Komiker des Wirtschaftswunders: Heinz Erhardt zum 100.
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Was war er nur für ein Schelm!Bild 1 von 27 "Drum bleib' ich, wenn es mir auch schwer ward, nur Heinz Erhardt", dichtete der legendäre Komiker einst.Bild 2 von 27 Nur? Der gemütliche Dicke mit Hornbrille und treuherzigem Blick, brillanter Sprachkünstler und gefeierter Blödelmeister zugleich, war einer der beliebtesten und größten Komödianten Deutschlands.Bild 3 von 27 Was seine Kritiker als biederen Humor abtaten, galt anderen als Spaß mit philosophischem Tiefgang. "Im übrigen heiß ich nicht nur Heinz Erhardt, sondern Sie auch herzlich willkommen" - die Menschen in der Nachkriegszeit konnten sich prächtig über seinen Humor amüsieren.Bild 4 von 27 "Er brachte den Deutschen nach dem Krieg wieder das Lachen bei", heißt es über den Dichter, Schauspieler, Entertainer und Musiker.Bild 5 von 27 Heinz Erhardt, der am 20. Februar 1909 in Riga geboren wurde, war ein Phänomen - und ist bis heute, 30 Jahre nach seinem Tod, unvergessen.Bild 6 von 27 Mit Gespür für treffsicheren Witz karikierte Erhardt ("Was bin ich doch heute wieder für ein Schelm!") den Alltag seiner Zeit. Er trumpfte gern mit "Noch 'n Gedicht" auf und begeisterte mit hintersinnigen Wortspielereien.Bild 7 von 27 Wenn er etwa sagte: "Frauen sind die Juwelen der Schöpfung. Man muss sie mit Fassung tragen."Bild 8 von 27 Oder wenn er erklärte: "Paradox ist, wenn sich einer im Handumdrehen den Fuß bricht."Bild 9 von 27 Dabei wollte der Sohn einer musischen Familie eigentlich Pianist werden. Sein Vater - kurz nach der Geburt trennten sich die Eltern - machte als Kapellmeister in Deutschland Karriere, sein Großvater hatte eine Musikagentur.Bild 10 von 27 Es war eine sehr unruhige Zeit für den Jungen: Mal wuchs er bei den Großeltern auf, dann holte ihn die Mutter zu sich, dann wiederum nahm ihn der Vater mit nach Deutschland, bis der Junge wieder nach Riga zurückkehrte.Bild 11 von 27 Von 1926 bis 1928 studierte er in Leipzig Klavier und Komposition. Nach der Rückkehr nach Riga arbeitete er im Musikalienhandel und lernte in einem Fahrstuhl die Liebe seines Lebens kennen: Seine spätere Ehefrau Gilda Zanetti (mit Sohn Gerno bei der Beisetzung).Bild 12 von 27 Noch vor dem Zweiten Weltkrieg entschied sich Heinz Erhardt, der inzwischen schon Erfahrungen als Stegreifkomiker gesammelt hatte, dann doch für das Theater.Bild 13 von 27 "Viele betreten ja die Bretter, die die Welt bedeuten - und merken nicht, dass sie auf dem Holzweg sind", dichtete er mal. Er selbst war nicht auf dem Holzweg - sondern auf dem Weg nach oben.Bild 14 von 27 Nachdem er zur Zeit des Krieges (zur Wehrmacht als Nichtschwimmer bei der Marine einberufen) als Truppenbetreuer tourte, zog er nach Kriegsende mit seiner Familie nach Hamburg. Dort feierte der Erhardt-Humor zunächst im Radio Erfolge.Bild 15 von 27 Als der Film auf ihn aufmerksam wurde, war er schon über 40 und Hörfunkstar. Durch seine Theatertouren und "Bunten Abende" kannten ihn bereits viele. Er entspräche ja genau den Maßen der Breitwand, witzelte der übergewichtige Entertainer.Bild 16 von 27 1957 spielte er seine erste Hauptrolle im Kino in "Der müde Theodor", im selben Jahr folgte "Witwer mit fünf Töchtern" und brach alle Kassenrekorde.Bild 17 von 27 Film auf Film kam heraus, darunter "Der Haustyrann", "Immer die Radfahrer" und "Das kann doch unseren Willi nicht erschüttern" (Bild). Das Publikum liebte ihn - als biederen Beamten Willi Winzig ebenso wie als Familienvater.Bild 18 von 27 Seine eigene Familie erlebte ihn als rastlosen Mann, dessen Leben das Showgeschäft war. "In diesen Jahren jagte er buchstäblich von einem Erfolg zum nächsten", heißt es in einer von Rainer Berg und Norbert Klugmann veröffentlichten Biografie.Bild 19 von 27 "Sogar seinen Geburtstag, den Hochzeitstag und fast alle Feiertage verbrachte er auf der Bühne. 'Ich genieße den Erfolg', notiert er. 'Aber was ist, wenn das Publikum mich eines Tages nicht mehr sehen will?' Von dieser Angst getrieben, erlaubte er sich keine Schwäche."Bild 20 von 27 Doch 1971 setzte ein Schlaganfall der Karriere ein jähes Ende: Er nahm ihm die Stimme. Heinz Erhardt saß fortan im Rollstuhl. Acht Jahre später starb der Star der Wirtschaftswunder-Deutschen. (Die Familie bei der Beisetzung)Bild 21 von 27 Zu seinem 100. Geburtstag wird der als "Schwergewicht des leichten Humors" und "Großmeister des Lachens" gefeierte und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Komiker wieder auf vielfältige Weise gewürdigt - musikalisch, literarisch und filmisch.Bild 22 von 27 Sein Enkel Marek Erhardt, selbst Schauspieler, staunt über den "Hype", den der 100. Geburtstag wieder ausgelöst hat. Er sei sehr gespannt, ob sich das Thema Heinz Erhardt auch künftig durchsetzt.Bild 23 von 27 "Ob die nachfolgenden Generationen sich von allein mit ihm befassen werden?" Ob sie wissen, von wem Weisheiten wie "Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit" oder "Pessimisten sind Leute, die mit der Sonnenbrille in die Zukunft schauen" stammen?Bild 24 von 27 Heinz Erhardt jedenfalls hätte dann bestimmt "vor Glück eine ganze Allee von Purzelbäumen" geschlagen.Bild 25 von 27 Zum 100. Geburtstag hat Warner Music Germany sämtliche Archive durchforstet, verloren geglaubte Schätze wiedergefunden und fast Vergessenes zutage befördert. Das überwältigende Ergebnis: ...Bild 26 von 27 Das gesamte Hörwerk Heinz Erhardts aus dem kompletten Telefunken-Repertoire in Form einer Best Of Doppel-CD und einer umfassenden 4-CD-Box. Bereits jetzt auf Platz 1 der Comedy Charts. (Bilder: dpa, AP)Bild 27 von 27
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