Die Zeit, in der allein der Mond die Erde umkreiste, ist vorbei.Bild 1 von 65 Heute ziehen hunderte künstliche Satelliten ihre elliptischen Bahnen um unseren Planeten.Bild 2 von 65 Sie liefern Daten über das Wetter.Bild 3 von 65 Sie senden Radarsignale aus hunderten Kilometern Höhe. (Der Satellit "TerraSAR-X" liefert seit Juni 2007 Bilder aus 514 Kilometern Höhe)Bild 4 von 65 Sie übertragen Bilder aus der ganzen Welt auf unsere Fernsehbildschirme.Bild 5 von 65 Mit Hilfe von Global Positioning Systems, kurz GPS, weisen sie uns den Weg.Bild 6 von 65 Der Startschuss für die Satellitentechnik wurde vor 50 Jahren auf einer Raketenabschussrampe im kasachischen Baikonur gegeben.Bild 7 von 65 Am 4. Oktober 1957 wird von dort der erste künstliche Erdtrabant, ein Satellit, ins All geschossen.Bild 8 von 65 Der Weggefährte (russisch "Sputnik") der Erde hat etwa die Größe eines Basketballs und wiegt knapp 84 Kilogramm.Bild 9 von 65 Der russische Vorstoß ins All ist ein Schock für den Westen und ein riesiger Propaganda-Erfolg für die Sowjetunion im Kalten Krieg.Bild 10 von 65 Wenn die Russen 84 Kilogramm in den Weltraum schießen können, so befürchten die USA, ...Bild 11 von 65 ... dann könnte Moskau auch Raketen mit nuklearen Sprengköpfen in Richtung USA abfeuern. Entsprechende Forschungsprogramme laufen unter strenger Geheimhaltung schon seit dem ersten Weltkrieg auf beiden Seiten.Bild 12 von 65 Jenseits militärischer Ziele lässt der Sputnik-Schock die USA ernsthaft an ihrer wissenschaftlichen und kulturellen Überlegenheit zweifeln. Der Wettlauf um die Vorherrschaft im All hat begonnen.Bild 13 von 65 Lange Zeit führt die Sowjetunion vor den USA. Dabei hatte der US-Präsident Eisenhower die Erkundung des Weltraums eingeläutet.Bild 14 von 65 Umgeben von US-Wissenschaftlern verkündet der Sprecher des Präsidenten, James Haggerty, vor dem Mikrofon, die USA werden den ersten menschgemachten Satelliten ins All schießen.Bild 15 von 65 Das Projekt soll anlässlich des Internationalen Jahres der Geophysik nicht militärischen Zwecken dienen, sondern der zivilen Raumfahrt. In der Grand Central Station in New York wird im Juli 1957 zu Ehren des Forschungsjahres eine knapp 20 Meter lange Rakete aufgestellt.Bild 16 von 65 Die Sowjetunion nimmt die Herausforderung an. Wenige Tage später erklärt Leonid Iwanowitsch Sedow (rechts) von der sowjetischen Wissenschaftsakademie in Kopenhagen beim sechsten Internationalen Astronautenkongress vor Journalisten:Bild 17 von 65 "Meiner Meinung nach ist es möglich, innerhalb der nächsten zwei Jahre einen künstlichen Erdsatelliten zu starten." Sedow behält Recht. (Bild: Moskauer Museum der Kosmonautik)Bild 18 von 65 Der Sputnik erfüllt keinen nennenswerten wissenschaftlichen Zweck. Er beweist nur, dass es funktioniert und sendet zur Untermalung mit Hilfe eines Kurzwellensenders Pieptöne aus dem All - auf 20 und 40 MHz.Bild 19 von 65 Auf einer Frequenz also, die theoretisch jeder Funkamateur empfangen kann. In Bochum wird die Stimme aus dem All zuerst außerhalb sowjetischen Territoriums vernommen.Bild 20 von 65 Am 5. Oktober 1957 empfängt die Volkssternwarte Bochum seine Signale.Bild 21 von 65 Der Weltraumforscher und Leiter der Sternwarte, Heinz Kaminski, sitzt im Keller des Hauses und lauscht dem Piepen.Bild 22 von 65 Kaminski stirbt im Februar 2002. In Bochum lebt die Erinnerung an das Sputnik-Erlebnis fort:Bild 23 von 65 50 Jahre später sitzt sein Nachfolger Thilo Elsner an seiner Stelle, plant einen Jubiläums-Sputnik-Start