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Mittwoch, 14. März 2018

Das Geheimnis des "King of cool": Sir Michael Caine wird 85

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Mit seinem Blick umgarnt er als Schwerenöter "Alfie" vor über einem halben Jahrhundert die Damen. (Foto: imago/ZUMA Press)

Mit seinem Blick umgarnt er als Schwerenöter "Alfie" vor über einem halben Jahrhundert die Damen.

Mit seinem Blick umgarnt er als Schwerenöter "Alfie" vor über einem halben Jahrhundert die Damen.

Der Film von 1966 ist Michael Caines Durchbruch und bringt ihm eine Oscar-Nominierung ein.

Nun blickt er in seinem neuesten Film, der Nostalgie-Doku "My Generation", zurück auf die Swinging Sixties in London.

Seinen 85. Geburtstag feiert der Brite mit einer landesweiten Live-Übertragung seines Films und stellt sich anschließend den Fragen seines Publikums.

Der Film spielt in der Zeit, als Arbeiterkinder wie Caine sich als neue, kreative Energie entpuppen und die Beatles, Twiggy und David Hockney das triste Nachkriegs-Establishment aufrütteln.

Geboren wird er 1933 als Maurice Micklewhite im ärmlichen Südlondon, als Sohn einer Putzfrau und eines Fischmarktarbeiters.

Bis heute spricht er den Cockney-Straßendialekt seiner Jugend.

Ein Schuldirektor nimmt ihn damals unter seine Fittiche und fördert ihn. Am Schultheater schnuppert er das erste Mal Bühnenluft.

Dem "Guardian" verrät er: "Ich beschloss, Schauspieler zu werden, weil ich dachte, es wäre viel besser, als in einer Fabrik zu arbeiten, was ich damals machte."

Er ändert seinen Namen in Caine nach dem Kriegsfilm "Die Caine war ihr Schicksal" mit seinem Lieblingsschauspieler Humphrey Bogart.

Erst 2015 macht er die Namensänderung nach 62 Jahren unter seinem Pseudonym offiziell.

In seiner Jugend arbeitet er zunächst an regionalen Repertoiretheatern. In seiner Zeit auf der Bühne lernt er unter anderem Sean Connery kennen.

Dort verliebt er sich auch mit 22 Jahren in Patricia Haines, eine der Hauptdarstellerinnen am Theater. Sie heiraten, kurz darauf wird seine älteste Tochter Dominique (2.v.l.) geboren.

Doch seine Liebe zu Patricia hält nicht lange und Caine kehrt zurück in die britische Hauptstadt.

In London wird er 1964 durch Zufall für die Rolle eines Offiziers in "Zulu" besetzt - eigentlich soll er einen Unteroffizier aus der Arbeiterklasse spielen.

"Du siehst eher aus wie ein Offizier als ein Korporal. Kannst du wie jemand aus der Oberschicht sprechen?", fragt ihn ihn Zulu-Regisseur Cyril Endfield. "Ich sagte, ich wäre seit neun Jahren am Repertoiretheater und könnte jeden verdammten Akzent nachmachen", erzählt Caine dem "Independent".

Ein britischer Regisseur hätte ihm nie diese Chance gegeben, davon ist er überzeugt. Der Klassendünkel sei damals zu groß gewesen.

Nach dem Erfolg mit "Zulu" dreht der "King of Cool" einen Film nach dem anderen.

Häufig ist er in den Rollen des Arbeiters zu sehen, dem mit Intelligenz und Geschick der Aufstieg gelingt.

1965 nimmt er als Anti-Bond in "Ipcress - streng geheim" das englische Publikum für sich ein.

Mit "Alfie" setzt sich Caine als Charakterdarsteller durch. 2004 erscheint sogar eine Neuauflage des Films mit Jude Law (im Bild) in der Hauptrolle.

Sechs Mal ist Caine für einen Oscar nominiert, zweimal gewinnt er.

1986 wird er als bester Nebendarsteller in Woody Allens "Hannah und ihre Schwestern", 13 Jahre später für "Gottes Werk und Teufels Beitrag" ausgezeichnet.

1971 verliebt er sich in ein Model für Kaffeewerbung - die "Miss Guyana", Shakira Baksh. Sie bekommen Tochter Natasha.

Seit 45 Jahren ist Caine inzwischen mit Shakira Baksh verheiratet.

Der "Times" sagt er, weil er jeden Tag mit wunderschönen Frauen arbeite, musste er die allerschönste heiraten, um jede Versuchung zu vermeiden.

Dabei sind die Versuchungen im Laufe seiner Karriere groß.

Caine ist bisher in mehr als 150 Filmen zu sehen. Unermüdlich dreht er jährlich mindestens einen neuen Streifen.

So manches Meisterwerk ist dabei, aber auch gut bezahlte Flops wie etwa "Der Weiße Hai - Die Abrechnung".

Spätestens seit Ende der 1990er-Jahre ist er auch einem jüngeren Publikum bekannt.

Er mimt unter anderem den Butler in der "Batman"-Trilogie von Christopher Nolan.

Zuletzt spielt er den Anführer der Seniorenbande, die in Londons Diamantenviertel Hatton Garden spektakulär eine Reihe von Safes ausräumt.

Selbst Regie will Caine aber nicht führen: "Ich werde immer nur Schauspieler bleiben, weil ich gern früh Feierabend mache. Und als Regisseur muss man immer noch länger bleiben."

Auch mit über 85 Jahren ist Michael Caine so beschäftigt wie eh und je, sowohl beruflich als auch in sozialen Projekten.

Seit Jahrzehnten engagiert er sich vor allem in Hilfsprojekten für Kinder und führt sie unter anderem schrittweise ans Theater heran.

2000 erhält er den Adelstitel von Queen Elizabeth.

Damit gelingt ihm das, was man in den USA als Werdegang vom Tellerwäscher zum Millionär bezeichnet.

Aus dem einfachen Mann aus den ärmlichen Verhältnissen eines Londoner Vorortes wird Sir Michael Caine.

Für seine drei Enkel hält er sich mit Gartenarbeit fit, erzählt er. Außerdem verzichtet er in seiner Ernährung auf Salz und Zucker.

Zeit für nostalgische Rückblicke hat er nicht, wie er dem "Independent" erzählt: "Ich war außerordentlich glücklich, nicht wegen meines Talent oder so was, sondern wegen des Timings." (lsc/dpa)

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