Ob "Totmacher" oder "Schimanski": Götz George wird 70
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Das Alter war für Götz George "nie ein großes Thema", ...Bild 1 von 59 ... und auch nach seiner jüngsten Herzoperation oder dem schlimmen Badeunfall vor Sardinien fühlt er sich noch immer gut in Form.Bild 2 von 59 "Alt werde ich, daran gibt es nichts zu deuteln, ich muss eben meine Kondition so gut wie möglich halten, und das klappt", meint George.Bild 3 von 59 Auch an seinem 70. Geburtstag, den er am 23. Juli 2008 eher widerwillig feiert und wohl wieder flüchten wird, weil er runde Geburtstage wegen "des Rummels drumherum" nicht ausstehen kann, ...Bild 4 von 59 ... ist der Sohn des großen Schauspieler-Paares ...Bild 5 von 59 ... Berta Drews und Heinrich George ...Bild 6 von 59 ... hungrig nach neuen Rollen und Aufgaben. Dabei hat "Putzi", ...Bild 7 von 59 ... wie ihn seine Mutter ein Leben lang nannte, sein Klassenziel längst erreicht.Bild 8 von 59 Kritiker nennen Götz George "einen der wenigen veritablen Schauspielerstars" in Deutschland.Bild 9 von 59 Der aber in seinem Leben nach eigenen Worten auch "immer sehr allein" war, der es "irrsinnig schwer" gehabt und es sich auch selbst schwer gemacht habe, ...Bild 10 von 59 ... der es sich abgewöhnt hat, anderen Menschen zu vertrauen - und der auf die Frage, ob es im Leben überhaupt dauerhafte Beziehungen gibt, antwortet: ...Bild 11 von 59 ... "Nee, das war in meinem Leben nie sehr vordergründig", er sei auch mit sich selbst "eigentlich ganz zufrieden".Bild 12 von 59 Für sich selbst schreibt er auch seit 30 Jahren Tagebücher ("Jeden Tag eine Seite, mehr habe ich nicht zu sagen"), die nach seinem Willen aber irgendwann vernichtet werden sollen.Bild 13 von 59 "Mit dem Leben gespielt" ist der doppeldeutige Titel der in diesem Frühjahr erschienenen George-Biografie von Torsten Körner (Scherz Verlag), an der der Schauspieler aktiv mitwirkte.Bild 14 von 59 Auf seine Arbeit bereitet sich der Preuße und "Berliner Junge" ...Bild 15 von 59 ... gerne in völliger Abgeschiedenheit in seinem Refugium auf der Mittelmeerinsel Sardinien vor - ohne Handy und Fernseher.Bild 16 von 59 Wie ein Computer hochgefahren wird, weiß er bis heute nicht.Bild 17 von 59 Auf Sardinien nennt ihn auch niemand Schimmi oder Schimanski.Bild 18 von 59 In Deutschland ist das ebenso empfindsame wie empfindliche "Raubein" nur noch zum Arbeiten, ansonsten missfällt ihm der öffentliche Umgang mit Schauspielern hier:Bild 19 von 59 "Der Deutsche will immer den Jesus haben, der auf die Schnauze fällt und zugibt: mea culpa." Daher: "Arbeiten, Steuern zahlen und dann wieder weg."Bild 20 von 59 Da ist ein Trauma geblieben: Die deutschen Medien und George - und auch "diese Geschichte mit Gottschalk".Bild 21 von 59 Das war 1998. George wollte über seinen neuen Film sprechen, "der ist mir wichtiger als das, was du redest, im Moment." Er wurde ausgebuht.Bild 22 von 59 Fünf Jahre später war George wieder bei Gottschalk. Dieses Mal gerieten die beiden sich noch stärker in die Haare - jetzt allerdings inszeniert.Bild 23 von 59 Für George waren diese Auseinandersetzungen schließlich so etwas wie der Verlust der Heimat.Bild 24 von 59 "Klaus Löwitsch ist daran gestorben", meint er. George hatte zeitweilig Herzrhythmusstörungen. "Ich war völlig unstabil."Bild 25 von 59 Dabei habe er es doch in diesem Land "ohne Skandale, Besäufnisse, Drogen und Kloppereien" so weit gebracht. "Das muss man doch anerkennen!"Bild 26 von 59 Georges bemerkenswerte schauspielerische Wandlungsfähigkeit war bei der Darstellung von Altersrollen auch in früheren Jahren kein Problem für ihn - ...Bild 