59 Es ist die berühmteste Rolle von Charles Spencer Chaplin, der am 16. April 1889 in London als jüngstes Kind einer Entertainer-Familie geboren wird.Bild 2 von 59 Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf. Mehrmals wird er wegen psychischer Probleme seiner Mutter ins Waisenhaus gesteckt.Bild 3 von 59 Umso größer ist die Überraschung, dass er später nach Hollywood geht und zu einem der bekanntesten Filmstars aufsteigt, ?Bild 4 von 59 ? zum Ritter des britischen Empire geschlagen wird und akademische Ehren erhält, ?Bild 5 von 59 ? dass er in seinen Filmen eine Bildsprache entwickelt, die mehr als tausend Worte sagt.Bild 6 von 59 Der Geburtstag des Jahrhundertgenies jährt sich am 16. April zum 120. Mal.Bild 7 von 59 Lange bevor er zum Weltstar wird, ist Chaplin bereits ein Bühnenprofi. Seine ersten Sporen verdient er sich im Vaudeville-Unterhaltungs-Theater der Jahrhundertwende.Bild 8 von 59 Mit Fred Karnos Music Hall Company tourt er durch Europa und Amerika.Bild 9 von 59 Auf der zweiten USA-Tour wird er - zusammen mit Stan Laurel (r.) - von Mack Sennett (l.) entdeckt und nach Hollywood eingeladen.Bild 10 von 59 Fortan tritt er in dessen Slapstick-Filmen der Keystone-Filmgesellschaft auf. Doch schon bald versucht er, den Filmen seinen eigenen Stempel aufzudrücken.Bild 11 von 59 Er übernimmt schon bald neben der Hauptrolle auch Regie, Drehbuch und Schnitt seiner Filme.Bild 12 von 59 Aus verschiedenen Verkleidungen, die er sich aus der Keystone-Garderobe zusammensucht, kristallisiert sich schließlich auch die Figur des Tramps heraus, ?Bild 13 von 59 ? die sein Markenzeichen wird.Bild 14 von 59 Chaplin wird zum Superstar, seine Gagen erhöhen sich schnell und er wechselt mehrmals das Filmstudio. In dieser Zeit dreht er Filme wie "Ein Hundeleben" ?Bild 15 von 59 ? und "Gewehr über", bei denen er zunehmend auch die Rolle des Produzenten übernimmt.Bild 16 von 59 Und selbst die Filmmusik steuert Chaplin in späteren Filmen selbst bei.Bild 17 von 59 1919 gründet er mit anderen Filmschaffenden die unabhängige United Artists Corporation. (Im Bild sitzend mit D.W. Griffith (l.), Mary Pickford (2.v.l.), Douglas Fairbanks, Sr. (r.)).Bild 18 von 59 Damit erhält er endlich seine volle künstlerische Freiheit und dreht nach unzähligen Kurzfilmen den ersten abendfüllenden Streifen: "The Kid", der autobiographische Züge trägt.Bild 19 von 59 "Man möchte die Arme aufheben und ihm zurufen: Gott sei Dank, dass es dich gibt", schreibt Kurt Tucholsky 1923 über den Film. "Dein Herzblut hat dein Gehirn passiert - du fühlst mit dem Kopf und denkst mit dem Herzen ?Bild 20 von 59 ? In deinen Filmen ist echteste Menschlichkeit und tiefste Logik des Herzens."Bild 21 von 59 Der Tramp wandelt sich in "The Kid" von der Slapstick-Figur zum mitfühlenden Vater. Damit erweitert Chaplin den Charakter der Figur und ebnet den Weg für die späteren Meisterwerke.Bild 22 von 59 1925 kämpft er mit den widrigen Umständen des "Goldrauschs", ?Bild 23 von 59 ? 