Erschreckende Nachrichten kamen vor einigen Jahren aus den USA zu uns. Millionenfach und spurlos verschwanden die Bienen aus ihren Stöcken.Bild 1 von 34 Die fleißigen Insekten, die wie die Ameise und die Wespe zu der Familie der Hautflügler gehören, waren einfach weg.Bild 2 von 34 Zahlreiche Imker in den USA konnten ihren Augen nicht trauen, als sie nach dem Winter ihre Bienenstöcke öffneten und ins Leere starrten.Bild 3 von 34 Das mysteriöse Verschwinden der Bienen gab Experten und Wissenschaftlern Rätsel auf. Bisher waren besonders die West- und die Ostküste der USA sowie Texas betroffen.Bild 4 von 34 Die Suche nach dem Grund für das massenhafte Bienensterben läuft noch. Bisher kann jedoch nur spekuliert werden.Bild 5 von 34 In den Medien wurde von "Bienen-Aids" gesprochen. Außerdem könnten Stress oder genveränderte Pflanzen für das Bienensterben verantwortlich sein. Milben wurden diesmal (2007) als Ursache ausgeschlossen.Bild 6 von 34 Fest steht, dass die sonst sehr anpassungsfähige Honigbiene nun nicht mehr mitmacht. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Gleichgewicht der Natur enorm gestört ist.Bild 7 von 34 Ein Name für das Phänomen in den USA ist bereits gefunden: "Colony Collapse Disorder" kurz CCD, bezeichnet die Störung, die zum Kollaps der Bienenvölker führt.Bild 8 von 34 Die Symptome sind relativ eindeutig. Die erwachsenen Bienen verlassen einfach ihr Volk und sterben später weit weg in der Landschaft.Bild 9 von 34 Die Bienenkönigin (meist mit einem farbigen Punkt gekennzeichnet) und junge Bienen werden von den Arbeiterinnen einfach im Bienenstock zurückgelassen. Sie sind damit dem Tode geweiht, da sie ohne die Hilfe der Arbeiterinnen verhungern.Bild 10 von 34 Ein Bienenstock ist ein höchst komplexes Sozialgebilde, in dem maximal 100.000 Bienen leben. Im gut organisierten Bienenstaat herrscht reproduktive Arbeitsteilung, das heißt, jede Biene ist auf eine bestimmte, gemeinschaftserhaltende Arbeit spezialisiert.Bild 11 von 34 Bienen brauchen die Gemeinschaft und können als Individuum nicht überleben. Ein Bienenvolk besteht aus einer Königin, Arbeitsbienen und Drohnen.Bild 12 von 34 Nur die Königin legt Eier in Wabenzellen ab.Bild 13 von 34 Ein befruchtetes Ei, das in einer Wabenzelle liegt, wird von den Arbeitsbienen mit einem Gemisch aus Pollen und Honig ernährt.Bild 14 von 34 Aus diesem Ei entstehen nach 21 Tagen die Arbeitsbienen, die mit 30.000 bis 70.000 Stück den größten Anteil in einem Bienenstaat ausmachen.Bild 15 von 34 Die Arbeitsbienen werden ungefähr 45 Tage alt. Ihre Aufgaben im Bienenstaat sind vielfältig. Je nach Alter sind sie Putz-, Bau-, Wehr-, Trachtbienen oder Ammen für die Larven.Bild 16 von 34 Andere weibliche Eier werden von der Königin in sogenannte Weiselwiegen, das sind tönnchenförmige Wachszellen, gelegt.Bild 17 von 34 Der Boden der Weiselwiegen wird mit Gelee Royal bedeckt, so dass die heranwachsende Königin nie Mangel leidet.Bild 18 von 34 Nach 16 Tagen schlüpft aus einer verdeckelten Weiselwiege eine Königin. Diese tötet sofort alle anderen Königinnenlarven. Die Königin ist mit ungefähr 18 mm wesentlich größer als die Arbeiterinnen. Ihr