und "ersucht Radio- und Amateurastronomen sowie interessierte Dritte,...Bild 24 von 65 ... über Vorbereitungen für den Signalempfang des von der Sternwarte Bochum startenden Jubiläums Sputnik-Raumflugkörpers zu berichten".Bild 25 von 65 Der Sputnik ist dafür ausgelegt, maximal drei Wochen im All zu kreisen. Als sich abgezeichnet hatte, dass sich die Entwicklung wissenschaftlicher Geräte für den Satelliten verzögern würde, ...Bild 26 von 65 ... hatte sich der Projektleiter Sergei Pawlowitsch Koroljow (rechts) zu einem Schnellschuss entschieden und damit unverhofft den Sputnik-Schock ausgelöst.Bild 27 von 65 Koroljow begann seine Forschungstätigkeit als Zwangsarbeiter. Bis zu seinem Tod 1966 hält Moskau seine Existenz geheim.Bild 28 von 65 Heute erinnert in Baikonur, am Ausgangspunkt des Sputnik, ein Denkmal an den Weltraumpionier.Bild 29 von 65 So tief der viel beschworene Sputnik-Schock auch sitzen mag, die NASA gibt sich nicht geschlagen und reagiert so schnell wie möglich.Bild 30 von 65 Die entsprechende Raketen-Technik steht den Amerikanern durchaus zur Verfügung. Bereits 1946 hatten man in New Mexiko Tests mit 14 Tonnen schweren, im Krieg beschlagnahmten, deutschen V2 Raketen durchgeführt.Bild 31 von 65 Den deutschen Raketenbauer, Wernher von Braun, hatte man gleich aus Nazi-Deutschland mitgebracht, um ihn in den USA weiterforschen zu lassen.Bild 32 von 65 Von Braun arbeitet für die US-Army an der Jupiter-Rakete. Doch für das zivile Satelliten-Experiment will Washington sein streng gehütetes Geheimnis nicht auffliegen lassen.Bild 33 von 65 Außerdem gibt es noch ein weiteres US-amerikanisches Raketen-Projekt unter der Leitung eines fähigen Amerikaners.Bild 34 von 65 Vanguard 1 startet am 6. Dezember 1957 unter der Leitung von Dr. John P. Hagen: Der überstürzte Versuch, einen kleinen, leichten US-amerikanischen Satelliten im All zu platzieren, aber gleichzeitig auch der Testflug einer vierstufigen Rakete.Bild 35 von 65 Vanguard, die "Vorhut", fällt im wahrsten Sinne des Wortes zurück: Die Trägerrakete wird zwar abgeschossen, hat jedoch zu wenig Schub, stürzt sofort zurück und explodiert.Bild 36 von 65 Die fast 22 Meter hohe, 10,5 Tonnen schwere Trägerrakete mit einem Durchmesser von 1,14 Metern scheitert zum ersten, aber nicht zum letzten Mal. Neun von elf Starts schlagen fehl. Bei einem Start am 5. Februar 1958 versagt die Lagekontrolle.Bild 37 von 65 Erst am 17. März gelingt es, den ersten, 1,5 Kilogramm schweren US-Satelliten mit Hilfe der Vanguard ins All zu schicken. Der mit Solarzellen betriebene Satellit liefert sieben Jahre lang Daten aus dem All.Bild 38 von 65 Trotzdem wird er verspottet: Wegen des im Vergleich zum Sputnik geringen Durchmessers von nur 16 Zentimetern bezeichnet der sowjetische Präsident Chruschtschow den kugeligen Stolz der Amerikaner als "Grapefruit".Bild 39 von 65 Bereits am 31. Januar 1958 kommt eine Jupiter-Rakete zum Einsatz.Bild 40 von 65 Wernher von Braun hat sie getestet.Bild 41 von 65 An Bord der Jupiter-Rakete ist der 5 Kilogramm schwere, zylindrische Satellit Explorer 1. Auch dieser Erdtrabant liefert Messdaten aus dem All.Bild 42 von 65 Es folgen weitere Raketenstarts auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs.Bild 43 von 65 Das nächste bahnbrechende Ereignis liefert erneut die sowjetische Raumfahrt. Bevor sie es wagen, einen Kosmonauten in die Luft zu jagen, experimentierten sowjetische Weltraumpioniere bereits mit Tieren.Bild 44 von 65 Am 3. November 1957 