27 von 59 ... "das pinkelt der euch in den Sand", meinte dazu einmal der Filmproduzent Markus Trebitsch.Bild 28 von 59 Seit über einem halben Jahrhundert ist George "im Geschäft", ...Bild 29 von 59 ... anfangs auch auf der Bühne, und versucht wohl immer noch, ...Bild 30 von 59 ... seinem Vater und beruflichen Vorbild gerecht zu werden.Bild 31 von 59 Das darstellerische Spektrum des "ewigen Jungen" mit der "brüllenden Vitalität" ...Bild 32 von 59 ... und der "kindlichen Gutmütigkeit", der doch immer auf dem Sprung zu sein scheint, ...Bild 33 von 59 ... lässt staunen und nötigt auch Respekt ab.Bild 34 von 59 Seine Bandbreite reicht vom Karl-May-Darsteller bis zum KZ-Kommandanten, über einen Alzheimer-Kranken oder blinden Klavierlehrer ...Bild 35 von 59 ... bis zu einem Boxer oder schwulen Taschendieb und einem homosexuellen Mörder wie im "Totmacher" (Foto).Bild 36 von 59 Furore machte er auch mit Filmen wie "Schtonk" ...Bild 37 von 59 ... über die gefälschten Hitler-Tagebücher ...Bild 38 von 59 ... oder mit der bissigen Münchner Schickimicki-Satire "Rossini".Bild 39 von 59 Gerade hat er die George-Tabori-Groteske "Mein Kampf" mit dem jungen Tom Schilling abgedreht.Bild 40 von 59 Und natürlich war und ist der "Tatort"-Kommissar Schimanski für George eine Herausforderung an seinen schauspielerischen Ehrgeiz, ...Bild 41 von 59 ... den er dort mal mehr ...Bild 42 von 59 ... oder weniger gut befriedigen konnte: ...Bild 43 von 59 ... Sein heimlicher Wunsch, die populäre Kommissar-Figur in der letzten Folge als Schwulen zu outen, ging bisher nicht in Erfüllung.Bild 44 von 59 Der Wunsch ist ein innerer Protest gegen das ewige Macho-Klischee.Bild 45 von 59 Auf alle Fälle hat er mit dem 1981 "geborenen" Ruhrpott-Kommissar Schimanski Fernsehgeschichte geschrieben.Bild 46 von 59 Auch wenn ihm damit das Schicksal vieler großer Mimen blühte, von großen Teilen des TV-Publikums nur noch mit einer Rolle identifiziert zu werden, ...Bild 47 von 59 ... und manchmal sogar von Journalisten angesprochen zu werden mit "Herr Schi... ähh ... George".Bild 48 von 59 Das tut weh.Bild 49 von 59 Der Deutsche Fernsehpreis wurde George aber für sein Lebenswerk verliehen.Bild 50 von 59 Und George räumt auch ein, dass die Schimanski-Jahre vor allem in den 80ern "eine wunderbare Zeit" für ihn waren, ...Bild 51 von 59 ... "ein Glücksfall, den ich so in meinem Leben über ein Jahrzehnt nicht wieder gehabt habe", wie er jetzt bei der Buchvorstellung seiner Biografie sagte.Bild 52 von 59 Anderes ist dagegen schmerzhaft zu erinnern, wie zum Beispiel der Tod seines Vaters im sowjetischen Lager Sachsenhausen 1946, ...Bild 53 von 59 ... ein Jahrhundertschauspieler ("Der Postmeister", "Berlin Alexanderplatz"), der allerdings auch in NS-Propagandafilmen wie "Jud Süß" und "Kolberg" mitgemacht hat ...Bild 54 von 59 ... und der irgendwo im Wald bei Berlin anonym vergraben wurde, bis ihn der Sohn nach dem Ende der DDR heimholte.Bild 55 von 59 George verschweigt auch nicht bittere Kindheitserinnerungen, wenn der Vater nicht davor zurückschreckte, seinen kleinen Sohn mit der Reitpeitsche zu züchtigen.Bild 56 von 59 Heute hofft George, dass sein Vater sagen würde: "Na, Kleener, du bist ja nicht so'n schlechter Schauspieler, wie ich anfangs gedacht habe."Bild 57 von 59 Götz George selbst ist sichtlich stolz auf seine vielen Rollen und die vielseitigen Charaktere, die er dargestellt hat: ...Bild 58 von 59 ... "Das nehme ich mit ins Grab." Nun mal nicht ganz so theatralisch, Herr George, das wird ja noch eine Weile dauern, hoffentlich! (Fotos: AP/dpa)Bild 59 von 59
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