Körper ist länger und spitzer.Bild 19 von 34 Sechs Tage nach dem Schlüpfen geht die Königin auf Hochzeitsflug, auf dem sie sich fünf bis sechs Mal mit mehreren Drohnen vereinigt. Danach beginnt ihr vier- bis fünfjähriges Leben als Eierlegerin. In dieser Zeit verlässt die Königin nie wieder ihren Stock und legt durchschnittlich ein Ei pro Minute.Bild 20 von 34 Aber nicht nur befruchtete, sondern auch unbefruchtete Eier werden von der Bienenkönigin in die Wabenzellen gelegt. Auch diese werden von Arbeiterinnen mit einem Pollen-Honig-Gemisch gefüttert.Bild 21 von 34 Nach 24 Tagen schlüpfen die männlichen Bienen, die sogenannten Drohnen. Diese sind größer und haariger als die Arbeitsbienen, haben einen eckigeren Leib und größere Augen. Drohnen besitzen keinen Stechapparat.Bild 22 von 34 Drohnen sind die einzigen Männchen im Bienenstock. In einem Bienenvolk leben nur einige hundert Drohnen. Ihre Aufgabe ist es, die Königin zu besamen. Sie werden deshalb im Stock geduldet und von den Arbeiterinnen versorgt.Bild 23 von 34 Nur wenigen Drohnen gelingt die Besamung der Königin. Diese sterben aber nach dem Akt. Die anderen Drohnen werden nach dem Hochzeitsflug der Königin nicht mehr zurück in den Bienenstock gelassen bzw. als unnütze Esser hinausgeworfen. Auch sie sterben.Bild 24 von 34 Die meisten Arbeiterinnen sind - je nach Lebensalter - emsig damit beschäftigt, ihre Rüssel in Blütenkelche zu stecken,...Bild 25 von 34 ... um den süßen Nektar herauszusaugen. Beim Nektarsammeln werden die Blüten der Pflanzen quasi nebenbei bestäubt. Die Pflanzen können erst jetzt Früchte ausbilden.Bild 26 von 34 Aus diesem Grund liegt der landwirtschaftliche Stellenwert der Biene als Haustier auf Platz drei. 80 bis 90 Prozent aller Obst- und Gemüsearten, aber auch Futterpflanzen werden von Bienen bestäubt.Bild 27 von 34 Der süße, goldgelbe Honig, der direkt aus dem Bienenstock gewonnen wird, spielt in Bezug auf die landwirtschaftliche Stellung der Biene nur eine untergeordnete Rolle.Bild 28 von 34 Auch das Bienenwachs, das vielfältig eingesetzt werden kann, ist nur ein "Nebenprodukt" der Biene.Bild 29 von 34 Indirekt steckt also in jedem Burger die Arbeit von fleißigen Bienen. Der von Bienen erwirtschaftete Wert wird von Forschern allein für die USA auf rund 18 Mrd. US-Dollar geschätzt.Bild 30 von 34 Aus diesem Grund schrillen die Alarmglocken in den USA sehr laut. Zunächst erleiden die Imker einen großen wirtschaftlichen Verlust durch das Bienensterben.Bild 31 von 34 Außerdem sind alle in der Landwirtschaft arbeitenden Menschen direkt vom Bienensterben betroffen. Die Mandelbauern zahlen schon jetzt hohe Preise an Imker, die mit ihren Bienenstöcken direkt zu den Plantagen reisen.Bild 32 von 34 Auch der Endverbraucher wird vom Bienensterben in den USA betroffen sein, denn je weniger Blüten bestäubt werden, umso knapper und damit umso teurer werden Obst und Gemüse.Bild 33 von 34 Die Lage in den USA ist ernst. Die Population der Biene kann sich nur erholen, wenn die Ursache für das Bienensterben schnell gefunden und darauf entsprechend reagiert werden kann. (Text: J. Köhler, Bilder dpa, AP)Bild 34 von 34