Für Meryl Streep ist es eine Paraderolle, für die sie beim Festival in Venedig gefeiert wurde.Bild 1 von 70 In "Der Teufel trägt Prada" spielt sie die mehr als zickige Chefin eines New Yorker Modemagazins - eine Despotin, die ihren Empfangsdamen allmorgendlich Handtasche und Pelzmantel auf den Tresen donnert und die ganze Haute-Couture-Kollektionen scheitern lässt, wenn sie nur kurz die Lippen schürzt.Bild 2 von 70 Streep, die sich mit steingrauer Ladyfrisur zu ihren 57 Jahren bekennt, läuft in der Bestsellerverfilmung zur Hochform auf. Ein Oscar wäre keine Überraschung.Bild 3 von 70 Das Ganze wird garniert mit wunderbaren Bildern des glitzernden New York, die Reisesehnsucht wecken. Aber die Geschichte vom Mode-Teufel und dem Mauerblümchen, das sich in der Welt der Eitelkeiten behauptet, indem es seine Seele gegen ein Paar Jimmy-Choo-Schuhe verkauft, hat ihre Längen (finden Männer).Bild 4 von 70 Nach den fast zwei Stunden fühlt sich der Zuschauer wie nach drei Folgen "Sex and the City", was kein Zufall ist: "Prada"-Regisseur David Frankel hat auch die Serie gedreht. Und das ist gut so (finden Frauen).Bild 5 von 70 Das Mauerblümchen Andrea, die zweite Hauptrolle, wird gespielt von Anne Hathaway ("Brokeback Mountain").Bild 6 von 70 "Ich bete sie an, sie toleriert mich", scherzt die 23-Jährige über die Dreharbeiten mit ihrer großen Kollegin.Bild 7 von 70 Im Film wird für sie ein Mädchentraum wahr. Die Journalismus-Studentin bekommt den Job der zweiten Assistentin von Miranda Priestly (Streep) beim glamourösen Magazin "Runaway", einer fiktiven Ausgabe der "Vogue".Bild 8 von 70 Dabei hat sie keine Ahnung von Mode, trägt die für die Branche unglaubliche Konfektionsgröße 40 und lässt sich am Telefon vom prominenten Anrufer "Gabbana" buchstabieren.Bild 9 von 70 Aber, der Zuschauer ahnt es schnell, das Mauerblümchen hat das Herz am rechten Fleck, ...Bild 10 von 70 ... und die eiskalte Karrierefrau Miranda ist privat kreuzunglücklich.Bild 11 von 70 Andrea lernt die Spielregeln im Haifischbecken der Modewelt und trifft dennoch eine Happy-End-Entscheidung.Bild 12 von 70 Der Schluss des Films ist dabei etwas versöhnlicher als das Buch, für das sich Lauren Weisberger von ihrer Zeit als Assistentin der legendären "Vogue"-Chefin Anna Wintour inspirieren ließ.Bild 13 von 70 Das funkelnde New York und das romantische Paris, die Welt von Prada und Chanel, ...Bild 14 von 70 ... Gastauftritte von Heidi Klum, ...Bild 15 von 70 ... Gisele Bündchen oder ...Bild 16 von 70 ... Modeschöpfer Valentino. Die Modewelt wird opulent von Kameramann Florian Ballhaus in Szene gesetzt, ohne dass es dabei richtig bissig zugeht.Bild 17 von 70 Kostümbildnerin Patricia Field, die mit "Sex and the City" zur Stilikone geworden ist, darf sich austoben.Bild 18 von 70 Sowohl Hathaway als auch Streep sehen in ihren Kreationen hinreißend aus.Bild 19 von 70 "Wenn wir alle meinen, dass wir nichts Anständiges zum Anziehen im Kleiderschrank haben, dann ist die Fashionwelt erfolgreich", sagt Regisseur Frankel (links).Bild 20 von 70 Der Film löst ein ähnliches Gefühl aus. "Vogue"- Chefin