1928 mit schwindelerregenden Höhen in "Der Zirkus".Bild 24 von 59 Mit "Lichter der Großstadt" dreht Chaplin 1931 einen Stummfilm - als der Tonfilm sich bereits durchgesetzt hat.Bild 25 von 59 "Eine ironische und sozialkritische Tragikomödie voller Menschlichkeit", nennt das Lexikon des internationalen Films die Romanze zwischen dem Tramp und dem Blumenmädchen. Es wird einer von Chaplins größten Publikumserfolgen.Bild 26 von 59 Inspiriert durch einen Besuch bei Mahatma Gandhi 1931 und die Weltwirtschaftskrise, setzt sich Chaplin in den folgenden Jahren mit der sozialen und politischen Realität der 30er und 40er Jahre auseinander.Bild 27 von 59 Der folgende Film, "Moderne Zeiten", verbindet Slapstick, Romanze ?Bild 28 von 59 ? und Sozialkritik.Bild 29 von 59 Den Kampf gegen die Übermacht aus Maschinen und Uniformität in der modernen, kapitalistischen Welt kann der Tramp nur mit Hilfe der Liebe gewinnen.Bild 30 von 59 1940 folgt Chaplins erster Tonfilm: "Der große Diktator".Bild 31 von 59 Darin kritisiert er Hitlers Rassenwahn, ...Bild 32 von 59 ... seinen Größenwahn ...Bild 33 von 59 ... seinen Militarismus.Bild 34 von 59 Chaplin, der nur vier Tage älter war als Hitler, spielt in dem Film eine Doppelrolle: Als Diktator Hynkel und verfolgter jüdischer Frisör, der am Ende den Platz des Herrschers einnimmt.Bild 35 von 59 Später sagte Chaplin, dass er den Film nicht gedreht hätte, wenn er zu diesem Zeitpunkt vom wahren Ausmaß der Judenvernichtung in den Konzentrationslagern gewusst hätte.Bild 36 von 59 In der Öffentlichkeit wird Chaplin nach diesem Film scharf angegriffen. Bisher sind es vor allem seine Affären, ...Bild 37 von 59 ... seine Ehen mit teils minderjährigen Frauen, ...Bild 38 von 59 ... und die folgenden Scheidungsprozesse und Gerichtsverhandlungen, die im prüden Amerika Aufsehen erregen.Bild 39 von 59 Doch nun kommt der Vorwurf hinzu, Chaplin betreibe Kriegshetze und er sei Kommunist.Bild 40 von 59 Chaplin, der sich immer als Weltbürger ...Bild 41 von 59 ... und Pazifist sieht (mit Albert Einstein), ...Bild 42 von 59 ... tauscht sich nicht nur mit Kollegen wie Orson Welles ...Bild 43 von 59 ... und Kolleginnen wie Marlene Dietrich ...Bild 44 von 59 ... und Sophia Loren aus.Bild 45 von 59 Auch Schriftsteller wie George Bernhard Shaw ...Bild 46 von 59 ... und Politiker wie Winston Churchill gehören zu seinen Gesprächspartnern.Bild 47 von 59 In den 40er Jahren jedoch muss er mehrmals vor dem Ausschuss für unamerikanische Aktivitäten aussagen.Bild 48 von 59 1952 schließlich wird Chaplin, der nach wie vor die britische Staatsbürgerschaft inne hat, nach einer Europatour die Wiedereinreise in die USA verweigert.Bild 49 von 59 Er beschließt daraufhin, in Europa zu bleiben.Bild 50 von 59 Hier dreht er auch seine letzten Filme. Waren "Monsieur Verdoux" ...Bild 51 von 59 ... und "Rampenlicht" noch in den USA entstanden, ...Bild 52 von 59 ... dreht er 1957 "Ein König in New York" über einen exilierten Monarchen ...Bild 53 von 59 ... und 1967 "Die Gräfin von Hongkong" mit Marlon Brando in Großbritannien.Bild 54 von 59 Erst 1972 kehrt er in die USA zurück - zur Verleihung eines Ehren-Oscars für sein Lebenswerk.Bild 55 von 59 Auch privat findet er sein Glück - mit Ehefrau Oona ...Bild 56 von 59 ... hat er acht Kinder.Bild 57 von 59 Chaplin stirbt 1977 im Alter von 88 Jahren. Zwei Monate nach der Beisetzung wird der Leichnam geraubt, um die Familie zu erpressen. Das Vorhaben misslingt, die Täter werden gefasst und Chaplin ein zweites Mal beerdigt.Bild 58 von 59 Seinen Fans bleibt er für immer in Erinnerung - als der Tramp. (Text: Markus Lippold. Alle Bilder AP, dpa)Bild 59 von 59