Für viele Wirtschaftsbosse ist die Zeit als Vorstandschef ein Auf und Ab. In jüngster Zeit sind jedoch besonders viele Manager recht unsanft aus dem Chefsessel gestoßen worden. Was machen eigentlich die bekanntesten Ex-Chefs inzwischen?Bild 1 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaKlaus Zumwinkel hat inzwischen viel Zeit für sich. Der langjährige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post hat nach der Verurteilung zu zwei Jahren auf Bewährung wegen Steuerhinterziehung fast alle Aufsichtsratsposten abgelegt. Bei Arcandor ist er kurz nach seiner Verurteilung allerdings erneut in den Aufsichtsrat gewählt worden.Bild 2 von 23 | Foto: REUTERSIm Moment dürfte der Ex-Postchef entweder in seiner Kölner Villa oder im Schloss am Gardasee verweilen. Dort hat er sich schon vor 10 Jahren für drei Mio. Euro das "Castello di Tenno" gekauft und umgebaut. Zuletzt wurden Schloss und Villa wegen der Telekom-Bespitzelungsaffäre durchsucht, in die Zumwinkel verwickelt sein soll.Bild 3 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaHartmut Mehdorn dürfte in Zukunft wieder mehr zu tun haben. Der ehemalige Bahn-Chef heuert bei der Investmentbank Morgan Stanley an. Dort soll Mehdorn als Senior-Berater einsteigen.Bild 4 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaDer Ex-Bahnchef hat mit seinem Namen gar zu einer Wortneuschöpfung beigetragen. "Mehdornisierung" wird inzwischen umgangssprachlich für zunehmende Service-Armut in deutschen Unternehmen gebraucht.Bild 5 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaUlrich Schumacher steht aktuell in München vor Gericht. Der Ex-Chef von Infineon sieht sich dem Vorwurf der Bestechlichkeit ausgesetzt. Auch ihm wird Steuerhinterziehung vorgeworfen.Bild 6 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaSeit 2007 leitet er das chinesische Halbleiter-Unternehmen Grace Semiconductor mit seinen etwa 1.400 Mitarbeitern.Bild 7 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaWerner Seifert war von 1993 bis 2005 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse. Der Plan, sein Unternehmen mit der London Stock Exchange zu fusionieren, scheiterte am Willen der Aktionäre. In der Folge musste der eigentlich erfolgreiche Vorsitzende sein Amt auf Druck der Aktionäre abgeben. Maßgeblich daran beteiligt war der englische Hedgefonds "The Children’s Investment Fund" (TCI).Bild 8 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpa/dpawebNach seinem unfreiwilligen Rücktritt schrieb Seifert darüber ein Buch mit dem Titel "Invasion der Heuschrecken". Inzwischen ist er Vorsitzender von AWAS, einer Leasingfirma von Flugzeugen in Dublin.Bild 9 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpa/dpawebDer ehemalige Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hat Porsche zwischenzeitlich zum profitabelsten Autokonzern der Welt gemacht.Bild 10 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaVor kurzer Zeit ist Wiedeking wegen der Übernahmequerelen um VW zurückgetreten. Er erhielt eine Abfindung in Höhe von 50 Mio. Euro, die er zur Hälfte spenden wollte. Es wird sich noch zeigen, wie die Zukunft von Wiedeking aussehen wird. Nur um seine gegründeten Stiftungen wird sich Wiedeking wahrscheinlich nicht kümmern wollen.Bild 11 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaVon 1995 bis 2002 war Ron Sommer der Chef der Telekom. Nach einem Kurseinbruch der Telekom-Aktie musste Sommer auf Druck der Bundesregierung zurücktreten.Bild 12 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaHeute ist Sommer in verschiedenen Konzernführungen aktiv, unter anderem als Aufsichtsrat bei Münchener Rück und Celanese. Außerdem ist er als Berater von Blackstone tätig. Branchenkreisen zufolge zieht er im Hintergrund mehr Fäden denn je.Bild 13 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaSein Nachfolger war Kai-Uwe Ricke, der das Unternehmen fast genau vier Jahre geführt hat. Er wurde abgelöst, weil der Merheitseigner Blackstone dies forderte und sich auch der Bund nach anfänglichem Zögern nicht gegen die Forderung sträubte.Bild 14 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpa/dpawebSeine neue Karriere als Finanzinvestor ist jüngst gescheitert. Seine Fondsfirma German Private Equity Partners befindet sich in der Liquidation.Bild 15 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaHeinrich von Pierer war von 1992 bis 2004 Vorstandsvorsitzender und anschließend Aufsichtsratschef von Siemens - allerdings nur für kurze Zeit. 2007 trat er im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre zurück.Bild 16 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaIm Moment streitet sich Pierer, der immer noch in vielen Aufsichtsräten sitzt, mit Siemens um die Höhe des Schadensersatzes für den Schmiergeldskandal im Jahr 2007. Sollte Pierer nicht die geforderte Summe zahlen, will Siemens klagen.Bild 17 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaVon 2004 bis zum 01. März 2009 war der einstige Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff bei Arcandor, das damals noch KarstadtQuelle hieß. Zunächst saß er im Aufsichtsrat, seit Mai 2005 war er Vorstandschef. An seinen Nachfolger Karl-Gerhard Eick übergab Middelhoff Arcandor nach eigenen Worten "nicht ganz besenrein". Im Juni 2009 meldete Arcandor Insolvenz an.Bild 18 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaInzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue. Während seiner Zeit bei Arcandor hielt er gleichzeitig Anteile an Immobilienfonds, die Miete von Karstadt kassiert haben.Bild 19 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaLeo Kirch ist der bekannteste Medienunternehmer der letzten Jahrzehnte. Mit der Kirch-Gruppe hatte er Beteiligungen an vielen Medienunternehmen. Im Jahr 2002 musste die Kirch-Gruppe Insolvenz anmelden. Die Gruppe wurde zerschlagen, Leo Kirch zog sich zurück, behielt aber umfangreiche Beteiligungen an Firmen in der Schweiz.Bild 20 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpa2007 wagte er mit Sirius die Rückkehr. Mit seiner Firma wollte er die Fernseh-Rechte der Bundesliga vermarkten, scheiterte aber am Kartellamt. Mit der Deutschen Bank liegt Leo Kirch seit Jahren im juristischen Clinch, es geht um mehrere Milliarden Euro Schadenersatz für eine Bemerkung des früheren Bank-Chefs Rolf Breuer. Kirch ist wegen einer Diabetes-Erkrankung fast erblindet und musste sich Ende 2007 einen Fuß amputieren lassen.Bild 21 von 23 Georg Funke war von 2003 bis 2008 Vorstandsvorsitzender bei der Hypo Real Estate. Sein Amt legte er wegen der schlechten Unternehmensentwicklung und mehrerer Rücktrittsforderungen von Politikern nieder.Bild 22 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpaSchweren Vorwürfen sieht Funke sich durch Anteilseigner ausgesetzt. Die Aktionäre fordern eine Milliardenentschädigung, weil Funke und die Konzernführung die Aktionäre systematisch getäuscht haben sollen. (Bilder: dpa/rts)Bild 23 von 23 | Foto: picture-alliance/ dpa