Wintour soll die Persiflage mit Fassung getragen haben.Bild 21 von 70 Bei einer Benefizvorführung des Films erschien sie in Prada.Bild 22 von 70 Was man sich kaum vorstellen kann: Für Oscar-Gewinnerin Meryl Streep (57) ist die Schauspielerei oft eine Qual.Bild 23 von 70 "Immer wenn ich spiele, habe ich Phasen von riesigem Selbsthass und großem Zweifel. Am liebsten würde ich dann alles abblasen", gestand sie in einem Interview.Bild 24 von 70 "Und jedes Mal erinnert mich mein Mann daran, dass diese Gefühle zu dem Prozess der Arbeit gehören", sagt Streep.Bild 25 von 70 Trotz ihrer Erfolge ist die Schauspielerin auf die Filmindustrie nicht gut zu sprechen.Bild 26 von 70 "Für eine junge Schauspielerin reicht es heute nicht mehr, Talent zu haben."Bild 27 von 70 "Sie muss sich auch noch zum Sexobjekt stilisieren."Bild 28 von 70 "Und das würde ich sicher nicht mitmachen", bekennt Streep.Bild 29 von 70 Zudem habe sie sich zu Beginn ihrer Karriere gar nicht für attraktiv gehalten.Bild 30 von 70 Das sei ihr kürzlich beim Betrachten des Films "Manhattan" von Woody Allen aufgefallen.Bild 31 von 70 "Mir fiel ein, wie hässlich ich mich damals, 1979, gefühlt habe", sagt Streep.Bild 32 von 70 Sie habe sich für zu fett und ihre Nase für zu lang gehalten.Bild 33 von 70 "Heute denke ich: Sie war doch so schön, was hatte sie nur?"Bild 34 von 70 Für Streep selbst wäre ein solcher Karrierejob nichts wie der ihrer Figur in "Der Teufel trägt Prada" .Bild 35 von 70 "Ich hätte nie genügend Disziplin, eine große Managerin zu werden."Bild 36 von 70 "Ich schaffe es nur phasenweise, mich wirklich zusammenzureißen", so Streep.Bild 37 von 70 Die Hollywood-Schauspiel-Ikone hält jedoch nichts von Star-Allüren.Bild 38 von 70 Die 57-Jährige gab kürzlich in einem Interview mit der Zeitschrift "Celebrity" zu, von Mode keine Ahnung zu haben.Bild 39 von 70 Aber die Rolle der Chefredakteurin von "Runway" hat sie gereizt: "Ich fand das faszinierend und nahm mir vor, die Rolle zu spielen und allen zu zeigen, dass man auch vermeintlich böse Biester vielschichtig und menschlich darstellen kann", verrät Streep.Bild 40 von 70 Die Reaktion meiner Tochter war allerdings am besten. Sie schaute mir bei den Dreharbeiten zu und meinte dann ziemlich trocken: "So bist du wirklich, Mum."Bild 41 von 70 Für ihre Kostümdesigner sei sie eine "nervige Ziege" gewesen, weil sie eine sehr genaue Vorstellung davon habe, wie Leute auszusehen haben.Bild 42 von 70 "Kleider sind ein Teil des Charakters - dabei habe ich, um ehrlich zu sein, von Mode wenig Ahnung. Die meisten Trends verstehe ich nicht."Bild 43 von 70 Erstmals habe sie Kleider und Kostüme nach Drehschluss behalten. "Jetzt wird's peinlich... Ich trage neuerdings Filmklamotten auf."Bild 44 von 70 Anne Hathaway hatte bei den Dreharbeiten zur Komödie "Der Teufel trägt Prada" eine Begegnung der besonderen Art mit Hauptdarstellerin Meryl Streep.Bild 45 von 70 "Sie hat mich lange umarmt und gesagt, dass sie froh sei, dass ich die Rolle bekommen habe und sie wunderbar spielen werde", so Hathaway.Bild 46 von 70 Und dann habe Streep