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Sonntag, 02. Oktober 2016

Im Alter will er nochmal rocken: Sting ist glücklich in seiner Rentner-Haut

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Das Rentenalter sieht man Sting nicht an. Zu seinem 65. Geburtstag am 2. Oktober wirkt er drahtig und agil - und im Reinen mit sich selbst. (Foto: dpa)

Das Rentenalter sieht man Sting nicht an. Zu seinem 65. Geburtstag am 2. Oktober wirkt er drahtig und agil - und im Reinen mit sich selbst.

Das Rentenalter sieht man Sting nicht an. Zu seinem 65. Geburtstag am 2. Oktober wirkt er drahtig und agil - und im Reinen mit sich selbst.

"Ich bin glücklich in meiner Haut, ich bin gesund, ich habe einen guten Job, ich kann mich nicht beschweren", sagt der britische Musiker.

Das Beste am Älterwerden sei, dass man weiser werde, weniger emotional, nicht so verrückt. "Und eines Tages ist das Leben dann eben vorbei."

Fast 13 Jahre ist es her, dass mit "Sacred Love" zuletzt ein typisches Sting-Album herauskam, wie man es von ihm gewohnt war. Seitdem machte er, wonach ihm gerade war.

Ein Album mit Songs aus dem Mittelalter, eins mit Balladen über den Winter, ...

... Konzerte mit seiner früheren Band The Police (hier 2008 in New York), ein Musical über Werft-Arbeiter, ...

... eine Filmrolle in Ben Stillers Komödie "Zoolander 2". Doch im November 2016 ...

... soll es wieder ein Album voller Rockmusik geben - auch, weil das keiner mehr von ihm erwarte. In den vergangenen zehn bis zwölf Jahren habe er Musik gemacht, ...

... die eher "esoterisch" gewesen sei, sagt Sting selbst. "Ich folgte meiner Neugier." Wahrscheinlich hätten die Leute jetzt mit nichts anderem mehr gerechnet. "Aber ich wollte sie überraschen."

Das Album "57th & 9th" habe er binnen zwei Monaten geschrieben und aufgenommen. Benannt ist es nach einer Straßenkreuzung in der Nähe seines New Yorker Studios.

Er sei bemüht gewesen, schnell zu sein. "Ich habe mich manchmal in die Kälte rausgesetzt und bin erst wieder reingegangen, wenn ein Song fertig war. Mein Leben ist zu komfortabel." (im Bild: mit Yo Yo Ma bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City)

Jahrelang schrieb Sting gar keine Songs, bis ihm die Arbeit am Musical "The Last Ship" den Spaß daran zurückbrachte. Eine Herzenssache: Sting verbrachte seine Kindheit ...

... in Wallsend direkt neben einer Werft, in einer Straße, in der oft gewaltige Schiffsrümpfe die Sonne verdeckten. (im Bild: Ein Tanker in Wallsend-on-Tyne, 1969)

Insgesamt fünf Jahre habe er an dem Bühnenstück gearbeitet. Aber am New Yorker Broadway war nach drei Monaten Schluss, obwohl Sting angesichts sinkender Ticket-Verkäufe selbst als Hauptdarsteller einsprang.

Sollte Sting darüber enttäuscht sein, lässt er sich das nicht anmerken: "Ich würde nichts anders machen." Die Geschichte ...

... von Arbeitern einer schließenden Werft, die ein letztes Schiff für sich selbst bauen, sei eben keine leichte Kost gewesen. Immerhin komme das Musical jetzt nach Salt Lake City und nächstes Jahr nach London.

"Ich muss mit niemandem konkurrieren. Ich muss nur mir selbst treu bleiben", sagt Sting. Es sei zwar nett, einen Hit zu haben. "Aber die wahre Freude ist, einen Song fertigzuschreiben."

Er war nicht immer so. In jungen Jahren kam Sting oft als arrogant und gelegentlich auch rüpelhaft rüber.

Dabei kann er doch auch ein echter Kumpel sein - und er setzt sich mittlerweile oft für gute Zwecke ein. (Bild: mit Phil Collins beim "Live Aid"-Konzert in London Juli 1985)

Musik sei für ihn eine Therapie gewesen, sagte er einmal.

Einst hämmerte sich ein Junge, der noch nicht Sting, sondern Gordon Sumner hieß, auf Großmutters Klavier die Wut und Verwirrung von der Seele, nachdem seine Familie auseinandergebrochen war. (Hier sitzt Billy Joel neben Sting am Klavier, 2006 beim Rainforest Foundation Fund Benefit Concert.)

Er hatte seine Mutter im Bett mit ihrem Liebhaber gesehen, wie er später in seiner Autobiografie "Broken Music" schrieb. (Im Bild: Dustin Hoffman liest anlässlich einer Ehrung für Sting im Februar 2004 Passagen daraus vor.)

"Die Musik wurde zu einer heilenden Kraft für mich - und ist es immer noch", betont er. (im Bild: Sting und seine Frau Trudie Styler 1992 nach der Verleihung der Ehrendoktorwürde an ihn durch die University of Northumbria, Newcastle).

Ohne Zweifel hat sich der Sohn eines Milchmanns den Erfolg hart erarbeitet. Mit sieben Jahren wuchtete er Milchkisten in Lieferwagen für das Geschäft seines Vaters, später verdiente er sein Geld als Busschaffner, Hilfsarbeiter auf dem Bau, Finanzbeamter und Lehrer.

Und daneben, angespornt vom Beispiel der Beatles, machte er Musik in zahllosen Formationen: Jazzkombos, Rockbands, Musical-Orchester, manche besser, manche schlechter, keine davon wirklich gut.

Schließlich kam der erste lokale Erfolg mit der Band Last Exit und Mitte der 70er entschloss sich Sting, mit Frau Frances Tomelty (im Bild, 1982) und Baby und ohne Geld nach London zu ziehen.

Dort fand das Trio The Police zusammen, mit "Roxanne" gelang 1978 der Durchbruch. Den Künstlernamen Sting (Stachel) bekam er schon in jungen Jahren wegen eines schwarz-gelben Pullovers, den er mal trug: "Ein Typ fand, ich sehe aus wie eine Biene." (im Bild: The Police 1980)

Den Namen hat er bis heute behalten, außer auf offiziellen Dokumenten nutzt er ihn immer.

Stings Ehe mit Frances Tomelty wurde 1984 geschieden; 1992 heiratete er Trudie Styler, mit der ...

... immer noch zusammen ist. Sie haben zusammen vier Kinder: ...

... Mickey (r.), 1983 geboren, die Schauspielerin ist ("Frances Ha"), ...

... Jake, geboren 1985 ...

... die 1990 geborene Eliot Paulina "Coco" Sumner, ...

... die unter dem Bandnamen "I Blame Coco" auch Musik macht, ...

... und schließlich Nachzügler Giacomo Luke, der 1995 zu Welt kam. (im Bild: 2000 bei der Einweihung von Stings Stern auf dem Hollywood Walk of Fame)

Da Sting mit seiner ersten Ehefrau auch zwei Kinder hat - Joseph "Joe" (Sänger und Bassist der Band Fiction Plane, geboren 1976) ...

... und Fuchsia Katherine (2.v.l., geboren 1982), die Schauspielerin wurde, wird es wohl sehr voll am Geburtstagstisch. (abe/dpa)

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