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Donnerstag, 06. September 2018

Mehr ausländische Investoren: Portugal lockt mit einem Ausweg aus der Dürre

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Während in diesem Sommer Kalifornien wieder mit verheerenden Waldbränden kämpfen muss, ... (Foto: picture alliance/dpa)

Während in diesem Sommer Kalifornien wieder mit verheerenden Waldbränden kämpfen muss, ...

Während in diesem Sommer Kalifornien wieder mit verheerenden Waldbränden kämpfen muss, ...

... erntet Jose Dariush Leal da Costa, der ursprünglich aus der Bucht von San Francisco kommt, seine ersten Mandeln in einer grünen Oase im Süden Portugals.

Vor zwanzig Jahren entstand mit dem Alqueva-Stausee in der Alentejo-Region der größte künstliche See in der Europäischen Union.

Seitdem bewässert der Stausee eine Fläche von der Größe von Los Angeles und lockt in einer Zeit, in der Landwirte immer öfter unter Dürren leiden, besonders ausländische Investoren an.

Das fünf Milliarden Euro teure Bewässerungsprojekt am Fluss Guadiana wurde gestartet, um eine von Desertifikation bedrohte Region wiederzubeleben.

Auf den bewässerten Flächen bauen inzwischen europäische Obstbauern, spanische Olivenölhersteller, Mandel- und Beerenbauern aus Kalifornien und Chile ihre Produkte an.

Das treibt auch die Preise in die Höhe. Allein in den letzten fünf Jahren hat sich der Wert der Anbauflächen verdoppelt.

Dem Projekt hat die am stärksten benachteiligte Region des ärmsten Landes Westeuropas ...

... höhere Einkommen und mehr Arbeitsplätze zu verdanken.

"Selbst wenn fünf Jahre in Folge Dürre herrschen sollte, hätte ich noch genug Wasser", sagt Leal da Costa und merkt an, dass Wasserknappheit in Kalifornien, ...

... dem weltweit größten Mandelproduzenten, immer die größte Sorge war. Denn dort müssten Farmen ständig mit Städten und der Industrie um Wasser konkurrieren.

Während einer Reise in die Vereinigten Staaten im Juni dieses Jahres lud Premierminister Antonio Costa in Kalifornien Investoren nach Alqueva ein, ...

... um über die globale Erderwärmung zu sprechen. Schließlich habe die Region Alentejo ein ähnliches Klima wie Kalifornien.

"Es war sehr effektiv. In Kalifornien ist Land sehr teuer und Wasser sehr knapp. Bezahlbares Land und erschwingliches Wasser stellen deswegen für Menschen durchaus Anreize dar", sagt Rusty Areias, ein ehemaliger kalifornischer Abgeordneter.

Areias hat Alqueva besucht und spricht mit der dortigen Regierung über Wasserrechte für potenzielle US-Investoren. Während er Bauern aus der gebeutelten kalifornischen Provinz Fresno dazu ermutigt, ihr Geschäft nach Portugal zu verlegen.

Um das Wirtschaftwachstum nach der Krise im Jahr 2011 wieder anzukurbeln, stellt Portugal Investoren, ...

... die bereit sind, mehr als 500.000 Euro auszugeben und Arbeitsplätze zu schaffen, günstige Kredite und andere Anreize in Aussicht.

Das Alqueva-Projekt erreicht zwar erst in diesem Jahr sein angestrebtes Ziel, Wasser zu 80 Prozent der Flächen zu verkaufen.

Das staatliche Unternehmen EDIA, das das Projekt betreibt, plant, die flächendeckende Bewässerung trotzdem bis 2022 um 40 Prozent auf 170.000 Hektar auszuweiten.

Dabei erstrecken sich die bewässerten Gebiete schon jetzt fast von der Atlantikküste bis zur spanischen Grenze und schaffen, ...

... was der EDIA-Chef Jose Salema als "eine grüne Barriere gegen die Wüstenbildung" bezeichnet.

Salema sagt, der Wasserverbrauch pro Hektar in Alqueva entspricht dank effizienter Anbaumethoden erst der Hälfte dessen, wofür der Stausee entworfen wurde.

Der kalifornische Investor Areias will dennoch, dass die Wasserrechte in Portugal noch klarer definiert werden, ...

... um vorsichtige Investoren zu überzeugen. Schließlich benötigten sie Wasserversorgungs-Garantien für über 20 Jahre.

Die EDIA schätzt, dass ausländische Investoren schon jetzt auf circa 25.000 Hektar arbeiten - also auf rund einem Viertel aller in Alqueva bewässerten Flächen.

Die Erträge aus der Olivenernte des Gebietes machen inzwischen das Vierfache der Betriebskosten aus. Alqueva steigert die Produktion von Olivenöl ...

... in Portugal, dem viertgrößten Exporteur der Welt, im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert von 147 Millionen Litern, wie offizielle Zahlen zeigen.

Die Mandelplantagen in diesem Gebiet verdoppelten sich im vergangenen Jahr auf mehr als 5.500 Hektar, wobei ausländische Investoren bei neuen Anpflanzungen dominieren.

Dank Investitionen aus Spanien, Deutschland und der Schweiz sind auch die Obstplantagen auf über 1.000 Hektar angewachsen.

Die Arbeitslosigkeit in der Alentejo-Region um Alqueva fällt im vergangenen Jahr stärker als anderswo in Portugal ...

... unter das durchschnittliche nationale Niveau auf 8,4 Prozent.

Allerdings kann sich keine Region dem Einfluss der globalen Erwärmung lange entziehen.

Portugal hatte seine eigenen tödlichen Brände im letzten Jahr nach einer dreijährigen Dürre mit einem großen Brand südlich von Alqueva.

In einem Szenario mit häufigeren und längeren Dürreperioden wird auch ein erweiterter Alqueva-Fluss ...

... in den 2030er und 40er Jahren nicht mehr nachhaltig sein. (jki/rts)

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