hinzugefügt: "Und das ist das letzte Mal, dass ich etwas Nettes zu dir sage."Bild 47 von 70 Für den Rest der Dreharbeiten habe sich Streep völlig zurückgezogen und erst danach wieder den Kontakt gesucht.Bild 48 von 70 Hathaway bestreitet, dass Wintour mit der Streep-Figur gleichzusetzen sei.Bild 49 von 70 Die "Vogue"-Chefin habe den Film unterhaltsam gefunden, erzählte sie. (Foto: Mit Star-Fotograf Mari Testino)Bild 50 von 70 "Besonders humorvoll fand ich, dass sie bei einer Benefizvorstellung von 'Der Teufel trägt Prada' in Prada gekommen ist."Bild 51 von 70 Hathaway bekannte sich zu einigen Modesünden. In der sechsten Klasse sei sie einmal in senfgelbem Rollkragen und Blazer mit Schottenkaro vor ihren Mitschülern aufgetreten: "Ich sah aus wie eine Nonne."Bild 52 von 70 Auch mit einem orangefarbenen Kleid mit Blumenmuster, das sie bei einer Oscar-Verleihung trug, sei sie im Nachhinein nicht besonders glücklich gewesen.Bild 53 von 70 Wohltuend bei Meryl Streep: Älterwerden ist für weibliche Hollywoodstars gemeinhin ein Tabu, Falten werden weggespritzt, Brüste gestrafft, das Haar gefärbt.Bild 54 von 70 Nicht so bei Superstar Meryl Streep, die Frau ist 57, und in ihrem neuen Film sieht man ihr das auch an.Bild 55 von 70 Meryl Streep trumpft in ihrer neuen Komödie als herrisch-giftige Chefredakteurin richtig auf. Der Boss als Zicke - das erste "Alterswerk" der Meryl Streep?Bild 56 von 70 Vermutlich eine ihrer besten Rollen.Bild 57 von 70 "Das Beste an ihrem unglaublichen Talent ist ihre Fähigkeit, Komödie und Tragödie zu vermengen", schwärmt Regisseur David Frankel.Bild 58 von 70 Das trifft den Kern der Sache: Alles ist so wundervoll übertrieben, die Figuren so gnadenlos überzeichnet, dass die Tragödie zur Komödie wird.Bild 59 von 70 Und doch nicht zur Lachnummer. "Es ist so leicht, Frauen zu kritisieren, weil sie ihren Job obenan stellen."Bild 60 von 70 "Aber ein Mann wird deswegen nur ganz selten verurteilt", meint Frankel zum heimlichen Drama weiblicher Topmanager.Bild 61 von 70 Mächtig und mächtig unsympathisch spielt die Chefin mit den eisgrauen Haaren auf: Angestellte lässt sie antreten und abtreten wie Soldaten; kein Mann könnte das besser.Bild 62 von 70 Ihr Gesichtsausdruck ist abweisend, ablehnend oder einfach eiskalt. Die Mitarbeiter zittern vor ihr. "Die Frau hat eben enorme Macht", sagt Meryl Streep zur neuen Rolle.Bild 63 von 70 "Und am besten ist sie, wenn sie unter Druck gerät."Bild 64 von 70 Sie hat Kinogeschichte geschrieben: In der Scheidungs-Tragödie "Kramer gegen Kramer" (1979), ...Bild 65 von 70 ... im Holocaust- Drama "Sophies Entscheidung" (1982).Bild 66 von 70 Unvergessen sind "Das Geisterhaus" und "Die Brücken am Fluss" mit Clint Eastwood, ...Bild 67 von 70 ... das Abenteur einer "späten Liebe".Bild 68 von 70 Doch nur in ihrem ersten großen Durchbruch lagen Humor und Tragik so nah beieinander wie diesmal - das war 1978, in "Manhattan" mit Woody Allen.Bild 69 von 70 Vielleicht schafft sie es mit "Prada" jetzt ja wieder. Und dann geht sie wie hier, 1980, mit ihrem Mann zu Oscar-Verleihung.Bild 70 von 70