hatten sie die Hündin Laika nach oben geschickt, mit ausreichend Futter und Sauerstoff.Bild 45 von 65 Trotzdem stirbt die Hündin kurz nach dem Start an Überhitzung. In der 500 Kilogramm schweren, durch die Atmosphäre sausenden Raumkapsel herrschen 40 Grad. Nicht einmal drei Jahre später hat sich die Situation grundlegend geändert.Bild 46 von 65 Der erste bemannte Flug ins All gelingt mit dem Raumschiff Wostok 1.Bild 47 von 65 Der Russe Juri Gagarin ist der erste Mensch im Weltraum.Bild 48 von 65 Nach einjähriger Ausbildung startet er am 12. April 1961.Bild 49 von 65 Nur einen Monat später folgt ihm der erste Amerikaner, Alan B. Shepard Junior, nach oben.Bild 50 von 65 Der Rest der Geschichte ist ein mit Pannen und Unglücken gespickter Weg, aber nur noch ein kleiner Schritt für den US-Astronauten Edwin E. "Buzz" Aldrin Junior.Bild 51 von 65 Doch nach Neil Armstrongs Worten "a giant leap for mankind" - ein riesiger Sprung für die Menschheit. Am 16. Juli 1969 war die Apollo 11 zum Mond aufgebrochen, an Bord die Astronauten Neil Armstrong, Michael Collins und Edwin Aldrin.Bild 52 von 65 Vier Tage später und 400.000 Kilometer weiter sind sie am Ziel ihrer Mission. Die USA gehen schließlich doch als Sieger aus dem Wettlauf im All hervor und drücken der Geschichte ihren Stempel auf.Bild 53 von 65 Seitdem sind noch unzählige Menschen ins All geflogen. Sie haben Gesteinsproben gesammelt, Purzelbäume geschlagen und ernste Forschung betrieben.Bild 54 von 65 Nach dem Ende des Kalten Krieges arbeiten Russen und Amerikaner inzwischen Hand in Hand auf internationalen Raumstationen. (Bild: NASA-Astronaut Michael Fincke, der russische Kosmonaut Gennady Padalka und der ESA-Astronaut Andre Kuipers)Bild 55 von 65 Im Mai 2001 fliegt Dennis Tito (Mitte) als erster Weltraumtourist ins All.Bild 56 von 65 Das neue Fernziel ist der Mars. Vielleicht werden schon in weniger als 30 Jahren Menschen auf dem roten Planeten landen.Bild 57 von 65 Keine Sorge, da steckt kein Astronaut mehr drin. Der Weltraumanzug ist dort oben nicht allein: Ausrangierte Satelliten, ausgebrannte Raketenantriebe und Bruchstücke explodierter Raumkörper kreisen mit ihm um unseren Planeten.Bild 58 von 65 Mehr als 800 künstliche Erdtrabanten sind im Weltraum unterwegs. Und so viel Müll, dass sich besorgte Wissenschaftler von der Union of Concerned Scientists bereits des Themas angenommen haben.Bild 59 von 65 Die Union berichtet von mehr als 800 zivilen, kommerziellen und staatlichen Satelliten und beruft sich dabei auf das US-amerikanische Space Surveillance Network, das seit dem Start des Sputnik die menschgemachten Flugobjekte im All im Auge behält.Bild 60 von 65 Das Überwachungsnetzwerk registriert tausende Teile Weltraummüll. Dabei machen die Satelliten nicht einmal vier Prozent der Objekte im All aus, darunter auch Raumstationen. Die 15-jährige Reise der russischen Raumstation MIR bspw. endete 2001.Bild 61 von 65 Die MIR wird ordnungsgemäß entsorgt: Was nicht beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht, stürzt am Morgen des am 23. März 2001 in den Pazifik. Von den Fidschi-Inseln aus wirkt das Schauspiel wie ein Sternschnuppenregen.Bild 62 von 65 Angefangen hat der Reigen der Objekte am 4. Oktober 1957 mit dem Sputnik.Bild 63 von 65 Das Weltraumspektakel der Monde, Planeten und Sterne war zwar schon lange vor uns da.Bild 64 von 65 Doch seit 50 Jahren sind die Sterne uns nähergerückt. (Alle Bilder AP, dpa, NASA, Wikimedia und Sternwarte Bochum)Bild 65 von 65