Kaum eine Region der Erde ist unwirtlicher.Bild 1 von 54 Eisig, einsam, unzugänglich.Bild 2 von 54 Besiedelt von Eisbären, ...Bild 3 von 54 ... Moschusochsen, ...Bild 4 von 54 ... unzähligen Vögeln.Bild 5 von 54 Mit Minustemperaturen um die 70 Grad, ...Bild 6 von 54 ... und endlosen Polarnächten.Bild 7 von 54 Und doch ist die rund 26 Millionen Quadratkilometer große Arktis inzwischen heiß begehrt von den Anrainerstaaten Kanada, Dänemark, USA, Norwegen und Russland.Bild 8 von 54 Dänemarks Außenminister Per Stig Mller warnt bereits vor einem "wilden Wettlauf zum Nordpol".Bild 9 von 54 Erst im August 2007 ließ Russland in vier Kilometer Tiefe seine Flagge in den Meeresgrund unter dem Nordpol rammen.Bild 10 von 54 Moskaus Gebietsansprüche waren damit klargestellt.Bild 11 von 54 Kanada reagierte prompt, nannte die Arktis "kanadisches Eigentum" und Moskaus Aktion einen Rückfall in das 15. Jahrhundert.Bild 12 von 54 "Man kann heute nicht einfach um die Welt reisen, eine Flagge hissen und sagen: 'Wir erheben Anspruch auf dieses Gebiet'."Bild 13 von 54 Neben Russland und Kanada beanspruchen auch Dänemark, Norwegen und die USA ein Stück vom nördlichen Kuchen.Bild 14 von 54 Laut einem UN-Seerechtsübereinkommen von 1982 haben die Anliegerstaaten begrenzte Rechte innerhalb einer 200-Seemeilen -Zone.Bild 15 von 54 Sowohl Russland als auch dänischen und kanadischen Geologen reicht dies nicht. Sie machen für sich geltend, dass ihre Küsten in Sibirien, Grönland oder Kanada über den unterseeischen Lomonossow-Rücken mit dem Nordpol verbunden sind.Bild 16 von 54 Damit wollen sie eine Ausweitung ihrer Seezonen bei den UN beanspruchen.Bild 17 von 54 Bislang gilt das Gebiet um den geografischen Nordpol als internationales Territorium.Bild 18 von 54 Die USA, die die UN-Seerechtskonvention nicht unterzeichnet haben, beharren ihrerseits auf der Freiheit der Meere.Bild 19 von 54 Spätestens seit die russische Flagge unter dem Nordpol weht, ist auch der breiten Öffentlichkeit klar geworden:Bild 20 von 54 In der Arktis geht es um viel.Bild 21 von 54 "Wenn wir an die Bodenschätze dort unter dem Meeresgrund denken und an den derzeitigen Ölpreis, dann wissen wir, dass hier auch wirklich unglaublich viel Geld auf dem Spiel steht", so Mller.Bild 22 von 54 Die Arktis gilt inzwischen als eine wahre Goldgrube.Bild 23 von 54 Bodenschätze wie Nickel, Eisenerz, Blei und Zinn liegen in ihren Böden vergraben.Bild 24 von 54 Nach Berechnungen des Geologischen Dienstes der USA finden sich zudem ein Viertel der weltweiten Erdöl- und Erdgasreserven in der Arktis.Bild 25 von 54 Auch wenn dies nur unsichere Schätzungen sind und die Produktionskosten in der Arktis etwa zehnmal höher sind als am Persischen Golf, könnte sich das Geschäft angesichts steigender Energiepreise in Zukunft lohnen.Bild 26 von 54 Zumal der rasante Klimawandel den Zugang zu den Rohstoffen wesentlich erleichtern könnte.Bild 27 von 54 Die Gletscherschmelze erleichtert auch die Befahrbarkeit der unwirtlichen Gewässer. Im Jahr 2007 erstmals die Nordwestpassage durch die kanadische Arktis komplett eisfrei.Bild 28 von 54 Ab 2015, so die Berechnung von Wissenschaftlern, könnte dies im Sommer die Regel sein. Die Passage von Europa nach Ostasien würde damit für Schiffe passierbar und deutlich kürzer als die bisherige Route sein.Bild 29 von 54 "Dann werden dort Kreuzfahrtschiffe, Handelsschiffe und Öltanker fahren, mit allen Havarierisiken. Was ist, wenn etwas passiert? Wollen wir eine zweite Exxon Valez, eine zweite Titanic?", so Mller.Bild 30 von 54 Für Umweltschützer ist genau dieses ein Horrorszenario.Bild 31 von 54 So ist der Abbau von Öl in der ökologisch sensiblen Gegend äußerst riskant.Bild 32 von 54 "In dieser empfindlichen Umwelt, in welcher schon der Abdruck eines Wanderschuhs im Moos sich erst nach Jahrzehnten wieder verflüchtigt, ...Bild 33 von 54 ... Eisen kaum rosten will, sich sogar organische Abfälle nur langsam zersetzen, ...Bild 34 von 54 ... im Wasser schwebende Stoffe langsamer abgebaut werden als andernorts - ...Bild 35 von 54 ... hier "verzeiht" die Natur Umweltsünden besonders schwer", warnt die Umweltschutzorganisation Greenpeace.Bild 36 von 54 Deutlich machte dies das Tankerunglück der Exxon Valdez im Jahr 1989.Bild 37 von 54 Noch immer finden sich Ölrückstände an den Küsten.Bild 38 von 54 Aber nicht nur das Öl ist eine Bedrohung für die Region und ihre Bewohner.Bild 39 von 54 Wesentlich mehr als andere Gegenden der Welt ist die Arktis direkt vom Klimawandel bedroht.Bild 40 von 54 Um 15 bis 20 Prozent ist die Eisdecke am Nordpol in den vergangenen 30 Jahren zurückgegangen. Im Bild: Die Arktis 1979 ...Bild 41 von 54 ... und 2005.Bild 42 von 54 Noch nie waren die polaren Eisflächen so klein wie jetzt.Bild 43 von 54 Der Weltklimarat warnt, dass ein komplett eisfreier Nordpol in den Sommermonaten im schlimmsten Fall bereits 2040 möglich sei.Bild 44 von 54 Manche US-Forscher gehen sogar von einer wesentlich rascheren Gletscherschmelze aus.Bild 45 von 54 "Es sieht so aus, als wären wir 30 Jahre früher dran als erwartet", sagt der Eisforscher Ted Scamobs vom National Snow and Ice Center im US-Bundesstaat Colorado.Bild 46 von 54 Schon in 13 Jahren könnte das Meereis verschwunden sein - ...Bild 47 von 54 ... mit weitreichenden Folgen für das Weltklima.Bild 48 von 54 Ist doch momentan das arktische Eis ein nicht zu unterschätzendes Kühlsystem der Erde, ...Bild 49 von 54 ... da die weiße Eisdecke viel mehr Sonnenlicht ins All reflektiert als dunkles Meerwasser.Bild 50 von 54 Für viele Bewohner der Arktis wird die Eisschmelze den sicheren Tod bedeuten.Bild 51 von 54 Der US-Innenminister Dirk Kempthorne - nicht gerade bekannt als Verfechter für Umweltschutz - warnte erst Mitte Mai, dass die noch verbliebenen rund 25.000 Eisbären "in absehbarer Zeit vom Aussterben bedroht" sein könnten.Bild 52 von 54 Wissenschaftliche Studien im Auftrag der US-Regierung sind konkreter:Bild 53 von 54 Bereits im Jahr 2050 könnte das Symbol der Arktis für immer verschwunden sein.Bild 54 von 54